Christopher Isherwood kam 1929 mit seinem Freund, dem Dichter W.H. Auden, nach Berlin, das er kurz nach der Machtergreifung der Nazis wieder verließ. In diesem Buch, das 1972 mit Liza Minelli oscargekrönt verfilmt wurde, lässt er das Ende der Weimarer Republik fulminant auferstehen. Feinsinnige Darstellungen verschiedenster Charaktere, die seinen Weg kreuzten, werden in hinreißender Sprache präsentiert, allen voran die berühmte Sally Bowles. Sowohl melancholisch als auch mit großem Lebenshunger zeichnet er ein literarisch brillantes Porträt einer untergehenden Ära. Die Lebensfreude der 1920er-Jahre vermischt sich gekonnt mit den düsteren aufziehenden Wolken des nahenden Unglücks. Besonders gelungen ist auch das sehr poetische Nachwort von Stephanie Bartt. Neben der ebenfalls hinreißenden Liebesgeschichte "A single man" (ID-B 47/14) die 2. Neuübersetzung eines Christopher-Isherwood-Klassikers, die allen Beständen nur wärmstens empfohlen werden kann. Eine bezaubernde Bereicherung für jeden Romanbestand mit Anspruch. (Markus Jäger)
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Leb wohl, Berlin
Christopher Isherwood kam 1929 mit seinem Freund, dem Dichter W.H. Auden, nach Berlin, das er kurz nach der Machtergreifung der Nazis wieder verließ. In diesem Buch, das 1972 mit Liza Minelli oscargekrönt verfilmt wurde, lässt er das Ende der Weimarer Republik fulminant auferstehen. Feinsinnige Darstellungen verschiedenster Charaktere, die seinen Weg kreuzten, werden in hinreißender Sprache präsentiert, allen voran die berühmte Sally Bowles. Sowohl melancholisch als auch mit großem Lebenshunger zeichnet er ein literarisch brillantes Porträt einer untergehenden Ära. Die Lebensfreude der 1920er-Jahre vermischt sich gekonnt mit den düsteren aufziehenden Wolken des nahenden Unglücks. Besonders gelungen ist auch das sehr poetische Nachwort von Stephanie Bartt. Neben der ebenfalls hinreißenden Liebesgeschichte "A single man" (ID-B 47/14) die 2. Neuübersetzung eines Christopher-Isherwood-Klassikers, die allen Beständen nur wärmstens empfohlen werden kann. Eine bezaubernde Bereicherung für jeden Romanbestand mit Anspruch. (Markus Jäger)
Aktuelle Rezensionen(1)
📚 Rezension | „Leb wohl, Berlin“ von Christopher Isherwood „Ich bin eine Kamera“ – mit diesem ikonischen Satz beginnt Christopher Isherwoods Blick auf das Berlin der frühen 1930er Jahre. Geschrieben 1939 nach seiner Rückkehr nach England, blickt Isherwood zurück auf seine Jahre in der deutschen Hauptstadt – eine Zeit voller künstlerischer Freiheit, exzentrischer Charaktere und einer sich bedrohlich wandelnden politischen Stimmung. „Leb wohl, Berlin“ diente später als Vorlage für das Musical Cabaret – und das merkt man: Die Figuren sind lebendig, die Szenen teilweise schillernd, dann wieder düster und bedrückend. Im Zentrum steht Sally Bowles, eine junge englische Sängerin, die in Berlins Nachtleben auf der Suche nach Freiheit (und vielleicht ein bisschen nach sich selbst) ist. Mich hat das Buch absolut fasziniert – nicht nur literarisch, sondern auch historisch. Isherwood schreibt leichtfüßig und doch tiefgründig. Während seine Figuren feiern, zieht draußen schon der Schatten des Nationalsozialismus herauf. Dieser Kontrast hat mich besonders berührt – das Wissen, was folgen wird, legt sich wie ein Schleier über jede Szene. „Leb wohl, Berlin“ ist kein klassischer Roman, sondern eher eine Sammlung von Momentaufnahmen – persönlich, politisch, poetisch. Und gerade deshalb so eindrucksvoll. Ein Stück Literatur, das zwischen den Zeilen mahnt, beobachtet – und doch nie den Menschen aus dem Blick verliert. ✨ Empfehlung: Für alle, die sich für Literatur mit historischem Tiefgang interessieren, für Fans von Cabaret, für Berlin-Liebhaber*innen und für jene, die gern zwischen Zeilen lesen.