Nach ihrem internationalen Bestseller-Debüt (ID-A 12/20) spielt Braithwaites neuester Roman wieder in Lagos, Nigeria. Ich-Erzähler Bambi fliegt mitten im Lockdown bei seiner aktuellen Freundin raus, weil er notorischer Fremdgänger ist. Er kommt kurzfristig bei seiner Tante unter, deren Mann kürzlich an Corona verstorben ist. Doch auch dessen Geliebte wohnt überraschend mit in dem Haus und ein Baby. Beide Frauen behaupten massiv, es wäre ihr Baby. Wessen Kind ist es wirklich? Bambi findet sich schnell mittendrin in diesem "Verteilungskampf" und steht plötzlich selbst in der Verantwortung, sich um das Baby zu kümmern. In gut einer Woche spielt diese in knappen Kapiteln und augenzwinkernd erzählte (Kurz-)Geschichte, in der Betrug auf verschiedenen Ebenen stattfindet. Wie nebenbei liefert die junge Autorin zugleich ein "komisches Lustspiel mit Irrungen und Wirrungen" (Die Welt) und eine "blitzgescheite Kritik an patriarchalen Strukturen" (Dlf). Die Pandemie als Hintergrundkulisse konzentriert den Inhalt wie in einem Kammerspiel. Das liest sich schnell weg und überzeugte bereits breit das Feuilleton
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Das Baby ist meins: Roman
Nach ihrem internationalen Bestseller-Debüt (ID-A 12/20) spielt Braithwaites neuester Roman wieder in Lagos, Nigeria. Ich-Erzähler Bambi fliegt mitten im Lockdown bei seiner aktuellen Freundin raus, weil er notorischer Fremdgänger ist. Er kommt kurzfristig bei seiner Tante unter, deren Mann kürzlich an Corona verstorben ist. Doch auch dessen Geliebte wohnt überraschend mit in dem Haus und ein Baby. Beide Frauen behaupten massiv, es wäre ihr Baby. Wessen Kind ist es wirklich? Bambi findet sich schnell mittendrin in diesem "Verteilungskampf" und steht plötzlich selbst in der Verantwortung, sich um das Baby zu kümmern. In gut einer Woche spielt diese in knappen Kapiteln und augenzwinkernd erzählte (Kurz-)Geschichte, in der Betrug auf verschiedenen Ebenen stattfindet. Wie nebenbei liefert die junge Autorin zugleich ein "komisches Lustspiel mit Irrungen und Wirrungen" (Die Welt) und eine "blitzgescheite Kritik an patriarchalen Strukturen" (Dlf). Die Pandemie als Hintergrundkulisse konzentriert den Inhalt wie in einem Kammerspiel. Das liest sich schnell weg und überzeugte bereits breit das Feuilleton
Aktuelle Rezensionen(2)
Interessante Kurzgeschichte Urteil des Salomon Bambi ist ein notorischer Fremdgeher und wird aus eben diesem Grund von seiner Freundin Mide vor der Tür gesetzt. Wohin soll er im Lockdown bloß gehen? Er erinnert sich an die Villa seiner Tante und des verstorbenen Onkels und findet dort zwei sich streitende Frauen vor, die beide jeweils beanspruchen die Mutter des Babys zu sein. Bambi übernimmt die Rolle König Salomon und muss herausfinden, ob Tante Bidemi, oder Esohe, die Geliebte seines Onkels, die Mutter des Babys ist. Das richtige Urteil zu fällen ist nicht einfach. In Bambi entfachen schnell Vatergefühle und dank eines natürlichen Instinkts ist er dazu in der Lage sich vorbildlich um das Baby zu kümmern. Am Ende erfährt der Leser zwar wer die Mutter ist, aber die Frage nach dem Vater bleibt überraschend offen. Bambi entscheidet wie Salomon in erster Linie im Sinne des Kindes und das macht seinen Charakter so sympathisch. Der Leser erfährt nicht viel über die Figuren, aber das schadet der Geschichte auch nicht. Eine Lektion lässt sich ableiten. Für ein Buch ist die Geschichte etwas zu kurz geraten, für eine Kurzgeschichte ist die Länge aber perfekt.
Solide Unterhaltung. Spannend: zeitaktuelle Lektüre aus der Corona-Zeit. Auch spannend: ein Mann aus dem female gaze erzählt. Zwischendurch war es angenehm gothic novelic. Und der Konflikt interessant gebaut. Das Overall-Gefühl war allerdings etwas fast foodig.