Empfehlungen basierend auf "Von Büchern und Inseln"
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von Johanne Lykke Holm
Ein brütend heißer Sommer in einer schmutzigen, trägen Stadt am Fluss. India arbeitet an der Universität dieser Stadt und lebt gemeinsam mit ihrem Freund Kallas in einem Wohnkomplex mit Parkanlage. Da lädt Desma, eine Freundin aus Kindertagen, das Paar in ihr großes Haus am Meer ein, und die beiden fahren hin. Dort angekommen, legt sich jedoch eine seltsame, unheimliche Stimmung über die scheinbare Urlaubsidylle. Im Radio wird von verschwundenen Kindern berichtet, ein Mann ertrinkt fast beim Baden, Feuer wüten in der näheren Umgebung. Eines Nachts tauchen drei Kinder auf, die allein sind und nirgendwo hin können. Desma bietet den Kindern Unterschlupf für die Nacht, aber als sich der Waldbrand weiter ausbreitet, sind sie gezwungen, länger zu bleiben. Die Dinge verkomplizieren sich, als India und Kallas eine liebevolle und fürsorgliche Beziehung zu den Kindern aufbauen und letztlich vor der Fragen stehen, wem Kinder eigentlich gehören, ob sie überhaupt jemandem gehören.In Rote Sonne erzählt Johanne Lykke Holm von Gemeinschaft und Familie, von Fürsorge und Verantwortung, aber auch von drohender Gewalt und Unheimlichkeiten, von Versehrungen, die Menschen ein Leben lang prägen. Johanne Lykke Holm schafft mit ihrer kraftvollen und einzigartigen Bildsprache eine intensive Atmosphäre und erzählt eine Geschichte, die so glaubhaft wie metaphysisch ist, traumgleich und gleichzeitig hellwach.
von Bernadine Evaristo, Saffron Alexander
Nacherzählung des mit dem Booker Prize ausgezeichneten Bestsellers von Bernadine Evaristo: Ein beeindruckender Roman, der die sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten und doch verwobenen Schicksale von zwölf in Großbritannien lebenden schwarzen Frauen erzählt und Fragen über Herkunft, Identität, Feminismus und Diskriminierung aufwirft.
von Rachel Eliza Griffiths
Ein schmerzhaft schöner Roman über das Aufwachsen zweier Schwarzer Mädchen in einem zerrütteten LandDie Schwestern Ezra und Cinthy Kindred wachsen wohlbehütet in Salt Point an der Ostküste der USA auf. Sie verbringen die Tage mit ihrer gemeinsamen besten Freundin Ruby, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass jemals etwas zwischen ihnen stehen könnte. Doch als im Sommer 1957 die Rufe nach Freiheit und Gleichberechtigung der Schwarzen Bevölkerung nach Salt Point dringen, verschiebt sich etwas in der Gemeinschaft. Denn plötzlich werden die Kindreds, eine der einzigen beiden Schwarzen Familien im Ort, von den anderen Bewohnern als Bedrohung angesehen. Ezra und Cinthy müssen all ihre Hoffnung und ihren Mut zusammennehmen, um sich dem Hass, der das ganze Land überflutet, entgegenzustellenMit einer Sprache, die so gewaltig ist und dabei von einer einzigartig klaren Zärtlichkeit, lässt uns Rachel Eliza Griffiths ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte nachspüren. Eine Geschichte aus der Vergangenheit, die aktueller jedoch kaum sein könnte.
von Ljudmila Ulitzkaja
Medea und ihre Kinder - bk1201; Verlag Volk und Welt; Ljudmila Ulitzkaja; Paperback; 1997
von Kay Bratt
Wie weit kann eine Mutter gehen, um ihre Tochter zu retten? Ein bewegender Roman über Widerstandskraft und Hoffnung von US-Bestsellerautorin Kay Bratt.Sadie reist zu ihrer Tochter Lauren nach Kalifornien, um Abstand zu ihrem Ehemann zu gewinnen. Auf einer Wanderung im Yosemite Park verlaufen sich Sadie und Lauren und der Ausflug in die Natur wird für sie plötzlich zu einem Überlebenskampf.In dieser Extremsituation sind Sadie und Lauren nicht nur aufeinander angewiesen, sie sind auch einander näher als seit Jahren. Sie müssen zusammenhalten und sich auf ihre innere Stärke besinnen, um einen Ausweg zu finden. Wird Sadie stark genug sein, um sich und ihre Tochter zu retten?
von Mirinae Lee
Sklavin, Fluchtkünstlerin, Mörderin, Terroristin, Spionin, Geliebte, Mutter, Hochstaplerin – wer ist die geheimnisvolle Frau Mook, die sich durch ein ganzes Jahrhundert mogelt? Acht Leben, die von Nordkorea über Südkorea bis nach Indonesien und China führen – so bunt und vielfältig, dass sie unmöglich dieselbe Frau gelebt haben kann. Oder etwa doch?
von Yoko Kawashima Watkins
Familie Kawashima muss infolge der Kriegswirren aus Nordkorea nach Japan fliehen. Da der Vater in Kriegsgefangenschaft und die Mutter unterwegs gestorben ist, sind die 3 Geschwister völlig auf sich gestellt. Die 13jährige Yoko schildert ihren Alltag, der von bitterer Armut, harter Arbeit und quälender Sorge um den vermissten Vater geprägt ist. Nach einer schlimmen Zeit der Entbehrungen und Schicksalsschläge kommt der Vater zurück, und die grösste Not hat ein Ende. Erschütternd, aber auch spannend zu lesen, mit welchem Einfallsreichtum und zäher Energie sich die Geschwister erfolgreich behaupten; überdeutlich die einfache Moral, die - im Dienste des eigenen Überlebens - zu Güte gegenüber anderen, manchmal auch zu Härte gegenüber eigenen Gefühlen und Bedürfnissen mahnt. Ein eindrückliches, autobiographisches Zeitzeugnis, gleichzeitig ein Appell gegen Krieg und Gewalt in geradliniger, lebhafter Erzählweise. - Breit empfohlen. (IK: Kieg und Frieden).