Empfehlungen basierend auf "Mutter Courage und ihre Kinder. Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg."
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von Heimito Doderer
Die Dämonen sind einer der bedeutendsten Großstadtromane diese Jahrhunderts. Gestalten des Wiener Großbürgertums und des Adels, Arbeiter und Intellektuelle, aber auch Typen der Halb- und Unterwelt sind zu einem schillernden gesellschaftlichen Gewebe verflochten. Hinter dem eleganten Charme der Fünfuhrtees und Tennisturniere werden Unsicherheit, politische Fragwürdigkeiten und sexuelle Ausschweifung sichtbar. Die Handlung läuft von Anfang an auf den Brand des Wiener Justizpalastes am 15. Juli 1927 zu, den Doderer als „Cannae der österreichischen Freiheit“ begreift: Im Verlauf der Auseinandersetzungen zwischen „Frontkämpfern“ und Republikanischem Schutzbund waren mehrere Arbeiter umgebracht worden. Nach dem Freispruch der Mörder durch die Justiz brachen Arbeiterunruhen aus, die von der Polizei blutig niedergeschlagen wurden. Obwohl die Schicksale der Figuren meist nur indirekt mit diesem historischen Ereignis verknüpft sind, gehört es zu Doderers kunstvoller Komposition, daß sich zahlreiche ihrer Lebensprobleme an diesem Tag klären.
von Fjodor Dostojewskij
In den »Aufzeichnungen aus dem Kellerloch« von Nietzsche als »wahrer Geniestreich der Psychologie« bezeichnet - stellt sich ein kranker, verbitterter »Einzelner«, der seine Existenz in einer erbärmlichen Petersburger Kellerwohnung fristet, gegen die von der Utopie des »Kristallpalastes« und des kollektiven Glücks beherrschte fortschrittsgläubige Ideologie eines Jahrhunderts, verteidigt das Recht auf Freiheit gegen das Diktat einer alles beherrschenden »Vernunft«.
von Erich Kästner
»Fabian« ist Erich Kästners Meisterwerk. Doch das Buch wurde vor seinem Erscheinen 1931 verändert und gekürzt, denn der junge Kästner hatte in seinem ersten Roman alle Register gezogen. Das machte das Manuskript für den Verlag zu einem Sprengsatz, den das Lektorat mit spitzen Fingern entschärfte. Das Buch erschien schließlich entgegen Kästners ursprünglicher Intention unter dem Titel »Fabian«. Jetzt liegt der Roman zum ersten Mal so vor, wie ihn Kästner geschrieben und gemeint hat – unter dem Titel, den Kästner ursprünglich vorgesehen hatte: »Der Gang vor die Hunde«. Vom Kästner-Experten Sven Hanuschek herausgegeben und Wort für Wort rekonstruiert.
von Manfred Allner
Text, Materialien und weitere ausgewählte Erzählungen und Gedichte.Weitere Kurzgeschichten: An diesem Dienstag - Nachts schlafen die Ratten doch - Die Küchenuhr - Das Brot - Die drei dunklen Könige - Eine Geschichte nach einer Geschichte: Demet Catalyürek: Der Schallplattenspieler.Ausgewählte Gedichte: Ich möchte Leuchtturm sein - Laternentraum - In Hamburg - Legende - Versuch es - Brief aus Russland - Nachts - Liebesgedicht. Zu dieser Textausgabe ist folgendes Unterrichtsmodell aus der Reihe EinFach Deutsch erschienen: Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür. ISBN 978-3-14-022340-9
von John Irving
About the Author John Irving has been nominated for a National Book Award three times winning in 1980 for the novel The World According to Garp. In 1992, Irving was inducted into the National Wrestling Hall of Fame in Stillwater, Oklahoma. He won the 2000 Oscar for Best Adapted Screenplay for The Cider House Rules. In 2001, he was elected to the American Academy of Arts and Letters. Irving's most recent novel is In One Person (2012).
von Wolfgang Borchert
Wolfgang Borchert died in 1947––the twenty-six-year-old victim of a malaria-like fever contracted during World War II. This was just one day after the premier of his play, The Man Outside , which caused an immediate furor throughout his native Germany with its youthful, indeed revolutionary, vision against war and the dehumanizing effects of the police state. In a very real sense, Borchert was both the moral and physical victim of the Third Reich and the Nazi war machine. As a Wehrmacht conscript, he twice served on the Russian front, where he was wounded, and twice was imprisoned for his outspokenness. His voice speaks plainly and powerfully from out of the war’s carnage all the more poignantly for its being cut short at so young an age.
von Stefan Zweig
Ja, es stimmt, was der kurze Einführungstext im Sammelband Meistererzählungen formuliert: Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) war ein Erzähler aus Leidenschaft. Seit er 1904 seine erste Novelle veröffentlichte, blieb er dieser Gattung bis zu seinem Freitod im Exil auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in Petrópolis bei Rio de Janeiro treu. Er tat dies in einer psychologisch durchdringenden, schon damals wohl leicht antiquiert klingenden Sprache. Hin und wieder hat Zweig die Leidenschaft für das Erzählen auch übermannt, etwa in den überaus pathetisch daher kommenden Sternstunden der Menschheit. Im Idealfall aber hat er sie kanalisiert und die menschlichen Leidenschaften selbst zum Gegenstand seiner Geschichten werden lassen.Meistererzählungen besteht fast ausschließlich aus solchen Idealfällen. Versammelt sind die Erzählungen:- Brennendes Geheimnis- Der Amokläufer- Brief einer Unbekannten- Die Frau und die Leidenschaft- Verwirrung der Gefühle- Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau- Episode am Genfer See- Die unsichtbare Sammlung- Schachnovellewobei letztere sicher die bekannteste, bei weitem aber nicht die beste Erzählung Zweigs darstellt. So ist denn jeder aufgerufen, mit Hilfe dieser überaus preisgünstigen Sonderausgabe auch die anderen, mehr oder weniger bekannten (und zum Teil fast 100 Seiten umfassenden) Geschichten des österreichischen Klassikers zu entdecken. Aber auch für jene, die sie bisher nur in vergilbten Taschenbuchausgaben aus Schulzeiten im Bücherregal stehen haben, lohnt sich die Anschaffung. Denn Meistererzählungen ist nicht nur ein sehr preisgünstiges, sondern auch noch ein wunderschön gemachtes Buch.Einziger Wermutstropfen ist da lediglich, dass man sich nicht nur einen Zwölfzeiler als Begleittext, sondern ein ausführliches Vor- oder Nachwort als Einführung beziehungsweise Ausklang gewünscht hätte. Aber dies ist wohl noch am ehesten zu verschmerzen. --Stefan Kellerer
von Hans Fallada
Rudolf Ditzen alias HANS FALLADA (1893 Greifswald – 1947 Berlin), zwischen 1915 und 1925 Rendant auf Rittergütern, Hofinspektor, Buchhalter, zwischen 1928 und 1931 Adressenschreiber, Annoncensammler, Verlagsangestellter, 1920 Roman-Debüt mit »Der junge Goedeschal«. Der vielfach übersetzte Roman »Kleiner Mann – was nun?« (1932) macht Fallada weltbekannt. Sein letztes Buch, »Jeder stirbt für sich allein« (1947), avancierte rund sechzig Jahre nach Erscheinen zum internationalen Bestseller. Weitere Werke u. a.: »Bauern, Bonzen und Bomben« (1931), »Wer einmal aus dem Blechnapf frißt« (1934), »Wolf unter Wölfen« (1937), »Der eiserne Gustav« (1938).