Empfehlungen basierend auf "Mami muss mal raus Tagebuch einer gestressten Mutter : Roman"

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von Natasha Trethewey

»Eine Meditation über Rassismus, Klassenzugehörigkeit und Trauer. Und am Ende doch sehr positiv - einfach herzzereißend.« Barack ObamaNatasha Trethewey ist neunzehn Jahre alt, als sich ihr Leben für immer verändert: ihr ehemaliger Stiefvater erschießt ihre Mutter. Heute stellt sich die mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Dichterin die Frage, wie diese Erfahrung sie zu der Künstlerin geformt hat, die sie geworden ist. Eindringlich und mit schonungslosem Blick nimmt Trethewey diese tiefgreifende Erfahrung von Schmerz, Verlust und Trauer als Ausgangspunkt, um den tragischen Verlauf des Lebens ihrer Mutter zu erkunden und zu verstehen, wie ihr eigenes Leben durch deren unerschütterlicher Liebe und Widerstandskraft geprägt wurde. Indem sie die Lebenslinien ihrer Mutter im zutiefst von Rassentrennung geprägten amerikanischen Süden und die ihrer eigenen Kindheit als »Kind von Rassenmischung« in Mississippi nachzeichnet, lotet Trethewey ihr Gefühl der Entwurzelung und des Unbehaustseins in jener Zeit aus, die in dem erschütternden Verbrechen mündet, das sich 1985 am Memorial Drive in Atlanta ereignete.

von Jo Leevers

Einfach so hat Georgies Mutter Nancy ihre Familie vor 20 Jahren verlassen – ohne Erklärung, ohne Abschied. Jetzt, wo Georgie selbst Mutter wird, kann sie das noch weniger verstehen als damals. Aber sie hat das Gefühl, Antworten zu brauchen, um in ihrem eigenen Leben endlich zur Ruhe zu kommen. Zusammen mit ihrem Bruder Dan macht Georgie sich auf die Suche nach Nancy. Unterwegs kommen Erinnerungen an ihre Kindheit zurück, die mehr und mehr Fragen aufwerfen. War es etwa Georgies Schuld, dass Nancy gegangen ist? Was die Geschwister über ihre Familie herausfinden, erschüttert all ihre Gewissheiten. Und es stellt Georgies eigene Entscheidungen infrage.

von Emma Steele

"lebendig und berührend"

von Denene Millner

Drei Frauen. Drei Generationen. Ein Schicksal, das sie eint.Brooklyn 1969: Als die unverheiratete Afroamerikanerin Grace schwanger wird, will sie nur eines: ihr Kind gegen alle Konventionen behalten. Doch das Baby wird ihr weggenommen und wächst bei einem jungen Ehepaar auf. Obwohl Rae sehr früh von ihrer Adoption erfährt, stellt sie keine Fragen. Für sie sind Delores und Tommy ihre „richtigen“ Eltern. Das ändert sich jedoch, als mit dem Tod ihres Vaters ein Geheimnis ans Licht kommt, das Rae dazu zwingt, sich mit ihrer Herkunft auseinanderzusetzen – und mit ihren beiden Müttern.Meisterhaft verwebt Denene Millner die Leben von Grace, Delores und Rae zu einem Generationen umspannenden Epos von den Südstaaten in den 1960ern über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung bis ins heutige New York. Ein hochaktueller Roman darüber, wie Herkunft, Kultur und die Last der Geschichte afroamerikanische Frauen bis heute prägen und darüber, dass es keine stärkere Macht gibt als die Liebe einer Mutter.

