Bass Rock, eine unbewohnte Felseninsel vor der schottischen Küste, wirft seit Jahrhunderten ihren Schatten auf das Festland und seine Bewohner. Neu unter ihnen: Ruth Hamilton, die in den Jahren nach dem Krieg mit ihrem Mann und zwei Stiefsöhnen in ein zugiges Landhaus an der Küste zieht. Sie zum ersten Mal schwanger und zunehmend auf sich allein gestellt: die Stiefkinder im Internat, der Mann für Wochen in seiner Londoner Kanzlei. Als Großstädterin hadert Ruth mit der Abgeschiedenheit und auch mit den sonderbaren Gebräuchen der einheimischen Gesellschaft. Ein Strandpicknick mitten im Winter? Die eigenartig kostümierten Frauen? Ruth passt sich an, ein wenig. Bis sie begreift: Das hier passiert nicht nur ihr. Es ist ein altes Spiel. Sie wird es nicht gewinnen.Ein halbes Jahrhundert später, das Anwesen vor Bass Rock steht zum Verkauf, kommt wieder eine junge Frau in den Norden. Viv hadert mit ihrem Single-Dasein, aber auch mit den Gelegenheiten, es zu beenden. Außerdem schläft sie schlecht, in jedem der Betten in dem alten Haus. Ihr ist, als würde sie heimgesucht von dunklen alten Geschichten. Geschichten von aufsässigen Frauen, von Frauen in Bedrängnis. Und ihre Stiefgroßmutter Ruth ist nur eine davon.Evie Wylds «Die Frauen» ist eine feministische Ghost Story, ein mitreißender Gesellschaftsroman. Im Ton mal elegant, mal drastisch und voller Wut über eine Welt, die den Männern allein gehört. Ein kämpferisches Buch von einer besonderen Brillanz und Bandbreite.
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Die Frauen
von Evie Wyld, Tanja Handels
Bass Rock, eine unbewohnte Felseninsel vor der schottischen Küste, wirft seit Jahrhunderten ihren Schatten auf das Festland und seine Bewohner. Neu unter ihnen: Ruth Hamilton, die in den Jahren nach dem Krieg mit ihrem Mann und zwei Stiefsöhnen in ein zugiges Landhaus an der Küste zieht. Sie zum ersten Mal schwanger und zunehmend auf sich allein gestellt: die Stiefkinder im Internat, der Mann für Wochen in seiner Londoner Kanzlei. Als Großstädterin hadert Ruth mit der Abgeschiedenheit und auch mit den sonderbaren Gebräuchen der einheimischen Gesellschaft. Ein Strandpicknick mitten im Winter? Die eigenartig kostümierten Frauen? Ruth passt sich an, ein wenig. Bis sie begreift: Das hier passiert nicht nur ihr. Es ist ein altes Spiel. Sie wird es nicht gewinnen.Ein halbes Jahrhundert später, das Anwesen vor Bass Rock steht zum Verkauf, kommt wieder eine junge Frau in den Norden. Viv hadert mit ihrem Single-Dasein, aber auch mit den Gelegenheiten, es zu beenden. Außerdem schläft sie schlecht, in jedem der Betten in dem alten Haus. Ihr ist, als würde sie heimgesucht von dunklen alten Geschichten. Geschichten von aufsässigen Frauen, von Frauen in Bedrängnis. Und ihre Stiefgroßmutter Ruth ist nur eine davon.Evie Wylds «Die Frauen» ist eine feministische Ghost Story, ein mitreißender Gesellschaftsroman. Im Ton mal elegant, mal drastisch und voller Wut über eine Welt, die den Männern allein gehört. Ein kämpferisches Buch von einer besonderen Brillanz und Bandbreite.
Aktuelle Rezensionen(1)
langsam nur nimmt das Buch an Fahrt auf: es verspricht ja eine gothic novel über Hexen und Frauengemeinschaften zu sein. Doch nur mühsam finden die Frauen zusammen, würden vielleicht gar nicht zusammenfinden, wenn die Männer des Buches nicht so grotesk gewalttätig wären. Die sehr grafische Beschreibung von Gewalt gegen Frauen, die mehrfach die Kapitel des Buches abschließt, bleibt mir ein Rätsel. Sie wirken so übersteigert, dass man ihnen die vermeintliche Authentizität absprechen will, obwohl man natürlich weiß, dass es sehr wohl so passiert sein wird. Doch mehr als diese Gewaltakte hat mich die Karte über Frauenmorde, die eine der Figuren erklärt, bewegt. Zumal die Einzelschicksale nicht benannt werden, man ist kein stummer Zeuge, da Angaben fehlen. Und es beschäftigt mich: 500 Seiten durchaus solider Figurengestatung, interessante Plotentwicklung, atmosphärische Sprache - aber ich schreibe nur über die 20 Seiten, auf denen vergewaltigt und getötet wird? Für wen sind diese Seiten auch geschrieben? Frauen wissen das schon und Männer können es von sich wegschieben, weil es zu krass ist… schade, da wurde was verschenkt.