Gänsehaut pur – der SPIEGEL-Bestseller jetzt im TaschenbuchEines Nachts verschwand seine geliebte Schwester Annie. Aus ihrem eigenen Bett. Das ganze Dorf ging auf die Suche. Alle befürchteten das Schlimmste. Und dann, wie durch ein Wunder, kehrte sie vierundzwanzig Stunden später zurück. Aber sie konnte – oder wollte – nicht sagen, was ihr zugestoßen war. Und auch er konnte es sich nicht erklären. Er wusste nur, dass sie nicht mehr dieselbe war. Nicht mehr seine Annie. Und er bekam Angst. Mörderische Angst vor seiner eigenen kleinen Schwester ...
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Lieblingskind
von C.J. Tudor, Werner Schmitz
Gänsehaut pur – der SPIEGEL-Bestseller jetzt im TaschenbuchEines Nachts verschwand seine geliebte Schwester Annie. Aus ihrem eigenen Bett. Das ganze Dorf ging auf die Suche. Alle befürchteten das Schlimmste. Und dann, wie durch ein Wunder, kehrte sie vierundzwanzig Stunden später zurück. Aber sie konnte – oder wollte – nicht sagen, was ihr zugestoßen war. Und auch er konnte es sich nicht erklären. Er wusste nur, dass sie nicht mehr dieselbe war. Nicht mehr seine Annie. Und er bekam Angst. Mörderische Angst vor seiner eigenen kleinen Schwester ...
Aktuelle Rezensionen(7)
Wenn die kleine Schwester zurückkehrt, aber nicht mehr dieselbe ist Arnhill, ein kleines englisches Dorf im Herzen der ehemaligen Kohle-Region. Ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und die Vergangenheit sich weigert, vergessen zu werden. Hier verschwand vor 25 Jahren Joe Thornes geliebte kleine Schwester Annie aus ihrem eigenen Bett. 24 Stunden später kehrte sie wie durch ein Wunder zurück, aber sie war nicht mehr dieselbe. Etwas Dunkles, Fremdes war zurückgekommen mit ihr. Und Joe bekam Angst vor seiner eigenen kleinen Schwester. Jetzt, 25 Jahre später, kehrt der erwachsene Joe zurück nach Arnhill. Er unterrichtet an der Schule, in der er selbst einmal Schüler war, aber der wahre Grund ist ein anderer: Ein weiteres Kind ist verschwunden, und die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Das Herzstück und der wichtigste Grund für meine volle Punktzahl ist die unheimliche Kleinstadt-Atmosphäre à la Stephen King. C. J. Tudor beherrscht das Kleinstadt-Horror-Genre wie kaum jemand anders, nicht ohne Grund wird sie als „weiblicher Stephen King“ bezeichnet, und der Meister selbst lobt sie mit dem Zitat: „Wenn Sie meine Bücher mögen, werden Sie auch dieses verschlingen.“ Arnhill wird bei Tudor zu einem lebenden Organismus, mit eigener Persönlichkeit, eigenen Regeln, eigenen Geheimnissen. Wir spüren die klaustrophobische Enge kleiner englischer Dörfer, in denen jeder jeden kennt. Wir riechen den Kohle-Staub, sehen die verfallenen Häuser, die geschlossenen Zechen. Für alle King-Fans („Es“, „Salem's Lot“) ist Tudor eine echte Entdeckung. Was Tudor besonders klug macht, ist die Wahl des spezifischen englischen Kohle-Dorf-Settings der Midlands. Diese sozioökonomische Realität (Blütezeit im 19. Jahrhundert, dann der Niedergang durch Thatchers Politik) schwingt mit und gibt dem Buch eine sozialkritische Ebene. Die unterirdischen Gänge und vergessenen Stollen werden zu einer eigenen düsteren Symbolebene: Was liegt in der Tiefe? Ein besonders faszinierendes Element ist das Changeling-Motiv, die uralte europäische Volkssage vom ausgetauschten Kind. Tudor holt dieses Motiv in die Gegenwart und lässt uns lange rätseln: Ist es