4.3

Stadt der großen Träume

von Fredrik Backman

Format:Softcover

In Björnstadt halten die Menschen zusammen. Ihre Devise ist: hart arbeiten, nicht beschweren und dem Rest der Welt zeigen, woher wir kommen. Das Leben hier war noch nie leicht, aber nun steht die Zukunft auf dem Spiel. Alle Hoffnungen liegen auf den Schultern ein paar junger Leute. Da geschieht in einer eiskalten Nacht etwas, was kaum jemand glauben mag. Etwas, was für Björnstadt alles verändert. Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, Familien und Nachbarn – jeder muss für sich entscheiden, auf welcher Seite er steht.Ein hoch spannendes und zutiefst berührendes Buch, das die wichtigen Fragen unserer Zeit stellt: Wie können wir Liebe und Familie bewahren? Was bedeutet Heimat? Was hält uns zusammen? Wem können wir glauben? Und für wen würden wir lügen?

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
506 SeitenSoftcover
Erschienen an: 2019-09-01

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Aktuelle Rezensionen(3)

4.3(16 ratings)
Elci BonesRezension von Elci Bones

Die Geschichte in dieser verschneiten Kleinstadt wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und es dauerte eine Weile, bis ich reinkam. Noch länger hat es aber irgendwie gedauert, die Charaktere zuzuordnen. Man lernt einen Sportverein kennen mit seinen Mitgliedern, die Trainer, eine Mutter, zwei Spieler und eine Tochter und das war irgendwie ganz schön viel (und auch ein Grund, warum es mir schwer viel, eine Bindung aufzubauen). . Als kein großer Eishockeyfan hat es mich nicht sonderlich gestört, dass für fast alle dieser Sport das Wichtigste ist, das es gibt. Anstrengender und nicht so toll fand ich vielmehr die Mannschaftsmentalität. Jüngere wurden nieder gemacht, ausgelacht und allgemein wurden Frauen nicht mit Respekt behandelt und teilweise als Objekt behandelt. Die Beleidigungen und Ausdrücke haben zwar einen Teil dazu beigetragen, den "harten Sport" und "die schroffe Männlichkeit" zu verdeutlichen, fand ich beim Lesen aber einfach nur störend und ich hatte dabei absolut keinen Spaß. . Umso schöner fand ich die Freundschaft zwischen Ana und Maya. Ana ist etwas tougher und hält trotz allem zu Maya. Diese liebt und lebt nämlich für Musik und leidet auch darunter, dass alle in der Stadt so auf den Sport fixiert sind (ich fand es wirklich sehr extrem). Etwa in der Mitte des Buches, als die Story endlich etwas Fahrt aufnimmt, geschieht etwas, das nicht nur das Eishockey-Team, sondern auch die ganze Stadt auseinanderreißt (klingt extrem, aber es war wirklich so, was schlichtweg an dieser Sportmentalität der Kleinstadt lag). . Insgesamt fand ich die Geschichte ganz gut, Familie, Zusammenhalt und Freundschaft sind große Aspekte und ziehen sich von vorne bis hinten durch, aber wie oben schon aufgeführt, war mir die Wichtigkeit des Sports zu krass.

Florenz HeldermannRezension von Florenz Heldermann

Kannte ich Backman vorher nur als FeelGood Autor, hat mich dieses Buch echt überrascht. Irgendwie düster und nüchtern, mit einen Funken Hoffnung. Klasse. Nicht vom deutschen Titel abschrecken lassen. Hört sich an wie Rosamunde Pilcher ist aber eher "13 Reasons why" oder ein Kleinstadt "The Wire"

Monika Rezension von Monika

TW: In diesem Buch geht es um Vergewaltigung. Es steht nicht auf dem Klappentext, aber ich finde man sollte es wissen, bevor man es liest. Die ersten 100 Seiten haben sich für mich sehr gezogen, sodass ich den Roman erst mal pausiert hatte. Zu viele Perspektiven, manchmal nur einen Abschnitt lang, bevor man wieder wechselt. Außerdem hat Backmans Schreibstil hier eine Eigenheit, deren Fan ich nicht gerade bin, nämlich das gar nicht subtile Anspielen auf zukünftige Geschehnisse. Wie "später würde er sich wünschen das/dies/jenes anders gemacht zu haben", "im Nachhininein würde sie sich erinnern, dass....". Aber DANN! Es geht um eine Stadt, die alles auf einen Sport setzt. Der Erfolg ihrer Mannschaften entscheidet, wie viel in ihre Gemeinde investiert wird, wie viele Arbeitsplätze es geben wird. Den Jungs der Gemeinde wird beigebracht, dass sie mit allem durchkommen werden, solange sie in ihrem Sport erfolgreich sind. Sie sind gewalttätig, beledigen eine Lehrerin sexistisch, mobben Schwächere oder Ärmere, ihr Beleidigungsrepertoir besteht aus "Fräulein, Hure, Fotze, schwul". Ihnen wird eingebläut, dass ihr Sport nur die allerhärtesten toleriert und in dieser Welt ist es das Schlimmste schwach zu sein, weiblich, schwul. Das Männlichkeitsideal, das den Jungs vorgespielt wird, ist ein sehr klassisches, konservatives. Als einer von ihnen ein Mädchen vergewaltigt, setzt ein Teil der Stadt alles daran, dass er auch damit durchkommen wird. Man denunziert sie und ihre Familie, behauptet sie würde lügen, sie hätte es durch ihr eigenes Verhalten provoziert oder sie hätte den Zeitpunkt der Anzeige so gewählt, dass es dem Täter, und damit dem Sport, am meisten schaden würde. Diese Täter-Opfer-Umkehr ist ein großer Teil des Romans. Und macht so wütend. In der Charakterisierung gibt es trotzdem kein Schwarz/Weiß. Die Sympathisanten haben Fehler, sind moralisch grau. Ich kann den Täter oder andere Figuren hassen und ihnen nicht vergeben, und trotzdem bricht mein Herz beim Gedanken an das, was sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Backman untersucht Beweggründe für Handlungen. Es gibt überraschende Allianzen und Wendungen, der Roman ist zutiefst menschlich. Backman schreibt trotzdem mit viel Liebe zu diesem Sport. Man kann etwas lieben und trotzdem die Fehler in der Weise sehen, wie es gelebt wird. Ich weiß nicht viel über Eishockey in schwedischen Kleinstädten, aber es gibt viele Parallelen zum deutschen Fußball. Obwohl man die vielen Figuren nur häppchenweise kennenlernt, schließt man einige von ihnen unglaublich schnell ins Herz. Ihre kleinen verletzlichen Momente machen Hoffnung. Manche von ihnen mögen sehr idealistisch geschrieben sein, aber das schadet dem Buch nicht. Benji hat mein ganzes Herz.

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