3.7

Nur nachts ist es hell

von Judith W. Taschler

Format:Hardcover

Der neue große Roman von Judith W. Taschler, die es „versteht, den Leser zu fesseln.“ Sebastian Fasthuber, Falter Elisabeth ist das jüngste der vier Brugger-Kinder. Im Ersten Weltkrieg arbeitet sie als Lazarettschwester, nach dem Krieg studiert sie Medizin. Sie heiratet den Sohn einer alteingesessenen Wiener Ärztefamilie, der versehrt von der Südfront zurückgekehrt ist. Die beiden führen gemeinsam eine Praxis. Elisabeth kann die Augen nicht verschließen vor dem Elend der Frauen, die in ihrer Verzweiflung eine Engelmacherin aufsuchen. Sie muss sich die Frage stellen, wie weit sie bereit ist zu gehen … Eine besonders enge Beziehung hat sie zu ihrem Bruder Eugen, sie ist die Einzige, die von seiner Affäre mit der Frau seines Zwillingsbruders Carl weiß. Als Eugen eine Familie vor der SS versteckt, wird er selbst zum Gesuchten. War es Carl, der ihn verraten hat?

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
320 SeitenHardcover
Erschienen an: August 19, 2024

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Aktuelle Rezensionen(2)

3.7(6 ratings)
Madame RivkeleRezension von Madame Rivkele

"Nur nachts ist es hell" von Judith W. Taschler geht der Roman "Über Carl reden wir morgen" voraus, was mir nicht bewusst war. Es lässt sich zwar auch als ein eigenständiges Buch lesen, doch ich kann mir vorstellen, dass es in mancherlei Hinsicht von Vorteil ist, wenn man auch die Geschichte Carls kennt, der der große Bruder der Ich-Erzählerin ist. "Nur nachts ist es hell" ist im Prinzip ein etwas über 300-seitiger Brief von Elisabeth Tichy an ihre Großnichte Christina Brugger, in dem sie ihre Lebensgeschichte erzählt. Anhand ihres Lebens gibt die Ich-Erzählerin außerdem einen Abriss der Geschehnisse der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wieder: Vom Attentat in Sarajevo und dem Ersten Weltkrieg, über die verschiedenen Erfindungen und sonstigen Errungenschaften während der Zwanziger Jahre, bis hin zum Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit. Besonders im Fokus steht dabei die Geschichte der Gynäkologie und die (moralische) Frage des Schwangerschaftsabbruchs. Leider waren die Schilderungen, die an sich sehr informativ waren, in meinen Augen nicht in der Erzählung eingebettet, sondern kamen immer etwas überraschend daher. Die Tatsache, dass es sich um eine Art Brief handelt, führt dazu, dass sich das Buch, trotz einiger Dialoge, wie ein sehr langer Monolog liest, was dazu führt, dass weder die Protagonistin selbst noch die anderen Figuren so recht an Tiefe gewinnen. Schade fand ich außerdem, dass sie in Bezug auf ihre (verlorene) Jungfräulichkeit von einem "fehlendem Hymen" redet, das ihr "im Krieg abhanden gekommen war". Dadurch wird der Mythos des Jungfernhäutchens, das beim ersten Geschlechtsverkehr reist (und blutet) und somit der (sexuellen) Unterdrückung der Frau dient, nicht aufgeklärt, sondern auch noch bestärkt. Ich bin mir sicher, dass anderen das Buch gefällt. Da es, bis auf die Hymen-Szene, auch sehr gut recherchiert zu sein scheint, denke ich, dass es ein gelungener historischer Roman ist. Ich selbst habe mich allerdings schwer getan, ihn zu Ende zu lesen.

Jacqueline Rezension von Jacqueline

Ein Buch, welches mich immer wieder gefesselt hat. Ab und an gab es Phasen, indem es mir schwer fiel weiterzulesen (aufgrund der Geschichte, meiner Lesemotive, o.ä) - aber dann wiederum konnte ich es nicht mehr aus der Hand lesen. Was mir definitiv geholfen hat: die „Vorgeschichte“ („über Carl reden wir morgen“), sowie der Stammbaum auf der letzten Seite. Eine schöne und bewegende Geschichte von der ich noch nicht genug gelesen habe (hoffentlich geht es noch weiter .. 💭) 📖.

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