"Der Wind fegt Sandschwaden und einen rollenden Busch durch die Straßen der Geisterstadt High Lonesome - und über eine mumifizierte Leiche, die seit mindestens 50 Jahren unentdeckt dort lag. Weil der Tote der örtlichen Polizei Rätsel aufgibt, nehmen sich FBI-Agentin Corrie Swanson und ihre Freundin, die Archäologin Nora Kelly, des Falls an. Bei der Untersuchung des Leichnams finden die beiden Frauen nicht nur heraus, dass der Mann eines entsetzlichen Todes starb - er trug auch ein unschätzbar wertvolles Goldkreuz aus dem 16. Jahrhundert bei sich. Nur warum hat sein Mörder das Kleinod nicht an sich genommen?" --
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Old Bones - Das Gift der Mumie
von Douglas Preston, Lincoln Child, Michael Benthack
"Der Wind fegt Sandschwaden und einen rollenden Busch durch die Straßen der Geisterstadt High Lonesome - und über eine mumifizierte Leiche, die seit mindestens 50 Jahren unentdeckt dort lag. Weil der Tote der örtlichen Polizei Rätsel aufgibt, nehmen sich FBI-Agentin Corrie Swanson und ihre Freundin, die Archäologin Nora Kelly, des Falls an. Bei der Untersuchung des Leichnams finden die beiden Frauen nicht nur heraus, dass der Mann eines entsetzlichen Todes starb - er trug auch ein unschätzbar wertvolles Goldkreuz aus dem 16. Jahrhundert bei sich. Nur warum hat sein Mörder das Kleinod nicht an sich genommen?" --
Aktuelle Rezensionen(1)
Also ich muss sagen, tatsächlich hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen und war - vor allem nach dem letzten Band - eine wirklich positive Überraschung für mich. Beginnend bei dem Schreibstil, welchen ich in diesem Teil wirklich als deutlich besser als im Vorgänger wahrgenommen habe. Während ich Diesen hier nämlich noch als eher oberflächlich wahrnahm, gab es in diesem Teil nun viel mehr Tiefe und zudem wurde an vielen Stellen auch wirklich ins Detail gegangen, wodurch ich - besonders zu Anfang - wirklich kurz ein wenig überrascht war und mich gefragt habe, wie sich der Schreibstil innerhalb von zwei Büchern derart drastisch verändern und verbessern kann. Tatsächlich habe ich für diesen Umstand auch nach dem Abschluss des Buches noch keine wirkliche Erklärung gefunden, da der Kontrast an vielen Stellen derart stark war, dass die Theorie - dass die beiden Autoren sich beim Schreiben der Bücher abgewechselt haben - gar nicht mal so unsinnig vorkommt. Ein Punkt, welcher mir jedoch nach wie vor auch in diesem Band als eher negativ im Kopf geblieben ist, war leider das Fehlen wirklicher Emotionalität und in Teilen auch schon eine gewissen Emotionslosigkeit, wobei ich allerdings auch hierbei anmerken muss, dass Dies sich im ersten Teil dann doch als weitaus extremer dargestellt hat, da in diesem Band dann doch noch etwas mehr Gefühlsregungen vorhanden waren als dies im Vorgänger der Fall war. Eventuell könnte dieser Punkt allerdings auch daran gelegen haben, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven geschrieben und hier auch stets aus der Dritten Person erzählt wurde, was - meiner Erfahrung nach häufiger - mit einem geringeren Fokus auf die Gefühlswelt der einzelnen Figuren einhergeht. Eine Sache welche ich mit diesem Punkt im Zusammenhang dann jedoch - vor allem in Bezug auf den letzten Band - wiederum als sehr positiv bewertet habe, ist der Fakt, dass nur drei verschiedene Sichtweisen vorlagen, was zu einer besseren Übersicht geführt und bei mir dazu beigetragen hat nicht zu sehr von den unterschiedlichen Sichtweisen und Perspektiven verwirrt und ein Stück weit auch "überladen" zu werden. Auch gefielen