»Der Roman überzeugt als lebhafte und gut beobachtete Milieustudie, die auch vor dem brisanten Thema ethnischer Rivalitäten nicht zurückschreckt.«
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Tigermilch
»Der Roman überzeugt als lebhafte und gut beobachtete Milieustudie, die auch vor dem brisanten Thema ethnischer Rivalitäten nicht zurückschreckt.«
Aktuelle Rezensionen(2)
Ich fand es ganz gut. Zwischendurch war es nur ein bisschen verwirrend, weil ich zuerst den Film gesehen habe und dann das Buch gelesen habe. Der Film unterscheidet sich vom Film nur minimal.
Ehrlich, rau und ohne Happy End "Tigermilch" von Stefanie de Velasco ist ein Jugendbuch, welches eine ganz eigene Atmosphäre verbreitet und dabei sehr ernste Themen anspricht. Inhalt: Nini und Jameelah sprechen O-Sprache und sind Profis im Wörterverdrehen. Sie sind unzertrennlich und fühlen sich mit ihren vierzehn Jahren fast erwachsen. Deshalb kaufen sie sich Ringelstrümpfe, trinken Tigermilch und üben auf der Kurfürsten für ihr erstes Mal. Sie erschaffen sich eine Welt mit eigenen Gesetzen und überziehen den Staub der Straße mit Glamour. Die Innigkeit ihrer Freundschaft ist Familienersatz. Doch dann werden sie Zeugen, wie der Konflikt in der Familie ihres Freundes Amir eskaliert. Und alles droht zu zerbrechen. (Klappentext) Die Charaktere: In dem Roman treffen wir auf viele unterschiedliche Teenager, die im Großstadtdschungel Berlin leben. Unsere Protagonisten sind Nini und Jameelah. Sie sind beste Freundinnen und kommen beide aus eher schwierigen Verhältnissen. Nini lebt in einer Familie, in der nichts wirklich eine Ordnung hat und man sie eher übersieht. Jameelah lebt nur mit ihrer Mutter zusammen, da ihr Vater und Bruder verstorben sind. Die beiden leben in ständiger Sorge darüber, zurück in den Irak abgeschoben zu werden. Nini und Jameelah sind eigentlich unterschiedlich, aber passen doch super zusammen. Ich fand beide richtig interessante Charaktere, die sehr vielschichtig waren. Hier wurde eine Freundschaft ehrlich dargestellt, da es nicht alles immer toll war, sondern sich die beiden auch öfter mal gestritten haben. Auch die anderen Charaktere fand ich interessant, aber sie wurden nicht so genau beleuchtet. Hier hätte ich mir gern noch mehr von Amirs Familie gewünscht, die schon irgendwie im Mittelpunkt der Geschehnisse stand. Der Schreibstil: Die Autorin hat einen Schreibstil, der mal ganz anders ist, als man ihn sonst so kennt. Hier erzählt Nini die Geschichte. Was mich zu Beginn ein wenig irritiert hat war, dass es zwar wörtliche Rede gab, diese jedoch nicht mit Anführungszeichen angezeigt wurde. Irgendwann sieht man beim Lesen darüber hinweg, jedoch frage ich mich, was die Beweggründe dafür waren. Die Sprache ist hier auch ein wenig vulgär, was sich aber ausgleicht mit teilweise auch poetischen Passagen, dass hat mir sehr gut gefallen. Die Gestaltung: Das Cover ist jetzt nicht das aller schönste, jedoch passt es mit seiner leicht abgegriffenen Optik ebenfalls gut zu der Geschichte. Der Titel passt auch sehr gut, weil man nicht weiß, was einen erwartet. Die Kapitel in dem Buch sind auch etwas länger, aber hier stört es nicht. Da sie in mehrere Absätze unterteilt sind, wodurch einem das Gefühl vermittelt wird, dass man schneller voran kommt. Themen (könnte Spoilern): In diesem Buch geht es nicht nur um eine Freundschaft zwischen zwei Teenagern, die ihre Sommerferien zusammen verbringen. Es geht um so viel mehr, wie beispielsweise, was es heißt als Migrant in Deutschland zu leben. Das Thema Ehrenmord spielt hier auch eine sehr große Rolle. Das Buch ist also definitiv nicht nur leicht und fröhlig, sondern es hat auch sehr melancholische und düstere Seiten. Ich hätte mir auch gewünscht, dass manche Themen mehr ausgebaut geworden wären. Fazit: "Tigermilch"von Stefanie de Velasco ist ein Jugendbuch, welches anders ist. Es werden wichtige Themen angesprochen, die meiner Meinung nach noch mehr ausgebaut hätten werden können. Ich finde es gut, dass außerdem hier nicht nur eine völlig harmonische Freundschaft gezeigt wird, wie das oft so ist, sondern hier wird sich öfter mal gestritten und wieder vertragen. Was ich allerdings als äußerst schwierig ansehe ist, dass übermäßiger Alkoholkonsum und der Babystrich auf eine gewisse Art romantisiert werden. Die Geschichte lässt einen vieles fühlen und auch mit einem leicht angeknacksten Herz zurück, da es hier kein Happy End gibt. Letztendlich kann ich das Buch trotzdem empfehlen, auch wenn der Einstieg ein kleines bisschen schleppend verlief.