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Kinder – Minderheit ohne Schutz

von Aladin El-Mafaalani

Format:Hardcover
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Die alternde Gesellschaft erzeugt zwei neue Minderheiten: Kinder werden eine Minderheit in der Bevölkerung und Eltern von Minderjährigen werden eine Minderheit unter den Wahlberechtigten. Deshalb fehlt allgemein das Problembewusstsein für die aktuelle Transformation von Kindheit: Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen »Migration«, »Armut« und »Digitalisierung« verändern Kindheit grundlegend. Kinder sind biografisch immer früher und täglich immer länger in Bildungsinstitutionen. Die Institutionen müssten also nicht nur die Herausforderungen Migration, Digitalisierung und Kinderarmut bewältigen, sondern zunehmend auch Teile des Familienlebens ersetzen – und nicht mehr nur ergänzen. Dafür sind sie aber nicht richtig aufgestellt, wie eine Vielzahl von Studien zeigt. Was bedeuten diese gesellschaftlichen Schieflagen für die jungen Menschen und damit für die Zukunft dieses Landes? Und wie kann man die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nachhaltig berücksichtigen?

History, Humanities & Society
Hardcover
Erschienen an: January 16, 2025

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4.2(18 ratings)
ArminRezension von Armin

„Für Kinder und Jugendliche ist heute der Krisenzustand zum Normalzustand geworden. Ihr Alltag ist geprägt von gestressten Eltern, überforderten Lehrkräften, orientierungslos in Erwachsenen und nicht zuverlässig funktionierenden Institutionen. Also, das ist für sie genauso normal wie polarisiert Diskurse und Populismus. Sie wachsen in einer Gesellschaft auf, in der vieles nicht funktioniert“   Mit diesen Worten wird gleich zu Beginn deutlich, wie ernst die Lage für Kinder und Jugendliche in Deutschland ist, und genau das macht das Buch Kinder – Minderheit ohne Schutz so wichtig und aktuell. Die Autoren Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier analysieren, wie Kinder in unserer Gesellschaft immer mehr an den Rand gedrängt werden. Sie können nicht für ihre eigenen Rechte kämpfen, sind in vielen Bereichen nicht erwünscht und werden oft in Bildungseinrichtungen „abgeschoben“, wo es meist mehr um Leistung als um das Kindeswohl geht.   Ein zentrales Problem ist die Überalterung der Gesellschaft: Politische Entscheidungen richten sich immer stärker an den Interessen der Älteren aus, während die Bedürfnisse der Kinder kaum Gehör finden. Die Autoren zeigen zudem, dass viele Institutionen unterfinanziert sind und die Betreuung in Kitas und Schulen häufig nicht auf soziale und emotionale Unterstützung, sondern auf Leistung ausgerichtet ist.   Besonders überzeugend ist, dass das Buch nicht nur Missstände benennt, sondern auch konkrete Lösungen vorschlägt. Mehr Geld allein reicht nicht, vielmehr müssen Kindergärten und Schulen grundlegend reformiert werden, um Kinder wirklich zu stärken. Die Autoren schlagen unter anderem die Einrichtung von Zukunftsräten vor, damit die Perspektiven der jungen Generation stärker berücksichtigt werden.   Kinder – Minderheit ohne Schutz ist ein sachlich geschriebenes, gut recherchiertes und sehr wichtiges Buch. Es ruft dazu auf, Kinder und Jugendliche endlich ins Zentrum des gesellschaftlichen Handelns zu rücken und ihnen den Schutz und die Unterstützung zu geben, die sie verdienen. Wer verstehen will, warum es Kindern in Deutschland oft so schwer gemacht wird und was sich ändern muss, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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