4.6

Verkauft

von Patricia McCormick

Format:Hardcover

Um Der Familie Finanziell Zu Helfen, Soll Lakshmi Als Dienstmädchen Für Eine Reiche Nepalesische Familie Arbeiten. Es Stellt Sich Aber Heraus, Dass Ihr Stiefvater Sie An Eine Mädchenhändlerin Verkauft Hat, Die Lakshmi In Ein Bordell Bringt. Ab 13.

Mystery, Thriller, Horror & Crime
311 SeitenHardcover
Erschienen an: 2008

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.6(3 ratings)
LeaRezension von Lea

„Verkauft“ ist ein Buch, das absolut ins Herz geht. Vor einigen Jahren hab ich es geschenkt bekommen und seitdem verstaubte es als SuB-Leiche in meinem Regal, um dann endlich, endlich innerhalb von drei Tagen aufgesogen zu werden. Die Protagonistin Lakshmi ist zwar fiktiv, doch ihre Geschichte ist grausame Realität. Wie das Buch zum Schluss informiert, werden jährlich fast 12.000 nepalesische Mädchen von ihren Familien getrennt, um als Prostituierte in Indien zu arbeiten. Weltweit kommen schätzungsweise eine halbe Million Kinder diesem Menschenhandel in die Fänge, um als Sexsklaven zu arbeiten. Die Art und Weise wie distanziert und nahezu beängstigend nüchtern Lakshmi ihre Geschichte erzählt macht fassungslos, untröstlich und wütend auf das Patriarchat. McCormicks Schreibstil lässt aus wenigen, aber dafür treffend gewählten Sätzen Bilder entstehen, die prägen und im Kopf bleiben. Es führt nicht nur vor Augen wie ungerecht es auf der Welt zu sich geht, sondern auch, wie privilegiert die meisten von uns täglich leben und es nicht mal zu schätzen wissen. Dass eine Coca Cola ein Feuerwerk im Mund entfachen kann oder ein amerikanisches Lesebuch, ein Bleistift oder die Hoffnung auf ein Blechdach für ein Mädchen wie Lakshmi die größten Schätze sein können. Ich empfehle wirklich jedem dieses Buch einmal zu lesen. Es werden weder Dinge beschönigt, noch fälschlich dramatisiert, sondern gibt einem nepalesischen Mädchen eine Stimme, die sonst vielleicht nicht gehört werden würde. Das Einzige, was ich mir noch mehr von dem Buch gewünscht hätte, ist, dass die Kapitel noch länger wären oder es zumindest mehr Einblicke in Lakshmis Wahrnehmung gegeben hätte. Die Kapitel sind sehr kurz, häufig nur ein bis zwei Seiten lang und irgendwie hat mir das auch einerseits als Stilmittel gefallen, weil es somit den Eindruck eines Tagebuchs oder Gedankenprotokolls hatte, was es so authentisch wirken ließ. Andererseits gehen so kurze Kapitel nicht tiefgreifender in die Gefühlswelt oder die Hintergrundgeschichten der Figuren ein, was mir ein Stück weit fehlte. Kurz gesagt konnte ich einfach nicht genug von diesem Werk bekommen und es lässt mich auf eine gute Weise nachdenklich zurück. Ganz, ganz große Empfehlung von mir, dieses Buch zu lesen!

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