4.3

Hundswut

von Daniel Alvarenga

Format:Softcover
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»So lange wir nichts anderes wissen, so lange war das ein Wolf!«In der bayerischen Provinz will man 1932 noch nichts von dem wissen, was in München vor sich geht. Hier nehmen die Bürger die Dinge noch selbst in die Hand. Als bestialische Morde das Dorf erschüttern, gilt es für den Bürgermeister und seinen Gemeinderat, die Gräueltaten schnellstmöglich aufzuklären.Während man zunächst vermutet, dass ein Wolf im nahen Wald sein Unwesen treibt, verdichten sich bald die Gerüchte, dass es sich um einen menschlichen Täter handeln muss. Dem Hauptverdächtigen, dem Einsiedler Joseph Köhler, soll kurzerhand der Prozess gemacht werden, doch dieser beteuert vehement seine Unschuld. Spätestens als Dorfpfarrer Hias den mittelalterlichen Hexenhammer zurate zieht, geraten die Ereignisse außer Kontrolle, und nur die Ehefrauen der Dorfoberhäupter können noch versuchen, dem grausigen Wahnsinn ein Ende zu bereiten.

Mystery, Thriller, Horror & Crime
Softcover
Erschienen an: February 20, 2024

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Aktuelle Rezensionen(9)

4.3(49 ratings)
TabeaRezension von Tabea

Dass Alvarenga es schafft, in diesem Buch ein ganzes Dorf mit den unterschiedlichsten Charakteren zum Leben zu erwecken, empfand ich als beeindruckend und herausfordernd zugleich. Ich habe ziemlich lange gebraucht, um reinzukommen und die Beziehungen der verschiedenen Figuren zueinander zu verstehen. Trotzdem konnte ich es dann irgendwann nicht mehr aus der Hand legen, da immer wieder neue Dinge geschildert wurden, mit denen ich absolut gar nicht gerechnet hätte. Das Buch lässt mich völlig sprachlos zurück und ich glaube, um es gänzlich zu ergründen, müsste ich es zwei Mal lesen - was ich aufgrund seiner Wucht eigentlich nicht tun möchte, und vielleicht ist genau das seine Stärke.

Rezension von

Zu Beginn bin ich nicht so richtig in das Buch reingekommen. Vor ein paar Tagen habe ich es dann wieder zur Hand genommen und ich konnte nicht aufhören es zu lesen. Das der Autor es geschafft hat auf nur 360 Seiten ein ganzes Dorf mit so vielen verschiedenen Charakteren zum Leben zu erwecken, finde ich erstaunlich. Das ganze Buch aber vor allem die letzten Seiten haben mich zum weinen gebracht. Diese unglaubliche Ungerechtigkeit in diesem Buch war so echt. Es hat mich wütend, traurig und schockiert zurück gelassen. Ich meine, was kann man schon machen, wenn die Oberen aus dem Dorf sich gegen einen einzelnen stellen und das ganze Dorf es einfach akzeptiert nur. Diese Machtlosigkeit wurde mir hier so unglaublich eindrucksvoll vor Augen geführt. Den Kampf den Joseph Köhler und seine Tochter führen mussten, werde ich nie wieder vergessen.

Sonja Rezension von Sonja

Puh. Also im Nachhinein weiß ich nicht, ob ich "Hundswut" nochmal lesen würde, aber andererseits hat mich längere Zeit kein Buch mehr so sprachlos zurückgelassen. Ich werde jetzt nicht viel zur Handlung sagen, aber im Wesentlichen geht es darum, dass in einem kleinen bayrischen Dorf 1932 mehrere Jugendliche tot im Wald aufgefunden werden und man nach einem Täter sucht. Und wer jetzt denkt: "Oh, das hört sich aber brutal an. Weiß nicht, ob das was für mich ist." Glaub mir es ist nichts für dich. Generell hier der Hinweis für alle die sensibel auf Gewalt (und auch wirklich sehr explizit formulierte Gewalt) bzw. Tod reagieren: Dieses Buch ist nicht euer Buch und ich würde euch empfehlen, was anderes zu lesen. Ich musste auch während des Lesens mehrmals mein Buch zuklappen und eine kurze Pause machen, um wieder klarzukommen. (Achtung Spoiler!) Denn der Tod dieser Jugendlichen ist hier wirklich nur die Spitze des Eisbergs. Wir kommen von Freiheitsberaubung und Nahrungsentzug über mehrere Wochen zu Folter und schließlich zur Ermordung von dieser Person (und einer weiteren). All diese Vorgänge sind wirklich sehr explizit und grausam geschildert und definitiv nichts für schwache Nerven. Was mich jedoch am meisten schockiert hat, ist die Tatsache, dass dieser Mann ohne tatsächliche Beweise, des Mordes an diesen Jugendlichen beschuldigt und dann im Laufe des Buches auch, trotz permanenter Unschuldsbekundungen, durch Folter zu einem Geständnis gezwungen wird. Es gibt schlichtweg nichts, was irgendwie die Schuld dieses Mannes beweisen würde und trotzdem wird er ohne jeden Prozess eingesperrt, ausgehungert, gefoltert und am Ende zusammen mit seiner schwangeren Tochter (für deren vermeintliches Verbrechen es auch keinerlei Beweise gibt) auf grausamste Weise ermordet. Und diese Ungerechtigkeit hat mich fassungsloser gemacht, als es alle blutigen Szenen je gekonnt hätten. (Spoiler Ende) Warum mir das Buch aber auf irgendeine Weise auch "gefallen" hat, ist, weil man so sehr vor Augen geführt bekommt, wie tief menschliche Abgründe reichen können und wohin Selbstjustiz führen kann. Man muss auch generell sagen, dass an Schreibstil, Figuren und Handlung objektiv gesehen keinerlei Kritik geäußert werden kann. Man wird innerhalb weniger Seiten in das Buch hineingezogen und auch alle Charaktere hatten ein so starkes Eigenleben, dass man sich wirklich gut in sie hineinversetzen konnte. Und aufgrund meiner Herkunft muss ich auch einfach sagen, dass mir das Setting in Bayern bzw. auch der bayerischen Dialekt, der im Buch verwendet wird wahnsinnig gut gefallen haben. Auch in den Abläufen des Dorfes, habe ich mein Heimatdorf teilweise wiedererkannt und ein bisschen schmunzeln müssen. (Das aber auch als Hinweis für alle, die des Bayerischen nicht mächtig sind: Überlegt euch ob ihr mit geschriebenem Dialekt, der auch wirklich häufig vorkommt, zurecht kommt.) Zusammenfassend möchte ich sagen, dass "Hundswut" wirklich nichts für schwache Nerven ist und auch ich mehrmals meine Probleme mit den Gewaltszenen hatte. Nichtsdestotrotz ist es was Handlung, Figuren und Schreibstil betrifft, echt empfehlenswert und ich mochte auch den bayerischen Dialekt, der immer wieder vorkommt. Außerdem hat mich bisher kein Buch, während dem Lesen, so wütend gemacht, dass ich es am liebsten gegen die Wand geworfen hätte. Und das ist für mich wirklich etwas, was ein Buch ausmacht. Vielleicht ist es nicht für jeden geeignet, aber die Botschaft, die es vermittelt, macht es für mich lesenswert.

SvenRezension von Sven

111 Gründe, nicht aufm bayrischen Dorf zu leben. Kapitel 34 wird sie überraschen, teeren und federn!

FraniRezension von Frani

Am Ende dieses grausig und dennoch brandaktuellen Buches bleibt nur eine Gewissheit: das größte Monster ist der Mensch selbst

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