mir die Figuren in diesem zweiten Teil um einiges besser als dies im Ersten der Fall war. Fairerweise muss ich an dieser Stelle aber anmerken, dass ich nicht eindeutig feststellen kann, ob dies wirklich daran gelegen hat, dass Diese besser geschrieben und mir als Leser nahegebracht wurden, oder einfach dem geschuldet war, dass mir die Figuren bereits bekannt waren, jedoch steht fest, dass ich die Charaktere in diesem Band nochmal um einiges lieber gewonnen habe. So stehen wie bereits in "Tote lügen nie" auch hier wieder die beiden Frauen Corrie Swanson und Nora Kelly als Protagonistinnen im Mittelpunkt der Handlung und wie auch im vorangegangenen Teil muss ich sagen, dass mir Swanson persönlich am sympatischten war, auch wenn sie in diesem Buch leider einige kleinere "Aussetzer" hatte, auf welche ich jedoch im späteren Verlauf noch einmal genauer eingehen werde. Leider muss ich an dieser Stelle jedoch auch einmal erwähnen, dass sich auch in diesem Teil wieder wesentlich mehr auf Swanson als auf Kelly fokussiert wurde und dies sogar noch stärker als zuvor, da Letztere in diesem Buch an vielen Stellen häufig - vor allem zu Beginn - eher wie ein Nebencharakter gewirkt hat, als wie eine Hauptfigur. So wurde wenig auf sie als Person, geschweigedenn auf ihre Hintergründe oder Vergangenheit eingegangen und sie blieb auch nach Teil 2 für mich eher blass und auch leicht farblos, sodass ich hoffe, dass es in den nächsten Büchern möglicherweise gelingen wird noch einmal einen genaueren Blick auf Kelly zu werfen und den Fokus ein wenig mehr auf sie zu legen. Abgesehen von der - doch schon leichten Enttäuschung - was Kelly anging, muss ich jedoch sagen, dass mir die vorkommenden anderen Charaktere doch als sehr positiv und gut ausgearbeitet in Erinnerung geblieben sind. Vor allem hervorheben sollte ich hier den Ausbilder von Swanson Morwood, welcher in dem Buch - wie ich fand - noch einmal eine größere Rolle eingenommen und auch wirklich einen eigenen Charakter entwickelt hat, was ich sehr gerne gesehen habe. Allerdings waren auch andere Charaktere wirklich gut ausgearbeitet, wenn sie auch teils nur kleinere Hintergrundrollen hatten. Auch muss ich anmerken, dass mir die Charakterentwicklung - insbesondere von Swanson - sehr zugesagt hat. So erlebt Diese zu Beginn des Buches einen Einsatz, welcher sie sehr fordert und im späteren Verlauf auch dazu beiträgt das Misstrauen ihres Chefs auf sich zu ziehen, sowie auch dazu führt, dass sie immer mehr Schwierigkeiten hat in ihrer Laufbahn voranzukommen, geschweigedenn von ihren Kollegen ernst genommen zu werden. Hier muss ich auch anmerken, dass mir diese Weiterentwicklung wirklich gefallen hat und ich es viel besser fand, dass sie nach ihrem Triumph im ersten Fall in Teil 1 nicht wirklich weitergekommen und bei ihren Kollegen eine so viel bessere Stellung genießt, sondern für diese immer noch eine eher unscheinbare Figur am Anfang der Karriere darstellt. So empfand ich diese Entwicklung als sehr viel realistischer als wenn sich nach diesem einen Fall alles geändert hätte und sie bei ihren Kollegen nun zur wahren Heldin geworden wäre. Zum Abschluss an diesen Punkt würde ich hier jedoch gerne noch einmal auf einen der kleinen "Aussetzer" eingehen, welche sich Swanson während dem Buch geleistet hat, beziehungsweise welchen sich das Buch an sich an diesem Punkt meiner Meinung nach geleistet hat. So muss Swanson ziemlich zu Beginn mit einem Mann von der Spurensicherung zusammenarbeiten, mit welchem sie daraufhin einige eher weniger schöne gemeinsame Stunden verbringen muss. So