Kurz vor Weihnachten bemerkt die zehnjährige Jas, dass der Vater ihr Kaninchen mästet. Sie ist sich sicher, dass es dem Weihnachtsessen zum Opfer fallen wird. Das darf nicht passieren. Also betet Jas zu Gott, er möge ihren älteren Bruder anstelle des Kaninchens nehmen. Am selben Tag bricht ihr Bruder beim Schlittschuhlaufen ins Eis ein und ertrinkt. Die Familie weiß: Das war eine Strafe Gottes, und alle Familienmitglieder glauben, selbst schuld an der Tragödie zu sein. Jas flieht mit ihrem Bruder Obbe und ihrer Schwester Hanna in das Niemandsland zwischen Kindheit und Erwachsensein, in eine Welt voll okkulter Spiele und eigener Gesetze, in der die Geschwister immer mehr den eigenen Sehnsüchten und Vorstellungswelten auf die Spur kommen. Was bedeuten Familie, Glaube, Zusammenhalt? Wie kann man anderen beistehen, wenn man mit den eigenen Dämonen zu kämpfen hat? Marieke Lucas Rijneveld hat einen gewagten, einen kräftigen und lebendigen Roman geschrieben, der unsere innersten Gewissheiten hinterfragt.
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Was man sät
By Lucas Rijneveld, Helga van Beuningen
Kurz vor Weihnachten bemerkt die zehnjährige Jas, dass der Vater ihr Kaninchen mästet. Sie ist sich sicher, dass es dem Weihnachtsessen zum Opfer fallen wird. Das darf nicht passieren. Also betet Jas zu Gott, er möge ihren älteren Bruder anstelle des Kaninchens nehmen. Am selben Tag bricht ihr Bruder beim Schlittschuhlaufen ins Eis ein und ertrinkt. Die Familie weiß: Das war eine Strafe Gottes, und alle Familienmitglieder glauben, selbst schuld an der Tragödie zu sein. Jas flieht mit ihrem Bruder Obbe und ihrer Schwester Hanna in das Niemandsland zwischen Kindheit und Erwachsensein, in eine Welt voll okkulter Spiele und eigener Gesetze, in der die Geschwister immer mehr den eigenen Sehnsüchten und Vorstellungswelten auf die Spur kommen. Was bedeuten Familie, Glaube, Zusammenhalt? Wie kann man anderen beistehen, wenn man mit den eigenen Dämonen zu kämpfen hat? Marieke Lucas Rijneveld hat einen gewagten, einen kräftigen und lebendigen Roman geschrieben, der unsere innersten Gewissheiten hinterfragt.
Popular Reviews(3)
Sehr packendes Buch. Es wird die Zeit nach dem Tod des Bruders beschrieben, komplett aus der Sicht eines Kindes. Traurig, grausam, sehr packend geschrieben, konnte es nicht mehr weglegen.
TW ❌: In dem Buch werden unter anderem die Themen Kindesmissbrauch (psychisch und physisch), Suizid, sexueller Missbrauch, Pädophilie, Essstörungen, Zwangsstörungen sowie Tierquälerei und Tiertötung behandelt. Zudem spielen häufig Körperflüssigkeiten aller Art eine Rolle. Diese Rezension beinhaltet keine Nacherzählung dieser Themen. „Was man sät“ erzählt die Geschichte einer einfachen Familie, deren Schicksal unvorstellbare Wendungen nimmt. Als die 10-jährige Jas sich von Gott den Tod ihres ältesten Bruders wünscht, um ihr Lieblingskaninchen zu retten, bricht dieser noch am selben Tag im Eis ein und stirbt. Von da an scheint die Strafe Gottes für die strenggläubige Familie den Alltag zu bestimmen. Es ist gar nicht so leicht zu beschreiben, wie es mir beim Lesen ging. Das Buch ist unglaublich gut geschrieben. Man blickt in die Abgründe des Menschsein. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen in dem ich so tief in die Gedankenwelt einer Figur blicken konnte, so ganz schonungslos und direkt und dann handelt es sich auch noch um ein Kind was tiefe psychische Wunden erlitten hat. Das kommt selten vor…zu wissen, dass es Kinder dort draußen gibt, die das selbe oder ähnliches erleben wie unsere Protagonistin Jas, nimmt einen zutiefst mit. Mich überkamen Allerlei unangenehme Gefühle beim Lesen: Ekel, Wut und Trauer waren die präsentesten. Und trotzdem fiel es mir echt schwer das Buch wegzulegen, so unverblümt ist der Schreibstil. So graphisch. Es ist so, wie ein Kind es erzählen würde, dessen Welt so funktioniert wie sie eben funktioniert. So ehrlich, so unschuldig und doch so hart. Am Ende habe ich mich schlecht gefühlt. Schlecht, weil ich das Gefühl hatte, dass mir das Buch nicht gefallen darf, weil es grausame Dinge beschreibt. Ich habe mich schlecht gefühlt, weil ich mich in einer perfiden Art und Weise unterhalten gefühlt habe. Wie ein Voyeur, der anderen heimlich zusieht und gefallen daran findet. Ein bisschen sät das Buch genau das in einem, was Jas wohl fühlen mag…
Unendlich tief traurig.