Die Galvins schienen den amerikanischen Traum zu leben: Don beruflich erfolgreich bei der Air Force, Mimi treusorgende Ehefrau und Mutter von zwölf Kindern. Doch hinter der Fassade ihres schmucken Heims in der Hidden Valley Road verbarg sich eine ganz andere Realität, geprägt von mentalen Zusammenbrüchen, plötzlichen Gewaltexzessen und Missbrauch. Bis zur Mitte der 70er-Jahre erhielten sechs der zehn Galvin-Brüder die Diagnose Schizophrenie. Die Krankheit machte alle zu Opfern, besonders aber die beiden jüngsten der Geschwister und einzigen Mädchen. Der Fall der Familie war so außergewöhnlich, dass das amerikanische National Institute for Mental Health ausführliche Studien mit ihnen machte. Ihre einzigartige DNA war die Basis für bahnbrechende medizinische Fortschritte bei der Behandlung von Schizophrenie, einer Krankheit mit vielen Unbekannten.In einer herausragenden erzählerischen Tour de Force erzählt New York Times-Bestsellerautor Robert Kolker nicht nur ein Stück unglaublich spannender Medizingeschichte, sondern auch die zu Herzen gehende Geschichte einer Familie, die gegen ihr Schicksal kämpft.
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Hidden Valley Road
von Robert Kolker, Henning Dedekind
Die Galvins schienen den amerikanischen Traum zu leben: Don beruflich erfolgreich bei der Air Force, Mimi treusorgende Ehefrau und Mutter von zwölf Kindern. Doch hinter der Fassade ihres schmucken Heims in der Hidden Valley Road verbarg sich eine ganz andere Realität, geprägt von mentalen Zusammenbrüchen, plötzlichen Gewaltexzessen und Missbrauch. Bis zur Mitte der 70er-Jahre erhielten sechs der zehn Galvin-Brüder die Diagnose Schizophrenie. Die Krankheit machte alle zu Opfern, besonders aber die beiden jüngsten der Geschwister und einzigen Mädchen. Der Fall der Familie war so außergewöhnlich, dass das amerikanische National Institute for Mental Health ausführliche Studien mit ihnen machte. Ihre einzigartige DNA war die Basis für bahnbrechende medizinische Fortschritte bei der Behandlung von Schizophrenie, einer Krankheit mit vielen Unbekannten.In einer herausragenden erzählerischen Tour de Force erzählt New York Times-Bestsellerautor Robert Kolker nicht nur ein Stück unglaublich spannender Medizingeschichte, sondern auch die zu Herzen gehende Geschichte einer Familie, die gegen ihr Schicksal kämpft.
Aktuelle Rezensionen(3)
Die Geschichte um die Galvin und deren an Schizophrenie erkrankten Söhne ist interessant, aber die Lebenswegbeschreibungen sind zu detailliert. Man kann den Ereignissen oft schlecht folgen und kann sich nicht vorstellen, dass eine Familie so viele Ereignisse erlebt hat angefangen von den Umzügen und Aktionen der Eltern. Die medizinische Entwicklung zum Thema Schizophrenie ist auch interessant, aber ebenfalls zu detailliert.
Interessantes und wichtiges Thema, gerade der Einblick in die Familie und die Forschung zu Schizophrenie war spannend. Allerdings verliert sich das Buch für mich im Verlauf zu sehr in Wiederholungen. Die einzelnen Krankheitsverläufe ähneln sich stark, wodurch es sich irgendwann eher wie ein Protokoll anfühlt als wie eine Entwicklung. Ich habe es bei Seite 320 abgebrochen, weil es mir keinen neuen Mehrwert mehr gegeben hat. Insgesamt gut, aber für mich nicht fesselnd genug.
Selten hat mich ein Sachbuch so tief bewegt und gleichzeitig so beklemmt zurückgelassen wie Hidden Valley Road. Robert Kolker erzählt darin die wahre Geschichte der Familie Galvin – zwölf Kinder, sechs davon mit diagnostizierter Schizophrenie. Was auf den ersten Blick wie eine medizinische Fallstudie wirkt, entpuppt sich schnell als erschütternd intimes Familienporträt, das einen nicht mehr loslässt. Was Kolker hier leistet, ist außergewöhnlich: Er hat mit fast allen noch lebenden Familienmitgliedern gesprochen, tausende Seiten medizinischer Akten gesichtet und daraus ein fein verwobenes Werk geschaffen, das sowohl emotional als auch wissenschaftlich eindringlich ist. Die Geschichte springt zwischen persönlichen Schicksalen und dem historischen Forschungsstand zur Schizophrenie – und gerade diese Verbindung macht das Buch so besonders. Es geht nicht nur um eine Familie, sondern auch um ein ganzes Kapitel psychiatrischer Forschung und den verzweifelten Versuch, Ordnung in ein scheinbar chaotisches Krankheitsbild zu bringen. Zugegeben: Die wissenschaftlichen Exkurse, so fundiert und wichtig sie sind, geraten gelegentlich etwas langatmig – gerade im Vergleich zur Intensität der Familienschilderungen. Doch selbst diese Passagen tragen zum Gesamtverständnis bei und machen deutlich, wie groß das Ringen der Medizin mit einer kaum greifbaren Krankheit war – und bis heute ist. Was mich besonders bedrückt hat, ist der Umgang innerhalb der Familie – die Mischung aus Verzweiflung, Angst, aber auch einer fast starren Gleichgültigkeit, mit der auf das Leiden reagiert wurde. Besonders die Mutter, Mimi, bleibt mir als ambivalente Figur in Erinnerung: energisch, pflichtbewusst und dennoch schwer zu ertragen in ihrer Verdrängung und Härte. Mehr als einmal hatte ich das Bedürfnis, sie wachzurütteln. Die familiäre Dynamik wirkt über weite Strecken beklemmend – auch, weil zwischen all dem Wahnsinn reale, kaum fassbare Erlebnisse wie Missbrauch und Gewalt sichtbar werden. Trotz dieser Schwere ist das Buch nie reißerisch. Kolker begegnet seinen Protagonisten mit großer Sorgfalt, journalistischer Genauigkeit und respektvoller Distanz. Das macht das Buch umso stärker: Es urteilt nicht, sondern lässt Raum für Ambivalenz – und für Menschlichkeit. Hidden Valley Road ist ein eindrückliches Werk, das einem lange im Kopf bleibt. Es erzählt nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch davon, wie wenig wir bis heute über psychische Erkrankungen wissen – und was das mit den Menschen macht, die davon betroffen sind. Eine absolute Leseempfehlung.