fällt dieser Mann mehrmals durch sehr sexistische und im allgemeinen fragwürdige Aussagen auf und ist dann natürlich, damit auch Jeder verstanden hat was für ein unglaublich schlechter Mensch er doch ist, auch noch egoistisch, unprofessionell, ein Alkoholiker und dann zum kröhnenden Abschluss auch noch ein Grabräuber ( was hier an dieser Stelle kein Spoiler ist, da es im Grunde bei der ersten Begegnung anhand seiner Gedanken klar wird und es auch keinen wirklichen Plott innerhalb des Buches darstellt ). Nachdem er sich bei der Begegnung mit Swanson dann ein paar zu viele Sprüche erlaubt - welche nebenbei angemerkt auch tatsächlich auf einem sehr primitiven und klischeebeladenen "Frau muss in die Küche" Niveu ablaufen - drückt sie ihm ebenfalls einen Spruch rein und wird am nächsten Tag dann von ihrem Ausbilder zurechtgewiesen mit der Begründung sie sollte es sich zu Beginn ihrer Karriere nicht direkt mit Allen verschertzen und ein paar Dinge auch einfach aushalten, woraufhin es dann erst einmal zu einem ausschweifenden Monolog ihrer Seite aus kommt, in welchem sie sich darüber beschwert, wie sehr sie aufgrund ihres Geschlechts doch benachteiligt wird und dass Morwood ihr niemals gesagt hätte sie sollte einige Sachen doch einfach aushalten, wenn sie ein Mann wäre. An dieser Stelle muss ich einmal klarstellen, dass Aussagen wie von ihrem Kollegen natürlich in keinem Fall okay sind und ich Diese natürlich zutiefst verurteile, jedoch muss ich gleichzeitig auch anmerken, dass sich die Szene für mich ziemlich unangenehm gelesen hat. So hatte ich nicht das Gefühl, dass es in Dieser wirklich darum ging auf ein Problem aufmerksam zu machen, sondern lediglich dazu diente, entweder eine politische Botschaft zu vermitteln, oder - und das vermute ich eher - den Sinn hatte zu zeigen wie unglaublich stark und feministisch Swanson doch ist und wie sie sich gegen das sexistische System stellt, wobei ich hier anmerken muss, dass dieser Moment von ihr tatsächlich eher etwas out of Charakter war, da sie normalerweise in keinster Weise irgendwelche feministischen Botschaften verbreitet und ich es bei ihr bisher hingegen sogar eher angenehm fand, dass sie einfach ihr Ding gemacht und mit keinem Wort erwähnt hat, dass sie ja eine Frau ist und deswegen irgendwelche Sachen nicht könnte, oder es ja so schwer hätte. Deswegen ist mir diese Szene etwas unangenehm aufgestoßen und ich hatte hier auch das Gefühl sie wäre mit Gewalt in die Geschichte hineingequetscht worden, um nun unter Zwang eine feministische Botschaft zu vermitteln, wobei sie seltsam deplaziert wirkte. Wenn ich in Überleitung hieran nun auf auf die Geschichte an sich eingehe, muss ich hier zunächst einmal anmerken, dass mir Diese wirklich sehr gut gefallen hat und ich sie auch als sehr viel besser und auch spannender empfand als die im letzten Teil. So ist es hier wirklich durchgehend spannend und es stellen sich viele Rätsel, welche dann mit der Zeit gelöst werden und in immer unterschiedliche Richtungen weisen. Wieso die Story in diesem Buch besser war als im Vorgänger, könnte sich womöglich auch damit beantworten lassen, dass sich die Handlung in diesem Teil an immer unterschiedlichen Orten abspielt, während es im letzten Teil im Grunde nur einen Ort gab, andem man sich als Leser im Grunde durchgehend befand, was auf die Dauer schon ein wenig langweilig werden konnte. Ein Detail welches ich in diesem Band jedoch leider etwas vermisst habe und in welchem dieser Teil schon etwas gegenüber seinem Vorgänger zurückstellen musste, war leider, dass es in diesem Buch