Sie wurden ausgesetzt oder von Trucks überfahren – und heißen nun »Pizza Man«, »Fire Chief« oder »Snowball«. Zu Hunderten haben sie Zuflucht gefunden in einem Haus in Massachusetts. In diesem Refugium für Schildkröten tritt Sy Montgomery einen Freiwilligendienst an – und lässt uns an einer lebensverändernden Erfahrung teilhaben: Wenn wir unsere Existenz mit den Augen dieser uralten, gemächlichen und langlebigen Wesen betrachten, bekommen wir eine Ahnung von dem, was uns überdauern wird.
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Tête-à-Tête mit einer Schildkröte
von Sy Montgomery, Stefanie Schäfer
Sie wurden ausgesetzt oder von Trucks überfahren – und heißen nun »Pizza Man«, »Fire Chief« oder »Snowball«. Zu Hunderten haben sie Zuflucht gefunden in einem Haus in Massachusetts. In diesem Refugium für Schildkröten tritt Sy Montgomery einen Freiwilligendienst an – und lässt uns an einer lebensverändernden Erfahrung teilhaben: Wenn wir unsere Existenz mit den Augen dieser uralten, gemächlichen und langlebigen Wesen betrachten, bekommen wir eine Ahnung von dem, was uns überdauern wird.
Aktuelle Rezensionen(1)
Seit ich "Rendezvous mit einem Oktopus" entdeckt, gelesen und durch und durch lieb gewonnen habe, ist Sy Montgomery für mich eine Ikone des zeitgenössischen Nature Writings. Wobei man einschränken könnte, dass sie selten wirklich über Natur (was auch immer das sein soll) schreibt - handelt es sich im vorliegenden Buch doch vor allem um Begegnungen mit Schildkröten, die allesamt in menschlicher Obhut gepflegt werden und vor dem Tod bewahrt werden sollen, eben weil ihr Lebensraum nicht mehr aus reiner Natur besteht, sondern vielfach vom Menschen und seinen 'Errungenschaften' beeinflusst sind, um es mal wertfrei auszudrücken... Aber natürlich ist Sy Montgomery nicht wertfrei unterwegs, und das ist auch gut so. Auf ihre ureigene Art des einfühlsamen, sensiblen, liebevollen, weitsichtigen Schreibens erkundet sie die Welt der Schildkröten in ihrer Heimat in Neuengland. Für einen Mitteleuropäer wie mich ist es erstaunlich (und ein bisschen schade), wie viele Arten dort - und in den weiteren Regionen Nordamerikas - leben. Welchem Druck sie durch menschliches Sein und Siedeln ausgesetzt sind, ist teilweise krass (und teilweise wohl auch typisch amerikanisch) und teilweise schwer zu ertragen (und darüber hinaus teilweise schwer nachzuvollziehen, warum sie nicht doch alle längst ausgerottet und ausgestorben sind). Wie so viele Bücher über Tiere und ihr Leben ist auch dieses wohl letztendlich vor allem eines über den Menschen, sein Tun und sein Unterlassen. Wer empfänglich für eine tiefgreifende Kritik an der menschlichen Hybris und ihren alltäglichen Auswüchsen ist und gleichzeitig für Schildkröten als Spezies und als Individuen begeistert werden will, ist hier voll und ganz richtig, auch wenn mehr als ein Geschmäckle zurück bleibt - was aber ausdrücklich nicht Sy Montgomery, sondern ihrem Sujet, nämlich letztendlich uns allen und unserem Wandeln und Handeln auf Erden anzulasten ist. Was bleibt? Ich - als Fan von Sy Montgomery, auch wenn ihr pathetischer Stil mitunter zwischen anstrengend und kitschig changiert, aber immer authentisch ist. Und die Hoffnung, dass sie und die vielen Schildkröten-Retter:innen auf dieser Welt sich nicht in einer aussichtlosen Sache aufopfern.