4.0

Was nicht gesagt werden kann

von David Szalay

Format:Unknown

»Szalay ist ein scharfsinniger Dirigent der Zeit, des Schicksals und der Kräfte, die ein Leben formen.« Samantha Harvey Was treibt ein Leben an, was verleiht ihm Wert und woran zerbricht es? István, fünfzehn, lebt mit seiner Mutter in einem Plattenbauviertel am Rande einer ungarischen Stadt. Er ist schüchtern und es fällt ihm schwer, die sozialen Codes der Gleichaltrigen zu durchschauen. Als sich aus der widerwilligen Bekanntschaft zu einer Nachbarin im Alter seiner Mutter eine sexuelle Beziehung entwickelt, die István selbst kaum begreift, gerät sein Leben außer Kontrolle. Ein Unfall ereignet sich, ein Mann stirbt. Die Jahre, die folgen, führen István von Ungarn nach London, wo er sich von Job zu Job hangelt und wo jede Abzweigung, die er nimmt, bestimmt ist von den guten oder eigennützigen Absichten Fremder. Während er auf ungeahnte Weise aufsteigt und schließlich fällt, bleibt István selbst beinahe unbeteiligt am Geschehen, sprachlos – ein stiller Beobachter seines eigenen, turbulenten Lebens. Hypnotisch, mit erschütterndem Nachdruck und großer Sensibilität erzählt David Szalay von einem Leben in seinen intimen Momenten – ein Leben, das kaum wahrnehmbar geprägt ist von den Erschütterungen der Gegenwart, der Prekarität menschlicher Existenz in einem kalten Europa. Aus der Begründung der Jury zur Nominierung für die Booker-Longlist 2025: »István steht in vielerlei Hinsicht für das Stereotyp des Maskulinen - körperbetont, impulsiv, von den eigenen Gefühlen entfremdet (und in großen Teilen des Romans sprachlos: Er zählt wohl zu den wortkargsten Figuren der Literatur). Dennoch zeichnet dieses hypnotisierende, fesselnde Buch mit seiner bewusst reduzierten Prosa das überaus bewegende Lebensporträt eines Menschen.« +++ Auf der Liste der Besten Bücher 2025 von Guardian, Observer, Financial Times, Daily Telegraph und Daily Mail. »Ein großartiger Roman und ein meisterliches Beispiel für die Kunst und Anziehungskraft der Reduktion: scharf, vielschichtig und verstörend weise.« William Boyd »Fesselnd und elegant, gnadenlos und bewegend. David Szalay ist ein außergewöhnlicher Schriftsteller.« Tessa Hadley » Was nicht gesagt werden kann ist ein wunderbarer Roman – so brillant und weise erzählt er von Glück, Liebe, Sex, Geld.« David Nicholls »Mit erlesener Präzision und Einfühlungskraft erschafft David Szalay verlorene Männerfiguren, die einen nicht mehr loslassen.« Rachel Kushner »Ein fesselnder Thriller, der allmählich die emotionale Wucht einer klassischen Tragödie aufbaut.« Carys Davies

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
349 SeitenUnknown
Erschienen an: 2025-10-16

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Aktuelle Rezensionen(2)

4.0(20 ratings)
KathRezension von Kath

Gut, aber ich kann nicht sagen warum. Hat mich nicht sehr berührt, ich fand es trotzdem gut. Es rauscht irgendwie vorbei…

Katja_H_PunktRezension von Katja_H_Punkt

Erstaunlicherweise musste ich bei der Lektüre ab und an an Hamlet denken, weil wir es auch hier mit einem notorisch handlungsunfähigen Charakter zu tun haben. Anders als Hamlet jedoch lässt uns István, der Protagonist in Szalays Roman, nicht in fast schon unnötiger Ausführlichkeit an seinen Gedanken teilhaben. Im Gegenteil: Eigentlich weiß ich nach der Lektüre sehr wenig über Istváns Wünsche, Träume oder Motive. Handlungsunfähiger, nicht zu greifender Protagonist. Klingt anstrengend? Ja, ist es mitunter und ich kann auch jeden verstehen, der die sehr minimalistischen Dialoge kritisiert (Zufällig aufgeschlagene Seite: "Verstehen Sie?" "Ja" "Könnten Sie mit ihm reden?" "Natürlich" "Sie wissen, was ich meine?" "Ja" "Ich danke Ihnen.") Trotzdem hat mich das Buch irgendwie gekriegt, weil der Protagonist - ganz ohne eigenes Zutun - schlichtweg ein spannendes Leben führt. Ein Rezensent im Guardian vergleicht István mit Forrest Gump, was ich sehr passend finde. Auch die Konstruktion ließ mich bei der Stange bleiben: Zwischen den einzelnen Kapiteln liegen mal kurze, mal lange Zeitabschnitte und oft scheint das Buch bewusst relevante Momente auszusparen. (Ebenso im Übrigen bei den Dialogen. Die Charaktere kommunizieren durchaus, aber hier wird immer wieder in die indirekte Rede gewechselt, so dass das vermeintlich Relevante für den Leser unausgesprochen bleibt.) Genau das hat für mich einen Sog entwickeln lassen, da ich mich vor jedem neuen Kapitel fragen musste, wo in der Handlung wir jetzt wohl sein würden und was in der Zwischenzeit wohl "Off Screen" passiert ist. Kurzum: Ich fand es ganz erfrischend, als Leser mal nicht an jedem Gedankengang eines Protagonisten teilhaben zu müssen, sondern einfach nur "zuzusehen".

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