Atlanta, 1960er-Jahre. James Witherspoon verheimlicht es Gwen nicht, dass er verheiratet ist. Gwen heiratet ihn trotzdem. Sie bekommen Tochter Dana. Bald machen sich Gwen und Dana einen Sport daraus, James offizielle Frau, Laverne, und deren Tochter Chaurisse, die etwa im gleichen Alter wie Dana ist, heimlich zu beobachten. Mit 14 Jahren sucht Dana den Kontakt zu der nichts ahnenden Chaurisse. Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Dana fühlte sich von jeher als Tochter 2. Ranges, während Chaurisse das meiste anscheinend mühelos in den Schoss fiel. Nun hat sie eine Mission ... - Der bewegende Roman besteht aus zwei Teilen und hat zwei Ich-Erzählerinnen, Dana und Chaurisse. Schnell ist man geneigt, Dana zu favorisieren, aber so leicht macht es einem die schwarze US-Schriftstellerin Tayari Jones ("In guten wie in schlechten Tagen) in ihrem Buch nicht. Sie lässt die Leser*innen nicht nur in die Herzen aller involvierten Personen schauen, sie schärft auch den Blick auf das Leben der schwarzen Bevölkerung jener Zeit und wirft die Frage nach Chancengleichheit auf. Aufwühlend, gefühlvoll - besonders!
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Das zweitbeste Leben
von Tayari Jones
Atlanta, 1960er-Jahre. James Witherspoon verheimlicht es Gwen nicht, dass er verheiratet ist. Gwen heiratet ihn trotzdem. Sie bekommen Tochter Dana. Bald machen sich Gwen und Dana einen Sport daraus, James offizielle Frau, Laverne, und deren Tochter Chaurisse, die etwa im gleichen Alter wie Dana ist, heimlich zu beobachten. Mit 14 Jahren sucht Dana den Kontakt zu der nichts ahnenden Chaurisse. Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Dana fühlte sich von jeher als Tochter 2. Ranges, während Chaurisse das meiste anscheinend mühelos in den Schoss fiel. Nun hat sie eine Mission ... - Der bewegende Roman besteht aus zwei Teilen und hat zwei Ich-Erzählerinnen, Dana und Chaurisse. Schnell ist man geneigt, Dana zu favorisieren, aber so leicht macht es einem die schwarze US-Schriftstellerin Tayari Jones ("In guten wie in schlechten Tagen) in ihrem Buch nicht. Sie lässt die Leser*innen nicht nur in die Herzen aller involvierten Personen schauen, sie schärft auch den Blick auf das Leben der schwarzen Bevölkerung jener Zeit und wirft die Frage nach Chancengleichheit auf. Aufwühlend, gefühlvoll - besonders!
Aktuelle Rezensionen(1)
Was fühlt ein Kind, das weiß, dass sein Vater sich nie offen zu ihm bekennen wird? Das mit dem Wissen aufwächst, zur Zweitfamilie zu gehören, und das Leben der Halbschwester und ihrer Mutter, der Erstfamilie beobachtet, in dem Wissen, dass deren Wünsche und Bedürfnisse immer an erster Stelle stehen werden? Wie ändert sich die Gefühlslage mit Einsetzen der Pubertät, wo die Eltern und ihre Handlungen und Entscheidungen nicht mehr hingenommen werden, ohne kritisch hinterfragt zu werden? Eine interessante Ausgangsfrage für einen Roman, der hier aus der Sicht der Kinder geschildert wird - zunächst aus der Sicht der Zweittochter, dann aus der Sicht der offiziellen Tochter, die lange nicht weiß, dass sie tatsächlich nicht die einzige Tochter ihres Vaters ist. Der Roman hat mich gefesselt, ich konnte mich gut in die beiden Mädchen hineinversetzen. Die Gefühlswelt der Erwachsenen blieb mir verschlossen, allerdings lag das im Wesentlichen daran, dass sie aus der Sicht der Mädchen geschildert wurden. Selbst die Ereignisse, die zu der Bigamie führten, schildert die Zweittochter so, wie sie sie von ihrem Umfeld erzählt bekommen hat.