CHRISTINA PISHIRIS, geboren in London, kommt aus einer Familie griechisch-zypriotischer Abstammung, und immer, wenn in ihrer (weitläufigen!) Verwandtschaft geheiratet wurde, hieß es, George Michael werde vielleicht auch kommen. Natürlich wurde sie jedes Mal enttäuscht, und aus lauter Frustration begann sie kleine Geschichten auf Papierservietten zu kritzeln. Seitdem hat sie ihr ganzes Leben geschrieben, als Journalistin, später fürs Fernsehen und für Musikdokumentationen. Davon abgesehen hätte sie auch gern so eine Katze wie ihre Nachbarn und nimmt für ihr Leben gern kitschige 80er-Jahre-Playlists auf. Annette Hahn studierte Englische Literaturwissenschaft und Literarische Übersetzung in München und lebt heute in Münster. Sie übertrug Graeme Simsion, Anne Fortier, Zoe Fishman und Elise Hooper ins Deutsche.
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This Is (Not) a Love Song
von Christina Pishiris, Annette Hahn
CHRISTINA PISHIRIS, geboren in London, kommt aus einer Familie griechisch-zypriotischer Abstammung, und immer, wenn in ihrer (weitläufigen!) Verwandtschaft geheiratet wurde, hieß es, George Michael werde vielleicht auch kommen. Natürlich wurde sie jedes Mal enttäuscht, und aus lauter Frustration begann sie kleine Geschichten auf Papierservietten zu kritzeln. Seitdem hat sie ihr ganzes Leben geschrieben, als Journalistin, später fürs Fernsehen und für Musikdokumentationen. Davon abgesehen hätte sie auch gern so eine Katze wie ihre Nachbarn und nimmt für ihr Leben gern kitschige 80er-Jahre-Playlists auf. Annette Hahn studierte Englische Literaturwissenschaft und Literarische Übersetzung in München und lebt heute in Münster. Sie übertrug Graeme Simsion, Anne Fortier, Zoe Fishman und Elise Hooper ins Deutsche.
Aktuelle Rezensionen(3)
Wenn Bridget Jones auf eine griechische Hochzeit trifft Zoë Frixos hat zwei Lebensaufgaben. Erstens: Sie ist Musikjournalistin und neue Chefredakteurin der angeschlagenen Londoner Musikzeitschrift „Re:Sound“ und kämpft verzweifelt darum, das Magazin vor dem Aus zu bewahren. Zweitens: Sie hasst Liebeslieder. Beruflich problematisch, persönlich konsequent. Denn nach einer alten, nie ausgesprochenen Jugendliebe hat Zoë jeden Glauben an die romantische Komödie verloren. Doch dann passieren mehrere Dinge gleichzeitig. Simon, der Nachbarsjunge ihrer Jugend und ihre große heimliche Liebe, taucht plötzlich wieder in London auf – frisch geschieden, charmant wie eh und je. Gleichzeitig nervt der unausstehliche PR-Manager Nick Zoë mit einem Deal, den sie eigentlich nicht eingehen will. Und ihr Bruder plant seine Big Fat Greek Wedding, bei der die ganze griechisch-zypriotische Verwandtschaft Zoë auf jedem Quadratmeter über ihren Single-Status auslacht. Zoës Leben wird zur Komödie, mit Soundtrack, versteht sich. Christina Pishiris schreibt mit einer Leichtigkeit und Selbstironie, die genau die Mischung trifft, die gute britische RomComs ausmacht. Wer Bridget Jones, Sophie Kinsella oder die jüngeren Beth O’Leary und Mhairi McFarlane mag, wird sich hier sofort wohlfühlen. Pishiris‘ Stil ist pointiert, witty, mit einer angenehmen Mischung aus Zynismus und Romantik. Zoë als Erzählerin hat genau diese leicht müde, gleichzeitig charmant beobachtende Stimme, die das Genre liebt. Was ich besonders schätze: Die Dialoge sind richtig stark. Pishiris hat ein Ohr für die kleinen Pointen, die zwischen zwei Sätzen aufblitzen, für die ironischen Spitzen, die Zoës Schlagfertigkeit zeigen. Die deutsche Übersetzung trägt das gut, der britische Humor zündet auch auf Deutsch, was nicht selbstverständlich ist. Hier liegt für mich der absolute USP des Romans: die Musik als zweite Hauptfigur. Jedes Kapitel ist nach einem ikonischen Liebeslied benannt, und der Song