3.4

Die Vegetarierin

von Han Kang

Format:Hardcover

Han Kang ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, seitdem erschienen zahlreiche Romane. Seit sie für »Die Vegetarierin« gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 den Man Booker International Prize erhielt, haben ihre Bücher auch international großen Erfolg. Auch der Roman »Weiß« war für den Booker Prize nominiert, »Menschenwerk« erhielt den renommierten italienischen Malaparte-Preis. Im Aufbau Verlag sind »Die Vegetarierin«, »Menschenwerk«, »Deine kalten Hände« und »Weiß« lieferbar.Mehr Informationen zur Autorin unter www.writerhankang.com. Ki-Hyang Lee, geboren 1967 in Seoul, studierte Germanistik in Seoul, Würzburg und München. Sie lebt in München und arbeitet als Lektorin, Übersetzerin und Verlegerin.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
250 SeitenHardcover
Erschienen an: August 18, 2020

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Aktuelle Rezensionen(151)

3.4(1028 ratings)
ViolettaRezension von Violetta

Die Prämisse des Buches macht eigentlich großen Spaß. Eine Frau, die von allen in ihrem Umfeld unterschätzt und benutzt wird, entsagt sich dem System und ihrer Rolle als Frau, die auf keinen Fall auffallen darf, indem sie aufhört tierische Produkte zu essen. Dann verliert das Buch aber diesen Fokus und diese Entscheidung wird vor allem als psychische Erkrankung erklärt. Es wird nur über die Frau gesprochen, oft in einer sehr male-gazey Art und am Ende hat sich mit die Metapher nicht ganz erschlossen. Das Buch zieht einen schnell in den Bann und lässt sich schnell weglesen, aber Teil 2&3 haben mich ratlos zurückgelassen.

Anna 🐰Rezension von Anna 🐰

Verstörend, undurchsichtig, fremd. So fühlt es sich also an, wenn man mit den Protagonisten und vorgestellten Charakteren nichts oder nur wenig gemein hat. Aber allein schon wegen der Andersartigkeit kann ich’s empfehlen.

FranziRezension von Franzi

Warum sind Menschen so ?

LeaRezension von Lea

„Die Vegetarierin“ ist definitiv ein ungewöhnlicher Roman, der sich mit Themen wie gesellschaftlichem Druck, psychischer Belastung sowie Gewalt und Verachtung gegenüber Frauen und Tieren beschäftigt. Die Sprache ist dabei sehr einfach, die Handlung hingegen wirkt oft verworren und schwer nachvollziehbar. Der Titel „Die Vegetarierin“ passt für mich nicht und müsste eher ,,die Veganerin“ heißen. Vieles in diesem Buch ist sehr skurril und grotesk, was durch die unsympathischen und teilweise verstörenden Charaktere noch verstärkt wird. Dadurch konnte mich die Geschichte emotional überhaupt nicht erreichen. Besonders gestört hat mich, dass die Protagonistin selbst nie zu Wort kam. Die Mischung aus Psychiatrie, sexueller Gewalt, Pornografie, Tierquälerei und Gewalt war für mich eher verstörend als literarisch beeindruckend. Ich konnte daher nicht nachvollziehen, warum dieses Buch vielfach ausgezeichnet wurde. Am Ende blieb bei mir vor allem die Frage zurück, was genau mir das Buch eigentlich vermitteln wollte. Trotz der interessanten Themen war die Lektüre für mich insgesamt eine große Enttäuschung.

ph.Uh.Rezension von ph.Uh.

Die Protagonistin sucht ihre Selbstbestimmung, sie selbst verwandelt sich mehr und mehr in einen Baum, in etwas friedfertiges, den Übergang zwischen Himmel und Erde. Sie lehnt sich auf gegen ihr Leben in der patriarchalen Gesellschaft und wird schließlich von dieser verstoßen. "Ja und? Ist es denn verboten zu sterben?" ist der Schlüsselsatz in diesem Buch. Einer Frau scheint sogar die Entscheidung des Freitods verwehrt - sie wird zum (Über-)Leben gezwungen. Die Intensität, Farben, Schönheit der Blumen und Güte/Sanftmut der Frauen stehen der männlichen Brutalität entgegen: Die Blumen auf der Haut. Der Hut mit Blumenmuster. Der schweigende Wald. Die sich aufopfernde große Schwester. Die fürsorgliche Mitinsassin. Der gleichgültige Ehemann. Die Geschäftsmänner. Der prügelnde Vater. Der nur sexuell interessierte Schwager. Desinteressierte Ärzte. Grobe Pfleger. All Jene zeigen die Objektifizierung und den gesellschaftlichen Stand der Frau. Auf den ersten Blick wirkt das Buch abstrus, geradezu verstörend, wenn nur die Geschichte selbst betrachtet wird. Bei genauerem Hinsehen kann man die tiefe Symbolik erkennen, die Kritik am Patriarchat und den Wunsch nach Selbstbestimmung und -befreiung der Frau. Schonungslos, ehrlich, direkt: Han Kang schafft ein großartiges Werk.

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