Am Ende hat man eine Liebesgeschichte gelesen. [...] Die Sprache von Arnims ist so präzise wie leise, jedes Wort ist mit Bedacht gewählt – dieses Buch entfaltet seine besondere Kraft, weil etwas wahrhaft Schönes entsteht aus dem Schrecken.
What's Bookie?
- Free delivery in Germany.
- Find your perfect next read.
- Track to motivate you to read more.
- Connect with people like you.
Das Leben ist ein vorübergehender Zustand
Am Ende hat man eine Liebesgeschichte gelesen. [...] Die Sprache von Arnims ist so präzise wie leise, jedes Wort ist mit Bedacht gewählt – dieses Buch entfaltet seine besondere Kraft, weil etwas wahrhaft Schönes entsteht aus dem Schrecken.
Popular Reviews(5)
„Es braucht ein ganzes Dorf um einen Kranken zu pflegen“…ein berührendes, intimes Porträt über was es bedeutet, pflegende Angehörige, Partnerin, Frau zu sein.
Bewegend, schonungslos, ein ehrlicher Einblick über den Umgang mit einem pflegebedürftigen Partner.
An dem Tag, als die Autorin und Journalistin Gabriele von Arnim ihrem Ehemann am Telefon sagt, dass sie ihn verlassen will, bekommt er einen Schlaganfall und wird zum Pflegefall. Es folgen zehn Jahre und weitere Krankheiten, in denen sie ihren Mann bis zu seinem Tod pflegt. Martin Schulze war Auslandskorrespondent, ARD-Chefredakteur und Sportler. Nach seiner Krankheit konnte er nicht mehr deutlich reden, nicht mehr lesen und war größtenteils bewegungsunfähig. Vieles, was ihn als Menschen ausgemacht und angetrieben hat, war nicht mehr möglich. Was bedeutet es, wenn die Krankheit das ganze Leben auf den Kopf stellt? Welche Auswirkungen hat es für den/die Erkrankte:n, aber auch für das pflegende Umfeld? Wie wirken sich Krankheit und Tod auf unseren Blick auf das Leben aus? Gabriele von Arnim nutzt ihre Gedanken und festgehaltenen Erlebnisse aus ihren Tagebüchern, um der Frage nach der Balance zwischen Krankheit und Leben in dem Roman „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ auf den Grund zu gehen: von der Diagnose über Kämpfe mit Krankenhäusern bis hin zur verändernden Beziehung zu ihrem Ehemann sowie ihrem Umfeld. Der Roman liest sich auch als Essay, der behandelt, wie unsere Gesellschaft mit Krankheit und Tod umgeht, wann Fürsorge zu Aufopferung oder Übergriffigkeit wird und welchen Trost die kleinen Dinge im Alltag geben können. Beim Lesen habe ich mir oft die Frage gestellt, wie der Einblick aussehen würde, wenn die Perspektive von einer nicht-privilegierten Familie mit finanziellen Möglichkeiten für Privatärzt:innen sowie Vollzeit-Pfleger:innen aussieht. Der Roman zeigt auch die Missstände in Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen: von falschen Diagnosen und Behandlungen über mangelnde Kapazitäten bis hin zu fehlender Empathie und Respekt für die erkrankten Menschen. Hier zählen nicht nur finanzielle Privilegien. Was machen die Menschen, die kein Umfeld haben, welches sich für sie einsetzt und ihre Stimme ist, wenn sie es nicht mehr können? Gabriele von Arnim berichtet in ihrem Roman von diversen Situationen, in denen viele ihrer gemeinsamen Bekannten und Freund:innen nach der Krankheit ihres Mannes unbeholfen waren und sich komplett zurückgezogen haben. Dabei ist es gerade ein verlässliches Umfeld, das man in dieser Zeit braucht: „Auch um einen Kranken zu pflegen, braucht es ein Dorf, eine Großfamilie." Was mich sehr berührt hat, waren die Vorleser:innen – eine Gruppe von Menschen, die täglich abwechselnd vorbeigekommen sind, um ihrem Mann vorzulesen. Es gab Martin Schulze die Möglichkeit, ein Umfeld zu haben, und Gabriele von Arnim die Freiheit und Zeit, auch auf sich zu achten. Der Roman bringt einen unweigerlich dazu, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, die man gerne verdrängt: sei es der eigene Tod oder schwere Krankheiten oder die Pflege einer nachstehenden wichtigen Person. Trotzdem gab es auch viele tröstliche und warme Momente, die einen mit einem positiven und hoffnungsvollen Blick auf das Buch zurückblicken lassen.
Dieses Buch hat mich zutiefst berührt.
"Und nun?, simse ich einer Freundin. Rock'n'Roll, kommt es prompt zurück." "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" von Gabriele von Arnim habe ich an zwei Tagen Anfang Dezember gelesen. Und habe danach sofort alle von Arnims auf meine Wunschliste gesetzt. Was für ein Buch! Ich konnte es wirklich nicht aus der Hand legen und habe mich mehr als einmal gefragt, warum ich es erst jetzt lese. I mean: "Die Worte beschützen mich. Eingehüllt in einen Mantel aus Sätzen und Seiten und Punkten und Ausrufezeichen, fürchtete ich mich weniger." Das Buch ist so gut, ihm verzeihe ich sogar den Daniel-Schreiber-Blurb, denn ausnahmsweise hat er ja recht!