4.2

Lügen über meine Mutter

von Daniela Dröscher

Format:Hardcover
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Daniela Dröscher erzählt vom Aufwachsen in einer Familie, in der ein Thema alles beherrscht: das Körpergewicht der Mutter. Ist diese schöne, eigenwillige, unberechenbare Frau zu dick? Muss sie dringend abnehmen? Ja, das muss sie. Entscheidet ihr Ehemann. Und die Mutter ist dem ausgesetzt, Tag für Tag.»Lügen über meine Mutter« ist zweierlei zugleich: die Erzählung einer Kindheit im Hunsrück der 1980er, die immer stärker beherrscht wird von der fixen Idee des Vaters, das Übergewicht seiner Frau wäre verantwortlich für alles, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. Und es ist eine Befragung des Geschehens aus der heutigen Perspektive: Was ist damals wirklich passiert? Was wurde verheimlicht, worüber wurde gelogen? Und was sagt uns das alles über den größeren Zusammenhang: die Gesellschaft, die ständig auf uns einwirkt, ob wir wollen oder nicht?Schonungslos und eindrücklich lässt Daniela Dröscher ihr kindliches Alter Ego die Jahre, in denen sich dieses »Kammerspiel namens Familie« abspielte, noch einmal durchleben. Ihr gelingt ein ebenso berührender wie kluger Roman über subtile Gewalt, aber auch über Verantwortung und Fürsorge. Vor allem aber ist dies ein tragik-komisches Buch über eine starke Frau, die nicht aufhört, für die Selbstbestimmung über ihr Leben zu kämpfen.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: August 18, 2022

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Aktuelle Rezensionen(23)

4.2(216 ratings)
G MRezension von G M

Gutes Buch. Lässt sich einfach lesen. Man entwickelt regelrecht eine Wut gegen den Vater.

Samira BreidenbachRezension von Samira Breidenbach

Bei diesem Buch kommt man selber wieder in die 80ziger Jahre zurück und vergleicht die jetzige Situation um einen selber herum wie es gerade ist und war. Freue mich auf das 2.Buch „Junge Frau mit Katze“. Danke an „Regensburg liest ein Buch“ und der Lesung mit Frau Dröscher🙂🍷📖📔

KathiRezension von Kathi

Mich macht dieses Buch so wütend! Nicht nur die Tatsache das die Mutter das alles aushalte musste - nein. Mich macht vor allem die Tatsache wütend, das es so vielen Frauen heutzutage noch immer so geht!

Nadine Schmuck Rezension von Nadine Schmuck

Ein sehr gutes Buch das immer wieder wütend und nachdenklich macht. Toller Schreibstil der sich leicht lesen lässt. Hat mir sehr gut gefallen 👍🏼👌🏼

JessiRezension von Jessi

Dieses Buch hat mich wütend gemacht. Und es hat mich tief getroffen. Lügen über meine Mutter erzählt von einer Familie in den 1980er Jahren – von einem Vater, der seine beruflichen Misserfolge auf den Körper seiner Frau projiziert, von einer Mutter, die zur Projektionsfläche männlicher Kränkungen wird und von einer Tochter, die all das beobachtet, irgendwo dazwischen steht und verinnerlicht. Die Erniedrigungen sind oft nur subtil. Sie sind alltäglich. Ein Blick. Ein Kommentar. Eine Bemerkung über Gewicht, Disziplin, Wirkung nach außen. Gerade diese „Normalität“ macht die Gewalt so beklemmend. Der Vater ist kein schreiendes Monster – er ist ein Paradebeispiel eines internalisierten Patriarchats, das sich im Privaten ungestört entfaltet. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt:
Warum geht sie nicht? Warum beendet sie diese Ehe nicht? Es ist eine naheliegende Frage. Und gleichzeitig ist sie gefährlich, wenn sie zum Vorwurf wird. Denn der Roman zeigt eindrücklich, wie komplex die Bedingungen sind, die ein Gehen fast unmöglich machen: ökonomische Abhängigkeit, soziale Kontrolle, Scham, fehlende Alternativen, jahrelange psychische Zermürbung. Vielleicht ist die ehrlichere Frage nicht:
Warum bleibt sie?
Sondern: Welche Strukturen sorgen dafür, dass Bleiben zur einzigen realistischen Option wird? Besonders schmerzhaft war für mich die Dynamik zwischen Mutter und Tochter. Dass die Tochter irgendwann selbst beginnt, die Mutter zum Abnehmen zu drängen, hat mich hart getroffen. In der Erwartung, dass Körper veränderbar sein müssen, um akzeptiert zu werden. In der Hoffnung, Anpassung könne Schutz bedeuten. Ich habe auf einen großen Knall gewartet. Auf einen Moment der Emanzipation. Auf Befreiung. Auf Gerechtigkeit. Aber er kam nicht. Und vielleicht ist genau das die radikalste Entscheidung dieses Romans.
Denn das echte Leben kennt oft keinen dramatischen Showdown. Keine triumphale Szene. Kein klares „Jetzt reicht’s“. Es gibt langsames Erkennen. Leises Verschieben. Manchmal nur ein stilles Aushalten. Der Roman verweigert die einfache Erlösung. Er erzählt keine Heldinnengeschichte. Er zeigt Strukturen – und wie tief sie sich in Beziehungen und Körper einschreiben. Dieses Buch ist nicht laut, aber doch schreit es mit jedem einzelne Wort und ist unerbittlich. Und gerade darin liegt seine Stärke. Ich bin wütend zurückgeblieben. Und nachdenklich.

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