ist nie zufällig gewählt. Er kommentiert die Handlung, gibt eine Stimmungsrichtung vor, verbindet das Kapitel mit einer musikalischen Erinnerung. Wer beim Lesen Lust hat, kann sich eine Spotify-Playlist parallel laufen lassen und hat eine Bonus-Lese-Erfahrung, die ich so nur selten erlebt habe. Diese Musikalität durchzieht das ganze Buch. Zoë ist eine glaubwürdige Musikjournalistin – ihre Beobachtungen über Boybands, Indie-Acts und vergessene Soul-Diven sind kenntnisreich, ihre Begeisterung für Musik ansteckend. Wer Musik liebt, bekommt hier ein doppeltes Vergnügen: eine charmante RomCom plus eine Liebeserklärung an die Popmusik. Zoës Familie ist eines der Highlights des Romans. Pishiris, selbst Tochter einer griechisch-zypriotischen Familie, schreibt diese Verwandtschaft mit so viel Liebe, Humor und Detailgenauigkeit, dass man das Gefühl hat, mit am Hochzeitstisch zu sitzen. Die Mutter, die ständig kommentiert, was Zoë im Leben verpasst. Die Tanten, die in jedem Telefonat heimliche Heiratsvermittlung betreiben. Der Bruder, der seine Hochzeit zum Lebensereignis der Großfamilie aufbaut. Wer „My Big Fat Greek Wedding“ geliebt hat, wird hier sofort heimisch. Pishiris karikiert ihre eigene Kultur mit Wärme und Selbstironie. Das ist nie respektlos, immer liebevoll. Diese Familien-Dynamik gibt dem Buch eine zusätzliche Ebene, die viele RomComs vermissen lassen. Ich gestehe: Mein Herz schlägt für Simon. Pishiris zeichnet ihn als die klassische „erste große Liebe, die nie war“ – charmant, nahbar, mit dieser sympathischen Verletzlichkeit, die nach einer gescheiterten Ehe noch greifbarer wird. Die Szenen zwischen Zoë und Simon haben diese ganz eigene Magie, die man nur dann hinbekommt, wenn zwei Menschen eine gemeinsame Geschichte haben. Was ich besonders schätze: Pishiris idealisiert Simon nicht. Er hat Ecken und Kanten, eigene Wunden, eigene Unsicherheiten. Er ist nicht der makellose Prince Charming, er ist ein echter Mensch mit echter Geschichte. Das macht ihn als Love Interest interessant, weil er sich nicht in der typischen Romance-Schablone bewegt. Zoë selbst ist eine sympathische, glaubwürdige Heldin. Sie ist tough, zynisch, professionell ehrgeizig, aber im Gefühlsleben unsicher und manchmal blind für das Offensichtliche. Diese Mischung macht sie nahbar. Pishiris zeigt sie nicht als perfekte Frau, sondern als Mensch mit Widersprüchen: kompetent im Job, chaotisch im Privatleben, mit einem großen Herzen unter der ironischen Oberfläche. Was ich an Zoë besonders mag: ihre Loyalität gegenüber ihren Kolleg:innen. Wenn sie für ihre Mitarbeiter:innen kämpft, wenn sie das Magazin verteidigt, wenn sie die Boy-Band nur widerwillig hypen will, weil sie weiß, dass es ihre journalistische Glaubwürdigkeit kostet – das alles macht sie zu mehr als nur einer Romance-Heldin. Sie ist eine Frau mit Berufsethos. Und das ist erfrischend. Eines der charmantesten Elemente des Buchs: Pishiris baut einen fiktiven Geheimagenten namens Zak Scaramouche in die Handlung ein, der eine besondere Funktion in einer Beziehung im Roman übernimmt. Ohne zu spoilern: Diese kleine Idee ist so süß, so kreativ, so liebevoll umgesetzt, dass sie zu einem der Highlights des Buches gehört. Solche kleinen Originalitäten heben das Buch über die Genre-Standardware hinaus. Auch die Marcie-Tyler-Subhandlung, in der Zoë das Comeback-Interview ihrer Lieblings-Sängerin jagt, ist sehr clever gemacht. Sie verbindet die Romance-Handlung mit Zoës Berufsleben, gibt dem Buch Tiefe und sorgt für ein paar wirklich überraschende Wendungen am Ende. Pishiris erfindet das Genre nicht neu, aber sie spielt mit seinen Tropes mit Esprit, Wärme und Originalität. Die Mischung aus britischer RomCom-Selbstironie, griechisch-zypriotischer Familien-Komödie