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Gebete für die Vermissten

von Jennifer Clement, Nicolai von Schweder-Schreiner

Format:Hardcover

Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf, inmitten von Mais- und Mohnfeldern, in einem Dorf ohne Männer, denn die sind auf der Suche nach Arbeit über die Grenze oder längst tot. Es ist eine karge und harte Welt, in der ein Mädchenleben wenig zählt. Eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder sie in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die schwarzen Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft, sie träumt von Freundschaft und Liebe und Wohlstand. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal. Und plötzlich hält sie ein Paket Heroin in den Händen, und ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt. »Gebete für die Vermissten« beschwört die unverbrüchliche Kraft der Hoffnung in einer schrecklichen Welt. In mutigen, schockierenden und bewegenden Bildern erzählt Jennifer Clement das Leben einer außergewöhnlichen jungen Heldin.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
228 SeitenHardcover
Erschienen an: September 15, 2014

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.0(3 ratings)
JuliaRezension von Julia

Dieses Buch vertreibt Fernweh und zwar nicht auf die romantische Art und Weise, bei der man sich an exotische Orte in exotische Geschichten träumt. Sondern auf die Art und Weise, die zwingt, hinzusehen. Dort hinzusehen, wo es weh tut: in die Leben von mexikanischen Mädchen und Frauen. Der Roman basiert auf Interviews die Jennifer Clement mit vom Drogenkrieg betroffenen Frauen und Mädchen führte: „jemand hat ein Netz über dieses Land geworfen und wir sind hineingefallen.“ Keine Verschnaufpause für die Leserin, kein Schutz, kein Ort nirgends für die Protagonistin. Das Buch ist gut und wichtig, aber schwer zu greifen: die ich-Erzählerin bleibt undeutlich. Ihre Gefühle sind Schatten auf den Seiten, vielleicht weil man nicht darüber sprechen kann, was passiert. Das Buch erzählt und erzählt, aber ohne dass der Funke überspringt. Man ist bewegt von der Brutalität und der Angst, aber nicht wirklich. Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieses Buch durch seinen Stil an Kraft verliert. Und dann aber auch wieder nicht. Gebete für die Vermissten ist eine Warnung: wenn du in Acapulco auf deiner Hotelliege lümmelst und jemand reicht dir ein Getränk mit Schirmchen, dann vergiss nicht, was in deinem Rücken, einige Kilometer vor der Stadt, auf dem mit Blut und Milch besprenkelten Highway, passiert.

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