psychologische Trauma-Reaktion? Ist es tatsächlich etwas Übernatürliches? Ist Joe der unzuverlässige Erzähler? Diese offene Konstruktion ist erzählerisch anspruchsvoll und wirklich klug gemacht. Joe Thorne ist eine gelungene Ich-Erzähler-Figur, kein sympathischer Held, sondern ein zerbrochener Mann mit Alkohol-Problemen und moralisch fragwürdigen Entscheidungen. Gerade diese Zerbrochenheit macht ihn menschlich. Tudor arbeitet mit zwei Zeitebenen: die Gegenwart des zurückgekehrten Joe und Rückblenden in seine Kindheit mit der Freunde-Clique. Diese Doppel-Struktur funktioniert wunderbar, weil die Zeitebenen sich gegenseitig kommentieren. Für Fans von Coming-of-Age-Horror ist das ideal. Auch die Small-Town-Geheimnisse sind stark: Tudor zeigt beide Seiten des Kleinstadt-Lebens, die Wärme der Vertrautheit und die Beklemmung der Enge. Und was das Buch von durchschnittlichen Psychothrillern abhebt: Tudor scheut sich nicht, echte Horror-Elemente einzubauen, dosiert sie aber präzise. Die Bedrohung, die im Kopf entsteht, ist am schlimmsten. Ein Hinweis: „Lieblingskind“ ist Tudors zweites Buch nach „Der Kreidemann“ (2018), der international zum Kult wurde. Manche Fans finden „Der Kreidemann“ oder „Das Gotteshaus“ (2021, bei Paramount+ verfilmt) noch stärker. Wer Tudor entdecken will, könnte auch dort beginnen. Aber „Lieblingskind“ ist definitiv ein starkes Werk ihres Kanons. Mein Fazit: Einer der besten Psychothriller mit Horror-Elementen, die ich gelesen habe. Für alle King-Fans absolute Pflichtlektüre. Britisch statt amerikanisch, kompakter statt ausufernd, aber mit derselben atmosphärischen Dichte. Empfehlenswert für Fans von Stephen King, Shirley Jackson, Sarah Waters oder auch Gillian Flynn und Paula Hawkins (wegen der unzuverlässigen Ich-Erzähler-Perspektive). Für alle, die atmosphärische britische Small-Town-Thriller, Coming-of-Age-Horror und Gothic-Elemente lieben. Eher nichts für dich, wenn du rasante Action-Thriller ohne übernatürliche Anklänge bevorzugst oder mit Themen um verschwundene Kinder und Kindheitshorror aktuell nicht konfrontiert werden möchtest. Auch nichts, wenn du reine Realismus-Thriller ohne Grenzgänge zum Übernatürlichen willst.
Gut geschrieben, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen.
Am anfang etwas zäh. Aber auf einmal wurde es häftig, ja schon gruselig. Ein Buch mit einer Wendung mit der ich nicht gerechnet hätte. Die aber auch so schnell wie sie gekommen ist wieder gegangen ist. Daher und auch für den zähen Anfang ein einanhalb Sterne Abzug.
Ich habe schon mehrere Bücher von der Autorin gelesen, aber dieses hier war etwas anders als die anderen. Der Schreibstil hat sich sehr angenehm lesen lassen, es gibt einen roten Faden. Das Buch hab ich übrigens von meinem SuB befreit. Die Protagonisten sind vielschichtig und für die ein oder andere Überraschung gut. Mir hat die Story sehr gut gefallen. Es war fesselnd und spannend und auch ein Hauch von Mystery findet sich im Buch. Es gibt einige unerwartete Wendungen und das Ende hat mir gut gefallen. Zusammenfassend war das Buch anders, das hat dem Lesen aber keinen Abbruch getan. Es gibt 5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Tolle und sehr gruselige Geschichte mit ein paar Vibes von Friedhof der Kuscheltiere von stephen King. Allerdings war mir das Ende etwas zu banal und abrupt und nicht alles wurde am Ende aufgelöst. Deswegen nicht ganz 5 Sterne