3.9

Lázár

von Nelio Biedermann

Format:Hardcover
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Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als ob er dessen Geheimnis ahnte. Mit Lajos’ Geburt im Waldschloss bricht auch das 20. Jahrhundert an, das das alte Leben der Barone Lázár im südlichen Ungarn für immer verändern wird. Der Untergang des Habsburgerreichs berührt erst nur ihre Traditionen, aber alle spüren das Beben der Zeit, die schöne Mária ebenso wie der geisterhafte Onkel Imre. Als Lajos in den zwanziger Jahren sein Erbe antritt, scheint der alte Glanz noch einmal aufzublühen. Doch die Kinder Eva und Pista – der das Dunkle so liebt – müssen erleben, wie totalitäre Zeiten ihre wuchtigen Schatten werfen – und lernen, gegen sie zu bestehen.Ein Roman wie eine Welt, die überwältigende Saga einer Familie, getrieben von der Liebe und der Sehnsucht nach ihr, in den Strudeln des 20. Jahrhunderts. Fesselnd und berührend, zugleich voller Leichtigkeit, voller Träume und Geheimnisse, in denen sich die ganze Tragik und Schönheit der Existenz spiegelt. Und – ob angesichts historischer Katastrophen oder schöner Sommertage – die ewige Frage, wie man leben soll.

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: September 1, 2025

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Aktuelle Rezensionen(56)

3.9(409 ratings)
Simon D.Rezension von Simon D.

Ein berührendes Buch, das so Vieles in sich vereint und dabei dennoch einen höchst individuellen und intensiven Ton trifft: Familienroman, historischer Roman, Coming-of-Age-Roman, Kriegsroman, Friedensroman, Liebesroman. Erfreulicherweise also ein hochkarätiger Genremix, der zudem durch vereinzelte kleine Stilbrüche und eine von der Individualität der Figuren geprägte Erzählperspektive angereichert wird. Vor dem Hintergrund der höllischen Untiefen des vergangenen Jahrhunderts verfolgen wir die kleinen und großen Krisen und Katastrophen der Familie von Lázár, die sich durch Wirren kämpft, in ihnen untergeht und sich mit ihnen arrangiert. All das erzählt Nelio Biedermann mit filigraner Wucht und Melancholie, ohne in billigen Pathos oder übertriebene Traurigkeit abzudriften. So wird er seinen Charakteren als Menschen mit eigener Persönlichkeit und Geschichte gerecht, ohne sie als Helden oder Versager abzustempeln. Besonders beeindruckend finde ich dabei die überaus flotte Erzählweise, die im teils krassen Kontrast zur Schwere der erzählten Ereignisse steht. Gerade daraus entstehen wohl die Kraft und die Bedeutung des Romans. Diese Mischung aus Komplexität und Kompaktheit ist ein Zeichen außergewöhnlicher Qualität und literarischen Talents. Man kann sich den auf dem Umschlag abgedruckten Rezensionen - "Pageturner" (SZ), "großartiges Werk" (ZEIT), "Dieser Roman wäre in jedem Fall ein Ereignis, aber der Umstand, dass sein Autor gerade erst das Erwachsenenalter erreicht hat, macht sein Erscheinen zu einem Donnerschlag." (Daniel Kehlmann) - nur voll und ganz anschließen. Unbedingte Empfehlung!

KathRezension von Kath

Toller historischer Roman. Leider hat es mir ein bisschen gefehlt, die Figuren näher kennen zu lernen. Hätte für mich tiefgründiger sein können und dadurch länger. Trotzdem sehr gutes Buch

