3.3

Schwindende Welt

von Sayaka Murata

Format:Hardcover
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Sayaka Murata wurde 1979 in der Präfektur Chiba, Japan, geboren. Für ihre literarische Arbeit erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen. Ihr Roman »Die Ladenhüterin« gewann 2016 mit dem Akutagawa-Preis den renommiertesten Literaturpreis Japans und war international ein großer Erfolg. Bei Aufbau liegen außerdem von ihr vor: »Das Seidenraupenzimmer« sowie »Zeremonie des Lebens«. Ursula Gräfe hat Japanologie, Anglistik und Amerikanistik in Frankfurt am Main studiert. Seit 1989 arbeitet sie als Literaturübersetzerin aus dem Japanischen und Englischen und hat neben zahlreichen Werken Haruki Murakamis auch Sayaka Murata und Yukiko Motoya ins Deutsche übertragen.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: September 16, 2025

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Aktuelle Rezensionen(4)

3.3(14 ratings)
HannaRezension von Hanna

Schon der Klappentext lässt ein extrem schräges, futuristisches Szenario vermuten - Fortpflanzung auf natürlichem Wege gilt als barbarisch, Befruchtung geschieht im Labor und bald werden wohl auch Männer schwanger werden können; Familie ist nur mehr eine platonische Zweckgemeinschaft, deren Ablösung durch ein kollektives Caresystem für den Nachwuchs kurz bevorsteht. Lust und Sexualität wird zwar nicht ausschließlich aber bevorzugt mit Comicfiguren ausgelebt. Gerade bei einem so dystopischen Szenario, war es mir wichtig, möglichst ohne Erwartungen in das Buch zu starten und das hat sich definitiv gelohnt. Der Roman hat mich von Anfang an auf eine bizarre Art und Weise in seinen Bann gezogen; was auf den ersten Blick weit hergeholt wirkt, entpuppte sich beim genaueren Hinsehen als erschreckend realistisch. Zwar hat sich für mich nicht alles ganz stimmig ineinander gefügt und einiges ist offen geblieben, aber der Text lädt dazu ein die Zusammenhänge zwischen Sexualität, Fortpflanzung, Liebe und Familie zu hinterfragen und neu zu denken, ohne dabei auf übermäßige Analysen und Erklärungen für die Leser:innen zu bestehen. Einige der Fragen, die mit beim Lesen durch den Kopf gegangen sind: Welche Werte werden unsere Gesellschaft in Zukunft prägen? Ist das Konzept der Kernfamilie zukunftsfähig? Welchen Stellenwert haben Kinder und wie kann Care-Arbeit egalitärer gestaltet werden? Ein Gedankenexperiment, das mich auf jeden Fall gefesselt hat, aber auch einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat. Eine klare Leseempfehlung für alle, die experimentelle, gesellschaftskritische Literatur mögen und bereit dazu sind, sich auf diesen schräg, futuristischen und doch in vielen Bereichen unerwartet realistischen Roman einzulassen.

Teresa Rezension von Teresa

Es wirkt wie ein Buch, das einfach nur provozieren und schocken will, ohne groß durchdacht zu sein. Einzelne Ideenansätze sind interessant aber werden nicht in der Tiefe verfolgt. die Erzählung und Darstellung der Figuren sowie der Gesellschaft ist oberflächlich und unlogisch. so denkt die Protagonistin und ihr umweld quasi nur an sex oder kinder und bleibt eindimensional. obwohl das Buch kurz ist fand ich es sehr repetitiv und hölzern geschrieben. einzelne Handlungen kommen vollkommen ohne vorherige oder anschließende Einbettung. ich denke man hätte mit mehr Mühe deutlich mehr aus der Darstellung solch einer Gesellschaft holen können.

caglas.povRezension von caglas.pov

„Schwindende Welt“ von Sayaka Murata zeigt eine Welt, in der unsere Vorstellungen von Liebe, Sex und Familie komplett auf den Kopf gestellt sind. Gerade diese Verschiebung von „normal“ und „abnormal“ fand ich extrem spannend. Besonders der Abschnitt über die Stadt „Experimenta“ war für mich richtig beklemmend. Irgendwie hat mich das Buch nicht losgelassen, gleichzeitig hat es mich stellenweise ermüdet, weil es sich sehr stark und wiederholend um Sexualität dreht.

EmilyRezension von Emily

Themen: Menschliche Fortpflanzung, Familie, Kinderwunsch, Liebe, Begierde, gesellschaftliche Normen Kurzmeinung: Eine Mischung aus Faszination und Skepsis, das Ende war unfassbar verstörend Rezension: Sayaka Murata hat in „Schwindende Welt“ eine interessante und zugleich zutiefst verstörende Welt geschaffen. Liebe, Beziehungen und Begierde werden aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachtet, der zugleich Faszination als auch Skepsis auslöst. Muratas Schreibstil ist passend zur Handlung neutral und steril, aber flüssig, das Buch hatte ich innerhalb von 24 Stunden durch. Ich fand es sehr interessant über diese alternative Lebensweise nachzudenken, hoffe aber inständig, dass es niemals so weit kommen wird. Während dem Lesen hatte ich ständig ein unbehagliche Gefühl, doch die Neugierde hat mich weiter voran getrieben. Das Ende war vollkommen schockierend. Ich schwanke noch, ob das Buch einfach genial oder absolut verstörend ist, vielleicht ist es aber auch beides zugleich.

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