Wer leichter glaubt, wird schwerer klug wie man das Zweifeln lernen und den Glauben bewahren kann
von Martin Urban
'Warum trägt man sein Leben lang Geheimnisse mit sich herum? Und nimmt sie dann mit ins Grab.' Alleingelassen mit einem Mischlingskind in der Trümmerwüste Berlins 1946 - das Trauma ihres Lebens hat Neles Großmutter nie verkraftet und an die nächste Generation weitergegeben. Als Nele Niebuhr von der Existenz eines Degas-Gemäldes erfährt, das sich am Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz ihrer verstorbenen Großmutter befunden haben soll, geht es für sie mehr als nur um die Frage nach dem Verbleib eines wahrscheinlich millionenschweren Familienerbes. Denn um das Gemälde rankt sich eine bislang sorgsam verschwiegene Familiengeschichte. Ein schwarzer amerikanischer Besatzungssoldat hatte das Bild einst ihrer Großmutter geschenkt, bevor er auf Nimmerwiedersehen nach Amerika verschwand und sie mit dem gemeinsamen Kind in der Trümmerwüste Berlins allein zurückließ. So jedenfalls hatte es ihre Großmutter erzählt. Nach ihrem Tod findet Nele im Nachlass Hinweise, dass diese Geschichte nur ein Teil der Wahrheit gewesen ist. Sie macht sich auf, den verschollenen Großvater in Amerika zu suchen - und mit ihm das Gemälde und den Schlüssel zum Verständnis ihrer eigenen Herkunft. Mit ihrem Romandebüt ist Larissa Boehning ein großer Wurf gelungen - ein Buch mit einem packenden Stoff, Dramatik, Intelligenz und einer Sprache, biegsam und leuchtend, als sei sie mit Goldfäden durchzogen. Gleichsam nebenbei entfaltet sie über das Private hinaus ein großes Panorama der komplizierten deutsch-amerikanischen Beziehungen vom Weltkrieg bis heute.
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Wer leichter glaubt, wird schwerer klug wie man das Zweifeln lernen und den Glauben bewahren kann
von Martin Urban
'Warum trägt man sein Leben lang Geheimnisse mit sich herum? Und nimmt sie dann mit ins Grab.' Alleingelassen mit einem Mischlingskind in der Trümmerwüste Berlins 1946 - das Trauma ihres Lebens hat Neles Großmutter nie verkraftet und an die nächste Generation weitergegeben. Als Nele Niebuhr von der Existenz eines Degas-Gemäldes erfährt, das sich am Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz ihrer verstorbenen Großmutter befunden haben soll, geht es für sie mehr als nur um die Frage nach dem Verbleib eines wahrscheinlich millionenschweren Familienerbes. Denn um das Gemälde rankt sich eine bislang sorgsam verschwiegene Familiengeschichte. Ein schwarzer amerikanischer Besatzungssoldat hatte das Bild einst ihrer Großmutter geschenkt, bevor er auf Nimmerwiedersehen nach Amerika verschwand und sie mit dem gemeinsamen Kind in der Trümmerwüste Berlins allein zurückließ. So jedenfalls hatte es ihre Großmutter erzählt. Nach ihrem Tod findet Nele im Nachlass Hinweise, dass diese Geschichte nur ein Teil der Wahrheit gewesen ist. Sie macht sich auf, den verschollenen Großvater in Amerika zu suchen - und mit ihm das Gemälde und den Schlüssel zum Verständnis ihrer eigenen Herkunft. Mit ihrem Romandebüt ist Larissa Boehning ein großer Wurf gelungen - ein Buch mit einem packenden Stoff, Dramatik, Intelligenz und einer Sprache, biegsam und leuchtend, als sei sie mit Goldfäden durchzogen. Gleichsam nebenbei entfaltet sie über das Private hinaus ein großes Panorama der komplizierten deutsch-amerikanischen Beziehungen vom Weltkrieg bis heute.
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