simoneRezension von simone

Das Buch hat mich leider enttäuscht, meine Erwartungen wurden gerade wegen des Hype und der medialen Präsenz nicht erfüllt. Die zwei Sterne gibt es lediglich für das historische Setting und die Grundidee. Letzteres orientiert sich ja vor allem auf biografischen Aspekten der Vorfahren Biedermanns. Obwohl seine Vorfahren u.a. durch mehrere Weltkriege, Systemwechsel, und Zeitenwenden wirklich spannende, historische Perioden durchlebt haben, die auch wirklich Raum und Potenzial bieten für spannende Storylines und vielschichtige Figuren wurde beides in meinen Augen nicht erfüllt. Die Storyline ist in etwa so aufregend wie ein Gang in den Supermarkt. Einfach keine Höhen und Tiefen, kein Spannungsbogen. Das wöchentliche Angebot bei Lidl ist interessanter. Irgendwie wartet man die ganze Zeit darauf, dass irgendwas passiert oder die Handlung endlich losgeht. Fehlanzeige. Die Figuren sind leider ebenso fad und flach und unaufregend. Der Fokus liegt hier vor allem auf den männlichen Figuren, dessen Perspektive und Gedankengänge nicht nur deutlich überwiegen, sondern auch mehr Tiefe beinhalten als die weiblichen Figuren. Wobei die Tiefe hier ungefähr so tief ist wie eine Pfütze. Weibliche Charaktere werden überwiegend durch stereotypische Verhaltensweisen und klassische Schönheitsidealen aufgegriffen, meiner Meinung nach merkt man deutlich den männlichen Blick des Autors auf seine Figuren. Ein weiterer, eher irritierender Aspekt des Romans sind die unnötig vielen Sexszenen, diese wirken meist sehr fehlplatziert und tun einfach nichts zur Sache. CN: sexualisierte Gewalt, 🍇 Die Frauen im Buch funktionieren nur mit männlichen Figuren, es wirkt so als hätten sie einfach keine eigene Persönlichkeit. Sie erfüllen vor allem die Funktion um männliche Lust und Sexszenen zu transportieren. Darüberhinaus war ich sehr schockiert über mehrere 🍇-Szenen und wie oft das Wort „verg€wa*tigen“ fällt. Natürlich können solche Themen auch literarisch verarbeitet werden, nur hätte ich mir einen sensibleren Umgang innerhalb des Romans gewünscht, der im besten Fall einen Mehrwert bietet. Die Gefühls- und Gedankenwelt der Betroffenen werden nicht oder zu wenig thematisiert. Stattdessen geht es darum, wie wütend und schuldig sich der Bruder fühlt und wie gerne er Rache verüben würde. Wow. Wie kreativ. Frauen sind hier überwiegend das Objekt, statt des Subjekts. Daran ändert auch nichts, dass eine der Figuren Texte von Virgina Woolf und Simone de Beauvoir liest, das ganze wirkt wie ein verzweifelter Versuch den Charakteren Persönlichkeit einzuverleiben, damit man sich am Ende stolz auf die Schulter klopfen kann wie vielseitig und einfallsreich und emanzipatorisch die weibliche Figurenwelt doch ist. Insgesamt bieten die Figuren in Lazar wirklich sehr wenig Raum für Identifikation, vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die breite Masse sich nicht in die Realität von Adeligen und deren Probleme und Sorgen nachempfinden kann. Man fragt sich am Ende wozu das Ganze, wo ist der Mehrwert, die Message, der rote Faden. Nelio Biedermann hätte auch einfach ein Sachbuch über seine Familiengeschichte schreiben können.

CelestineRezension von Celestine

Sehr schön geschrieben, existentialistisch, träumerisch, erinnerte mich etwas an den Sandmann. Sehr viel träumerische Verbindung mit der Natur. Familiengeschichte

AnnaRezension von Anna

Dass dieses Buch von jemand geschrieben wurde, der 2003 geboren wurde, finde ich unfassbar bemerkenswert. Selten hab ich ein Buch gelesen und gedacht, hoppla, das ist krasse Kunst, die Du da liest. Und damit meine ich gleichzeitig den Plot, die Sprache, den Witz, die Charaktere. Tatsächlich hätte ich mir gewünscht, dass das Buch länger geht oder es mehrere Teile gibt, da ich den jeweiligen Einzelschicksale gern ausführlicher begegnet wäre. Ich bin sehr gespannt was von diesem Autor noch kommt.

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