nicht wirklich viel um Archäologie und Ausgrabungen allgemein ging und die Szenen diesbezüglich relativ schnell abgehakt wurden. Im Gegensatz hierzu wurde jedoch genauer auf die Ermittlungsarbeit des FBI eingegangen, was ich auch relativ interessant fand. Hinzukommend wurde auch viel Zeit darauf verwendet auf die Geschichte des Wilden Westens und die Kämpfe zwischen Indianern und Siedlern einzugehen, was ich sehr interessant fand, vor allem da mich diese Historie wirklich sehr fasziniert und ich - durch dieses Buch - auch Dinge gelernt habe, welche ich noch nicht wusste, insbesondere über das Volk der Apachen. Allgemein muss ich aber noch einmal sagen, dass ich die Story wirklich extrem gut ausgearbeitet und auch durchdacht fand. An dieser Stelle würde ich nun allerdings auch noch auf den zweiten kleinen "Aussetzer" eingehen, welcher mir aufgefallen ist. So kommt es im späteren Verlauf des Buches dazu, dass sich Kelly ein Beweisstück aus dem Asservatenbüro von Swanson ausleiht und dieses anschließend nicht einmal zurückbringt, sondern es - zu allem Überfluss - sogar noch "verschenkt", was nicht nur eine höchst illegale Angelegenheit, sondern zugleich auch noch äußerst unrealistisch ist. Hinzukommend konfrontiert Swanson Kelly in einer darauffolgenden Szene dann selbstverständlich mit dem Fehlen des Besweismittels und wird auch wütend, jedoch hat sich die Sache dann - nachdem Kelly meint, dass sie eine neue Information erhalten hat - so ziemlich erledigt und es wird so dargestellt, als wäre die Situation nun einfach egal und im Grunde nie passiert, was ich schon wirklich sehr absurd fand. Ebenso wie beim Vorgänger habe ich was das Ende betrifft ebenfalls nicht wirklich viel Positives zu sagen. So war es mir - wie auch schon in Teil 1 - auch hier wieder sehr früh klar, wer der, beziehungsweise die Täter sein würden, was in diesem Buch jedoch auch beabsichtigt sein musste, da es immer wieder angedeutet, sowie in Teilen auch eindeutig erwähnt wurde, wodurch die Auflösung am Ende auch nicht wirklich eine Überraschung war. Hinzukommend war das Ende an sich dann auch eher seltsam und ich muss sagen, dass die letzten Kapitel weniger einem normalen Thriller, als viel mehr einem Splatter Aktionroman ähnelten. So hatte ich hier das Gefühl, dass die Charaktere aus dem Ballern gar nicht mehr herauskamen und eine wirkliche Handlung auch im Grunde garnicht mehr vorhanden war, wenn man einmal von zwei aufeinander schießenden Lagern absieht. Im Übrigen empfand ich auch den Schluss im letzten Kapitel wirklich sehr dubios, da hier - genauso wie auch am Ende von Teil 1 - wieder der selbe Charakter - welcher zuvor NICHTS mit der Handlung zu tun hatte - wie aus dem Nichts auftauchte um dann aus heiterem Himmel das letzte Rätsel zu lösen und den Tag zu retten. Wieder einmal habe ich mich an diesem Punkt gefragt, inwiefern diese Entwicklung am Ende wirklich nötig gewesen wäre und ob die Autoren den, in die Ermittlungen involvierten Ermittlern, nicht einfach zutrauen können mal einen Fall ganz alleine zu lösen, ohne dass sie am Ende immer Jemanden brauchen der ihnen die entgültige Lösung vorkaut, damit Diese dann den Fall zu den Akten legen können. Nun ja, als Fazit würde ich am Ende ziehen:"Ein an sich wirklich gutes Buch, welches mich - vor allem mit Blick auf den Vorgänger- wirklich sehr überrascht hat, welches jedoch einige kleinere, sowie auch größere Fehler und Merkwürdigkeiten aufweist. Alles in allem jedoch eine Empfehlung für Leute die Thriller mit historischem Bezug mögen und mit einem etwas komischen Ende leben können".