und Liebeserklärung an die Musik ist einzigartig. Wer schon ein Dutzend RomComs gelesen hat, findet hier eine erfrischend andere Note. Wer das Genre gerade entdeckt, bekommt einen perfekten Einstieg. Mein Fazit: „This Is (Not) a Love Song“ ist eine der charmantesten RomComs, die ich seit Langem gelesen habe. Christina Pishiris hat alles richtig gemacht: pointierte Sprache, sympathische Hauptfigur, glaubwürdige Love Interests, eine liebevoll gezeichnete Familien-Welt und eine musikalische Klammer, die das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis macht. Wer „Bridget Jones meets My Big Fat Greek Wedding“ als Kombi reizvoll findet, bekommt hier genau das – und noch eine Spotify-Playlist obendrauf. Mein Tipp: laut hören beim Lesen. Empfehlenswert für Fans britischer RomComs wie Helen Fielding, Beth O’Leary, Mhairi McFarlane oder Sophie Kinsella. Für Musikfans, die Liebesgeschichten mit Soundtrack mögen. Für alle, die griechisch-zypriotische Familien-Dynamik im Stil von „My Big Fat Greek Wedding“ lieben. Auch ein wunderbares Geschenk für Romance-Fans, die noch nicht jeden Beth-O’Leary-Klon gelesen haben. Eher nichts für Leser:innen, die literarisch anspruchsvolle Belletristik bevorzugen, mit britischer RomCom-Selbstironie nichts anfangen können oder moderne BookTok-Romance im Stil von Hannah Grace oder Elsie Silver bevorzugen – das hier ist Romance der etwas älteren, britischen Schule.
Ein interessantes Cover und ein toller Klappentext. Beide haben mich sehr neugierig auf das Buch gemacht und ich wurde letztendlich nicht enttäuscht. Kurzer Stolpermoment zu Beginn Die ersten Seiten war zwar noch schwierig und ich wusste nicht genau, ob mir das Buch gefallen wird. Aber das hat sich nach den ersten zwei Kapiteln sofort verbessert und ich konnte direkt in die Geschichte eintauchen. Zu Beginn hatte mir der Faden gefehlt, der dann aufgenommen wurde. Die Schwierigkeit lag wahrscheinlich daran, dass direkt viele Namen gefallen sind und ich diese erstmal in Ruhe zuordnen musste. Das ging zum Glück sehr schnell. Wendungen zum Spannungserhalt Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Ich kam sehr flüssig durch das Buch und hatte viel Spaß. Die Spannung hielt sich die ganze Zeit aufrecht. Das lag vor allem daran, dass es immer wieder neue Wendungen gab, die die Achterbahn der Gefühle immer auf Trab hielten. Als Leserin habe ich immer gedacht, jetzt wüsste ich Bescheid. Dann kam die Autorin mit einem neuen Detail um die Ecke und hat mich wieder aufgewirbelt. Dadurch wurde ich sehr am Lesen gehalten und wollte nach jedem Kapitelende sofort weiterlesen. Protagonistin Zoë hat es mir sehr angetan. Sie war stark und hatte aber auch weiche Seiten. Eine gute Mischung, die perfekt zur Handlung gepasst hat. Ich konnte mit ihr fühlen und habe mit ihr gehofft. Sie wirkte auf mich wie ein sehr realer Charakter und hat sehr nachvollziehbar gehandelt. Unterschiedlichste Charaktere Auch die anderen Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sie waren alle sehr unterschiedlich, haben aber trotzdem perfekt zusammengepasst. Dadurch hat die Handlung eine tolle „Würze“ bekommen, denn die diversen Eigenschaften haben zu unterschiedlichen Gedanken und Gefühlen geführt. Natürlich wurde in „This is (not) a love song“ das Rad nicht komplett neu erfunden. Daher konnte ich mir bestimmte Szenen schon ungefähr vorhersehen. Trotzdem hatte ich großen Lesespaß und habe das Gefühlschaos genossen. Auch das Ende war keines mit einem neuem Feuerwerk, aber das verlange ich auch gar nicht. Für mich war die Geschichte sehr gut abgerundet und hat mich glücklich zurückgelassen. Fazit Eine tolle Liebesgeschichte aus der Musikbranche, die mir sehr gut gefallen hat. Definitiv weiterzuempfehlen!
