Die Legenden der besonderen Kinder
von Ransom Riggs
"mit diesem kleinen, schmucken Bändchen legt Riggs ein wirklich großartiges Buch vor"
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Die Legenden der besonderen Kinder
von Ransom Riggs
"mit diesem kleinen, schmucken Bändchen legt Riggs ein wirklich großartiges Buch vor"
Aktuelle Rezensionen(1)
https://viciousbooknerd.wordpress.com/2025/10/20/miss-peregrines-peculiar-children-0-5-die-legenden-der-besonderen-kinder/ Ein Märchenbuch aus einer anderen Welt Mit „Die Legenden der besonderen Kinder“ erweitert Ransom Riggs sein faszinierendes Universum rund um Miss Peregrine und ihre besonderen Kinder auf ungewohnte Weise. Statt einer Fortsetzung des bekannten Romans erwartet die Leser hier eine Sammlung von zehn sagenhaften Erzählungen, die als „Mythen und Märchen“ der besonderen Welt fungieren. Riggs greift damit die Idee auf, dass auch in seiner fiktiven Welt Geschichten und Legenden existieren – Märchen, die die besonderen Kinder selbst lesen, um sich zu verstehen, zu erinnern oder zu trösten. Herausgekommen ist ein kunstvoll komponiertes Buch, das zugleich Fantasy, Märchensammlung und Weltvertiefung ist. Handlung und Struktur Das Buch beginnt mit einem humorvollen und leicht schrulligen Vorwort des unsichtbaren Millard Nullings, eines Charakters aus der Hauptreihe. Er tritt hier als Herausgeber der Sammlung auf und gibt der Anthologie eine charmante Rahmenhandlung, die sie fest im Kosmos der besonderen Welt verankert. Es folgen zehn eigenständige Geschichten, die jeweils eine moralische oder symbolische Dimension besitzen – ähnlich klassischen Volksmärchen. Riggs führt seine Leser in vergangene Zeiten, zu den Anfängen der sogenannten Ymbrynes, zu geheimnisvollen Orten und uralten Wundern. Zu den bemerkenswertesten Erzählungen gehören etwa: • „Die großzügigen Kannibalen“, eine bitterböse Satire über Gier und falsche Moral, • „Die Prinzessin mit der gespaltenen Zunge“, eine Geschichte über Identität und Selbstakzeptanz, • „Die erste Ymbryne“, die den Ursprung jener Frauen erzählt, die Zeit und Raum beherrschen, • und „Der Junge, der das Wasser teilte“, eine ergreifende Allegorie über Mut, Glaube und das Anderssein. Jede Geschichte fügt dem Universum von Miss Peregrine ein neues Puzzleteil hinzu – und doch funktionieren sie auch völlig unabhängig von der Hauptreihe. Charaktere und Themen Obwohl die Figuren in den einzelnen Geschichten meist neu und unabhängig voneinander sind, ziehen sich gemeinsame Themen durch alle Erzählungen: • Anderssein als Stärke • Mut, Selbstakzeptanz und Zusammenhalt • Der Umgang mit Angst, Einsamkeit und Ausgrenzung Riggs’ Charaktere sind archetypisch, aber dennoch emotional glaubwürdig. Sie stehen stellvertretend für jene „Besonderen“, die in einer feindseligen Welt ihren Platz suchen. Die Autorität der Ymbrynes, die Tragik der Außenseiter, das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit – all das spiegelt sich in diesen Geschichten wider. Wie bei alten Märchen wirken die Charaktere manchmal bewusst distanziert, fast mythisch. Dadurch entsteht eine gewisse Zeitlosigkeit, die die Geschichten wie uralte Legenden wirken lässt. Sprache und Stil Ransom Riggs bleibt seinem prägnanten, leicht düsteren Stil treu. Seine Sprache ist bildhaft, manchmal ironisch, und stets durchzogen von einer leisen Melancholie. Er versteht es, auf wenigen Seiten eine ganze Welt entstehen zu lassen. Besonders beeindruckend ist die Balance zwischen Märchenhaftigkeit und subtiler Gesellschaftskritik. Viele Geschichten enthalten moralische Botschaften – etwa über Gier, Machtmissbrauch oder Intoleranz –, ohne belehrend zu wirken. Riggs verwebt Fantastik und Nachdenklichkeit zu einer poetischen Einheit. Ein besonderes Lob verdienen die Illustrationen von Andrew Davidson. Die Holzschnitt-artigen Bilder verleihen dem Buch einen altmodischen, fast viktorianischen Charme, der perfekt zum Ton der Geschichten passt. Sie machen die Lektüre zu einem ästhetischen Erlebnis – man möchte jede Seite länger betrachten. Positive Aspekte ✅ Wunderschöne Gestaltung mit detailreichen Illustrationen ✅ Fantasievolle, tiefgründige Kurzgeschichten mit Märchencharakter ✅ Verbindung von Emotion, Humor und leiser Düsternis ✅ Verständlich auch ohne Kenntnis der Hauptreihe ✅ Klare moralische Botschaften und kreative Welterweiterung Fazit „Die Legenden der besonderen Kinder“ ist weit mehr als nur ein Begleitband zur Miss-Peregrine-Reihe – es ist ein literarisches Kunstwerk für sich. Ransom Riggs gelingt es, die vertraute Welt seiner Romane um eine märchenhafte Dimension zu erweitern. Mit poetischer Sprache, liebevoller Gestaltung und kluger Symbolik erschafft er Geschichten, die gleichermaßen unterhalten und berühren. Ob man Fan der Reihe ist oder nicht – dieses Buch lädt dazu ein, sich in eine Welt voller Magie, Moral und Geheimnisse zu verlieren. Es ist ein Märchenbuch für Erwachsene, das mit jedem Lesen neue Facetten offenbart. Ein wunderschön gestaltetes, fantasievolles Buch, das Herz und Verstand gleichermaßen anspricht – mit kleinen Schwächen in der Tiefe mancher Geschichten, aber großem erzählerischem Zauber. 4 von 5 Sternen!