3.3

Siegfried

von Antonia Baum

Format:Hardcover

«So unausgesprochen wie exemplarisch porträtiert Antonia Baum drei deutsche Nachkriegsgenerationen, bis hin zu den Enkeln, die doch plötzlich von Ängsten und Wünschen heimgesucht werden, denen sie schon entkommen zu sein glaubten.»

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
256 SeitenHardcover
Erschienen an: February 23, 2023

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Aktuelle Rezensionen(2)

3.3(6 ratings)
Sally84Rezension von Sally84

Ein Familienroman über Verdrängung und die Folgen. Die Protagonistin schwankt zwischen verschiedenen sozialen Milieus und befindet sich am Rande eines Nervenzusammenbruches.

ArminRezension von Armin

„Zu Hause. Ich dachte immer, das sei nichts, es gäbe so etwas nicht in meinem Leben, es gab ja kaum Gerüche und Spuren in den Räumen, in denen Siegfried und meine Mutter sich bewegen, aber das stimmte nicht. Es gab dort Ordnung, Reihenfolge, glatte Flächen, nichts lag herum, und mit Jonnys Geburt fing es an, dass ich das auch wollte, mich danach sehnte, während die Angst immer stärker wurde, eine brutale Angst, Angst vor der miesen Sorte.“   Eines Morgens beschließt die namenlose Ich-Erzählerin in die Psychiatrie zu fahren, anstatt zu ihrem Termin in den Verlag. Sie hatte ein ganzes Jahr Zeit einen Roman zu schreiben, den sie bald abgeben muss, aber die Seiten blieben leer. Außerdem beichtet sie ihrem Freund Alex, mit dem sie eine gemeinsame Tochter namens Johnny hat und zusammenwohnt, ihn mit ihrem Verleger Benjamin betrogen zu haben. Ihr Leben scheint komplett aus dem Ruder zu laufen.   In ihrem neusten Roman „Siegfried“ erzählt Antonia Baum aus einer bitteren Zeit. Drei Frauenfiguren, ein Mann. Siegfried. Er ist der Stiefvater der Ich-Erzählerin, Hildes Sohn und Mann der anderen. Siegfried hat das Geld, die Macht, er ist alles. Die Mutter Hilde vergöttert und verehrt ihn. Fast wirkt es so, als wäre er der neue Alexander Der Große. Seine Frau hingegen hat einen anderen Blick auf ihn. Und die Ich-Erzählerin ist zwischen der eigenen Mutter und Stiefvater gefangen. Die Geschichte kommt mit wenigen Figuren klar und zeigt das spannende Verhältnis zwischen drei Generationen aus einer Zeit, in der nichts gut war. Außer grüner Persil-Pappkarton.   Erst nach 190 (!) Seiten fing das Buch mir zu gefallen. Zumindest so, dass ich es doch nicht abbrechen wollte. Ich weiß nicht, woran es lag, aber vielleicht waren die Erwartungen sehr hoch. Anfangs ging mir alles viel zu langsam und es schien mir zu viele Beschreibungen zu geben, dass ich immer abgeschweift bin. Ich wusste nicht, was das Buch werden soll. Was soll die Geschichte mir vermitteln? Am Ende dachte ich, dass der Anfang so langsam vorankommt, liegt schlicht daran, dass die Ich-Erzählerin in der Psychiatrie schläft und im Schlaf alles verarbeitet, was sie verdrängt hat. Plötzlich ergab alles Sinn. Für mich zumindest. Ich fand den Roman ganz okay. Mich hat das Buch jetzt nicht begeistert, vielleicht weil ich es nicht verstanden habe? Aber nett war es.

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