<b> Mein Rezensionsexemplar habe ich vom Verlag via Netgalley erhalten.</b> Zoë ist eine Musikjournalistin in London. Leider droht ihr Magazin bald eingestellt zu werden. Deswegen muss sie um jeden Preis dafür sorgen, eine Titel-Story zu bringen, die die Verkaufszahlen steigert. Auf dieser Mission trifft sie den PR-Manager Nick, welcher einen Deal mit ihr eingeht, um ihre Karriere zu retten. Gleichzeitig kehrt Simon, ihr frisch geschiedener, bester Freund nach London zurück, für den sie schon seit ihrer Kindheit schwärmt. Nun muss Zoë also ihr Liebesleben und ihre Karriere gleichzeitig meistern. Jedes Kapitel ist mit einem Song versehen, die man alle in der zum Buch gehörigen Playlist auf Spotify finden kann. Diese Playlist habe ich mir beim Lesen angehört und ich habe sie geliebt! Darin sind so viele Songs, die ich noch nie gehört habe, ich mir aber jetzt noch sehr oft anhören werde. Der Schreibstil im Buch ist sehr flüssig und witzig und hat mich schon von der ersten Seite an gepackt. Ich war sofort in der Geschichte und habe mich zusammen mit Zoë durch die Musikwelt bewegt. Außerdem wurden die Gefühle der Figuren sehr deutlich und anschaulich dargestellt. So konnte man sich schnell mit allen identifizieren und ihre Handlungen nachvollziehen. Zoë als Protagonistin mochte ich sehr. Dadurch, dass sie schon ein bisschen älter ist, konnte sie fundierte Entscheidungen treffen und hatte einen Plan für ihr Leben. Natürlich gab es auch bei ihr den einen oder anderen Moment, in dem sie nicht mehr weiter wusste, aber ich fand diese Momente haben sehr schön mit ihrer emotionalen Entwicklung korreliert und diese nur noch unterstrichen. Sie war einfach sehr realistisch dargestellt. Die beiden männlichen Hauptfiguren haben anfangs keinen besonders guten Eindruck bei mir hinterlassen. Ich mochte einfach beide nicht… Aber nachdem wir die beiden näher kennengelernt haben, habe ich mich – genau wie Zoë – in einen der beiden verliebt. Und sie hat meiner Meinung nach definitiv die richtige Wahl getroffen! Leider wusste ich zwischenzeitlich nicht so ganz, wo die Handlung hinwollte. So gerne ich durch den Schreibstil auch weitergelesen habe, manchmal war ich doch etwas ratlos, was als nächstes passieren sollte. Irgendwie hat mir der berüchtigte rote Faden gefehlt. Das Ende kam meiner Meinung nach ein bisschen zu schnell. Die Handlung vorher wurde so detailreich und ausführlich beschrieben, aber das letzte Kapitel hat nur an der Oberfläche gekratzt. Vor allem, weil ich gerne noch ein paar mehr Szenen mit Zoë und ihrem Auserwählten gelesen hätte. Und von der anderen männlichen Hauptfigur wurde nur noch am Rande geredet. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Alles in allem war „This is (not) a love song“ aber ein sehr gelungener Liebesroman, der den Leser in die Welt der Musik entführt und mit einem witzigen, sehr flüssigen Schreibstil und vielschichtig ausgearbeiteten Charakteren glänzen kann. 3,5/5 Sterne