von Sue Monk Kidd

Die Autorin erzählt die christliche Überlieferung vom Leben Jesu mit feministischem Anspruch. Nämlich stellt sie diesem eine Ehefrau zur Seite: Ana. Ana ist ein jüdisches Mädchen aus reichem Haus, das gegen seinen Willen mit einem Witwer verheiratet werden soll. Ana hat lesen und schreiben gelernt, beherrscht vier Sprachen. Sie ist sich der Unterdrückung der Frauen in der jüdischen Tradition bewusst, schreibt deren Geschichten auf. Ihr Vater dient Herodes. Ana hat sich in Jesus verliebt. Als der Witwer überraschend stirbt, kann sie Jesus' Frau werden. Unterstützt wird Ana in allem von ihrer Tante Yaltha. Ana warnt Herodes' Frau vor dessen Scheidungsplänen, wird verfolgt, flieht mit Yaltha erst zu deren Bruder, später zu den Therapeutae. Als Ana von dem Verrat ihres Bruders an Jesus erfährt, kehrt sie zurück und erlebt die Kreuzigung. Wenn auch die christliche Überlieferung relativ naiv behandelt wird, so stellt die Autorin existenziell bedrückenden Situationen einfühlsam und eindrücklich dar.

von Usama Al Shahmani

Aida spricht nicht gern über ihre irakische Herkunft. Sie beginnt niederzuschreiben, was sie nicht sagen kann, lässt ihre Gefühle in arabische Buchstaben und deutsche Worte fallen. Als ihr Vater beschließt, in den Irak zurückzukehren, müssen Aida und ihre große Schwester mit – und werden empfangen von einer Heimat, mit der sie nichts verbindet.

von Bernadine Evaristo, Saffron Alexander

Nacherzählung des mit dem Booker Prize ausgezeichneten Bestsellers von Bernadine Evaristo: Ein beeindruckender Roman, der die sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten und doch verwobenen Schicksale von zwölf in Großbritannien lebenden schwarzen Frauen erzählt und Fragen über Herkunft, Identität, Feminismus und Diskriminierung aufwirft.

von Adeline Dieudonné

Die namenlose Ich-Erzählerin ist zehn Jahre alt, ihr Bruder Gilles sechs. Über fünf Sommer verfolgt der atemlos gebannte Leser ihren Überlebenskampf in einer grauen Siedlung in den 1990er-Jahren, einem Haus voller Gewalt mit einer durchsichtigen Amöbe als Mutter und einer Hyäne als Vater, der sich mit Whiskey allzu oft in einen Blutrausch säuft. Mittendrin passiert ein Unfall, für den sich das Mädchen die Schuld gibt und an dem sein kleiner Bruder zu zerbrechen droht. Um es ungeschehen zu machen und ihn zu schützen, widmet es seine ganze Kraft den Naturwissenschaften, in der trügerischen Hoffnung, mit einer Zeitreise alles wieder gut zu machen, um das wirkliche Leben und nicht nur eine falsche Skizze zu leben. - Mit einer Sprachgewalt im doppelten Sinne und einer ausserordentlichen Intensität fesselt die Geschichte ab dem 1. Satz. Dieudonné (Jahrgang 1982) erzählt diesen Coming-of-Age-Roman so, dass er einen wie ein Fieber packt und erst wieder loslässt, wenn es zu Ende ist. In Frankreich bereits mehrfach ausgezeichnet, wird er sicherlich auch in Deutschland von sich reden machen. Unbedingt kaufen!

von Lydia Schwarz

Endlich in Frieden leben und die Freiheit auskosten – das ist Annas einziger Wunsch, als ihre Flucht aus der Diktatur Mitteleuropas gelingt und sie auf afrikanischem Boden mit ihren Eltern wieder glücklich vereint ist. Doch der Kontakt zu ihrem besten Freund Felix ist abgebrochen. Und ihre erste große Liebe Adonis wird immer noch gefangen gehalten von dem rückständigen Regime, auf dessen Todesliste er steht. Der Verlust ist groß. Zu groß? Wie schon beim erfolgreichen ersten Band der «Kreuzträgerin»: Das Buch liest sich wie ein Actionfilm mit feinem geistlichen Durchsatz. Nicht nur die Lesetemperatur steigt – Anna geht diesmal ins ferne Afrika.