3.8

Tyll

von Daniel Kehlmann

Format:Hardcover
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Und jetzt darf ich einen echten Triumph der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur anzeigen. Sprachtrunken, bildersatt und verzaubert habe ich den neuen Roman von Daniel Kehlmann zugeklappt: So ein Wunderbuch begegnet einem nicht jedes Jahr! Eindrücklich wie nie gelingt es Kehlmann, rund um den aus dem Spätmittelalter in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges verpflanzten Tyll Ulenspiegel einen Mummenschanz um Macht, Machtmissbrauch und den Hochseiltanz unserer Existenz zu inszenieren, der es in sich hat. Hinreißend!

Historical Fiction
Hardcover
Erschienen an: October 9, 2017

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Aktuelle Rezensionen(6)

3.8(69 ratings)
FelixRezension von Felix

Eine gelungene Erzählung über eine literarisch bislang eher selten beleuchtete Epoche. Besonders spannend fand ich den Einblick in das Leben der Menschen im Deutschland des frühen 17. Jahrhunderts – einer Zeit vor der Aufklärung, in der die moderne Wissenschaft noch in den Kinderschuhen steckte und der Glaube an Hexerei und Naturgeister ebenso selbstverständlich war wie der an Gott. Über die Regeln, Sitten und Denkweisen dieser Zeit weiß man heute vergleichsweise wenig, weshalb es umso faszinierender ist, in diese Welt einzutauchen. Dass Kehlmann das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, funktioniert dabei hervorragend. Mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist, dass der vermeintliche Protagonist Tyll Eulenspiegel für meinen Geschmack etwas zu wenig Raum bekommt. Natürlich lebt ein Teil der Faszination des Romans gerade davon, dass Tyll eine rätselhafte, fast mystische Figur bleibt. Dennoch hätte ich gerne mehr über das Innenleben des erwachsenen Tyll erfahren. Dafür hätte sich ein abschließendes Kapitel angeboten, das den Roman meiner Meinung nach runder beendet hätte als das Ende, für das sich Kehlmann letztlich entschieden hat.

CosimaRezension von Cosima

Ein großartiger Roman. Kehlmann erzählt aus verschiedenen Perspektiven Geschichten aus dem dreißigjährigen Krieg. Sie sind nicht chronologisch angeordnet und umfassen den gesamten Kriegsschauplatz, von Österreich bis den Haag, von der Schweiz bis nach Osnabrück. Auch sehen wir die Ereignisse aus der Sicht von einfachen Bauern und Knechten bishin zum Winterkönig. Was sie vereint ist Tyll, der als immer wiederkehrende Figur dabei ist. So ergibt sich am Schluss die Biographie von Tyll und seinen Begleitern. Ein großer Lesespaß insbesondere, wenn man ein wenig Interesse an dieser großen europäischen Katastrophe hat!

Carmen HuberRezension von Carmen Huber

3 ⭐️; eine sehr bunte, ausschweifende Reise in die Geschichte! Historischer Roman mit tollem Schreibstil und vielfältigen Geschichten aber auch den einen oder anderen Längen.

Mrs MoriartyRezension von Mrs Moriarty

Zunächst einmal, es hat mich schon gut unterhalten. Ich kam sehr gut voran und gerade auch die Figur des "Tyll" hat mir sehr viel Spaß gemacht. Leider gerät er immer wieder in den Hintergrund und er wirkt nicht mehr wie die Hauptfigur. Des Weiteren fehlte mir etwas der Zusammenhang... Mir war die Geschichte zu Episodenhaft erzählt. Mag sein dass dies Absicht ist, aber mir persönlich hat das eben nicht so gut gefallen. Eigentlich geht es viel mehr um den Dreißigjährigen Krieg und z.B. Elisabeth Stuart, Ehefrau von Friedrich V. von der Pfalz, der einen Winter lang König von Böhmen gewesen war. Das ist zwar alles durchaus interessant, hat aber eben nur wenig mit Tyll zu tun. Eigentlich scheint es fast so, das diese Figur nur als Mittel zum Zweck dient, aber Kehlmann sich mit ihm gar nicht lange aufhalten möchte... Im Grunde würde eben dann der große Aufhänger Till Eulenspiegel fehlen, ansonsten würde die ganze Handlung auch großartig ohne ihn auskommen... Hm kein richtiger Flop, weil das Buch mich schon auch unterhalten hat. Auch die Sprache gefiel mir. Außerdem kam für mich schon sehr gut raus, das der Krieg und die ganze Sinnlosigkeit hinter den vielen Toten dem Adel schlichtweg egal war. Es ging um Macht und die musste auf Teufel kom raus bewahrt werden. Tyll ist ja an sich auch als Figur in den Geschichten die man über ihn kennt, als jemand angelehnt, der Menschen einen eher unangenehmen Spiegel vor hält. Sie erkennen aber oft gar nicht, was sie da sehen, außer bei anderen. Ich wurde gut unterhalten, denke aber nicht, das der Roman mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

VerenaHCRezension von VerenaHC

Es hat Spass gemacht dieses Buch zu lesen. Ich musste sehr oft schmunzeln. Trotz der oft sehr ernsten Themen, schwang viel Ironie und Humor mit. Die historischen Hintergründe und Figuren musste ich öfters recherchieren und das hat die Lektüre bereichert und noch einmal in ein anderes Licht gerückt. Bei einigen Figuren hatte ich den Eindruck, dass Daniel Kehlmann sie auf die Schippe nimmt. Tolles Buch, ich muss demnächst [b:Die Vermessung der Welt|1526595|Die Vermessung der Welt|Daniel Kehlmann|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1449313699l/1526595._SY75_.jpg|598208] von ihm lesen.

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