3.8

Die Unvollkommenheit der Liebe

von Elizabeth Strout, Sabine Roth

Format:Hardcover

Leben, denke ich manchmal, heißt Staunen.Als die Schriftstellerin Lucy Barton längere Zeit im Krankenhaus verbringen muss, erhält sie Besuch von ihrer Mutter, die sie jahrelang nicht mehr gesehen hat. Zunächst ist sie überglücklich. Doch mit den Gesprächen werden Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend wach, die sie längst hinter sich gelassen zu haben glaubte …Der neue Roman von Elizabeth Strout ist ein psychologisches Meisterstück, zutiefst menschlich und berührend. Er erzählt die Geschichte einer Frau, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg geht, eine Geschichte über Mütter und Töchter und eine Geschichte über die Liebe, die, so groß sie auch sein mag, immer nur unvollkommen sein kann.Lucy Barton erzählt ihre Geschichte. Sie muss sie erzählen, weil sie auf der Suche nach der Wahrheit ist, als Schriftstellerin wie als Mensch. Und es gibt zu vieles, was ihr Leben geprägt hat und ihr immer noch keine Ruhe lässt. Das wird ihr klar, als sie wegen einer unerklärlichen, lebensbedrohenden Infektion nach einem Routineeingriff längere Zeit im Krankenhaus bleiben muss und plötzlich ihre Mutter an ihrem Bett sitzt. Ihre Mutter, die sie nicht mehr gesehen hat, seit sie ihr Zuhause in einem kleinen Kaff in Illinois verlassen hat. Während sie erschöpft und glücklich der Stimme ihrer Mutter lauscht, die ihr Geschichten von den Leuten aus ihrer Heimat erzählt und was aus ihnen geworden ist, während Mutter und Tochter ein neues Band zu formen scheinen, auch wenn sie nur schweigend aus dem Fenster auf das beleuchtete Chrysler Building gegenüber schauen, kommt alles wieder hoch: die bettelarme Kindheit, die Schwierigkeiten in der Familie, der Mangel an Zärtlichkeit und Zuneigung. Wie der Wunsch, Schriftstellerin zu werden, ihr half, ihre Ängste zu bekämpfen, wie fremd sie sich dennoch manchmal in New York vorkommt. Ihre Ehe mit einem Mann aus einem wohlbehüteten Elternhaus und die vielen Abgründe, die sich zwischen ihnen auftun, trotz des gemeinsamen Lebens und der zwei heißgeliebten Töchter …

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
208 SeitenHardcover
Erschienen an: August 29, 2016

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Aktuelle Rezensionen(3)

3.8(30 ratings)
Christopher Rezension von Christopher

Ein wirklich schönes Buch, das zwar als scheinbar leichte Lektüre daherkommt, aber immer wieder plötzlich sehr tiefgründig wird und mit leisen Tönen, teils zwischen den Zeilen , teils auch gerade durch das Nicht-Gesagte viel erzählt über Themen wie Liebe, Familie, Trauer aber auch Klassismus, Homophobie, Sexismus. Ich werde auf jeden Fall auch die nächsten Bände der Reihe von Elisabeth Strout über Lucy Barton lesen.

Andrea Rezension von Andrea

In Teil 1 der Lucy-Barton-Reihe geht es um eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung, die in der Frage mündet "hast du mich lieb?" Ein leises, stilles Buch, das sicher nicht jeder/m gefällt

JuliaRezension von Julia

„Lesen, denke ich manchmal, heißt Staunen“ - beinahe so steht es am Ende dieses eindrücklichen Romans über Mütter und Töchter und die Unvollkommenheit der Liebe. Zu schnell habe ich ihn gelesen, weil der Plauderton dazu einlädt durch die Seiten zu fliegen, doch immer mal wieder halte ich inne und denke: Moment mal, hier entgeht mir was, hier steht was Profundes zwischen den Zeilen, an dem ich vorbei haste. Und diese Balance zwischen Schwere und Leichtigkeit ist, was ich Strouts Buch liebe. Da passiert so viel in stillen Momenten und in den Erzählungen der Mutter, die scheinbar kaum etwas mit den beiden Menschen zu tun haben, die da im Krankenhauszimmer vielleicht zueinander finden. Lucy Barton ist eine besondere Erzählstimme, der ich gerne wieder begegnen werde und das nächste Mal bin ich gewappnet, und werde all die Doppelbödigkeiten entdecken. „Hier stehe ich, und ich gehe nicht an einen Ort, gegen den sich alles in mir sperrt - Amgash, Illinios -, und ich bleibe nicht in einer Ehe, in der ich nicht bleiben will, und ich höre auf mich selbst und stürze mich hinein in den Strom, der mich weitertreibt durchs Leben, kreiselnd und blind, aber Hauptsache, weiter!“

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