5.0

Manchmal weißt du, was geschehen wird

von Lina Thiede

Format:Hardcover

Wie weit gehen wir, wenn wir hungern? Im 22. Jahrhundert scheint das Problem der menschlichen Ernährung gelöst. Die großen Krisen sind überwunden. Untergang und Verfall scheinen aufgehalten und die Welt glaubt sich in einem gerechteren, friedlicheren Zustand. Der ‚Frieden‘ basiert auf einer neuartigen Technologie, einer Verschiebung im Urgefüge des Menschseins. Menschenähnliche Wesen, die Nutritor:innen, sind für den Großteil der Bevölkerung die einzigen Nahrungsquellen geworden. Sie verfügen über ein zweites Organ, das altbekannt vorkommt: eine Nabelschnur, die Menschen verbindet, sie ernährt, aber auch in Abhängigkeit versetzt. Der Hunger, stets an eine Person geknüpft, wird persönlich, steht im Kampf mit Liebe, Familie und Selbstbestimmung. Manchmal weißt du, was geschehen wird webt die Perspektiven unterschiedlichster Protagonist:innen zusammen. Die Leser:innen begleiten sie auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft inmitten einer Welt von ersten und zweiten Menschen. Was sie nicht wissen: Die Schicksale der Figuren sind so eng miteinander verflochten, dass die fatale Entscheidung eines Einzelnen ausreicht, um das Leben aller aus der Bahn zu werfen. Lina Thiedes neuer Roman Manchmal weißt du, was geschehen wird ist eine luzide transhumanistische Vision, die mitten auf die drängenden Fragen unserer Gegenwart zielt. Diese Climate Fiction steht in der Tradition von Philip K. Dick, Ursula K. Le Guin und Margaret Atwood. Sie richtet sich an Fans anspruchsvoll sowie spannend erzählter Belletristik und gedankenreicher Fantastik.

Science-Fiction & Fantasy
272 SeitenHardcover
Erschienen an: March 21, 2025

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Aktuelle Rezensionen(1)

5.0(1 ratings)
JulesRezension von Jules

(Werbung wegen Rezensionsexemplar) "Manchmal weißt du, was geschehen wird" von Lina Thiede ist im Radiator Verlag erschienen. Die Geschichte spielt im 22. Jahrhundert und zeigt, dass die Menschheit eins der komplexen Probleme der Überbevölkerung gelöst hat: es gibt keine Nahrungsmittelknappheit mehr! Stattdessen ermöglicht eine neue Technologie es sogenannten Nutritor:innen über eine künstliche Nabelschnur Menschen zu versorgen. Diese genetisch veränderten Wesen werden deswegen nicht als Lebewesen gezählt und entsprechend schlecht behandelt. Durch die Perspektive von verschiedenen Charakteren erfahren wir mehr über diese Situation, die sich immer mehr Zuspitzung. Ich finde, Lina hat es geschafft in ihrem Buch eine wichtige moralische Frage aufzuwerfen, die mich lange nach dem Beenden weiterhin umtreibt. Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um? Welche Rechte gestehen wir Dinge zu, die nicht sind wie wir und warum halten wir uns für die überlegene Spezies? Ein großartiges Buch, welches im Bereich Climate Fiction angesiedelt ist und auch Meistern dieses Genres in nichts nachsteht.

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