Format:Hardcover
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»Dabei ist es nicht nur die unprätentiöse Schonungslosigkeit, mit der Ditlevsen ihre eigenen Untiefen ausleuchtet, die die Trilogie so besonders macht, sondern vor allem die sprachliche Präzision, mit der sie das tut.«

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
118 SeitenHardcover
Erschienen an: January 18, 2021

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Aktuelle Rezensionen(12)

4.2(115 ratings)
ZottelRezension von Zottel

In eine Arbeiterfamilie hineingeboren, ist Tove in den 20er Jahren mit einer Lebenswirklichkeit konfrontiert, die ihrem Talent zu schreiben, wenig Möglichkeiten bietet. Das Bedürfnis nach einem „Zimmer für sich allein“ bildet wahrscheinlich das zentrale Motiv und ist nicht nur räumlich zu verstehen. In dem melancholischen, manchmal auch lakonischen Ton, schildert Tove eine Kindheit, in der sie bereits früh verstanden hat, dass eine Entfremdung von dem Elternhaus und der Herkunft eine Einsamkeit mit sich bringt. Umso beeindruckender ist, wie entschlossen und radikal sie ihren einsamen Weg bereit ist zu beschreiten. Definitiv ein must read! ❤️‍🔥

'ThushaRezension von 'Thusha

Note: Enthält leichte Hinweise auf Themen und emotionale Entwicklungen. Es gibt Bücher, die man liest. Und es gibt Bücher, die einen lesen. „Kindheit“ gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Selten hat mich ein Buch so sprachlos und berührt zurückgelassen. Es fühlte sich an, als hätte jemand meine eigene Kindheit aufgeschrieben – nicht, weil die Ereignisse identisch wären, sondern weil die Gefühle und Gedanken so erschreckend vertraut waren. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Art, wie die Autorin schreibt. Sie erklärt sich nicht, analysiert sich nicht und versucht auch nicht, ihre Vergangenheit zu rechtfertigen. Stattdessen beschreibt sie ihre Wahrnehmung so klar und ehrlich, dass zwischen den Zeilen oft mehr steckt als in vielen Büchern voller Erklärungen. Besonders die Beziehung zur Mutter hat mich tief getroffen. Der Wunsch, von der eigenen Mutter nicht nur geliebt, sondern auch gemocht und angenommen zu werden, wurde mit einer Ehrlichkeit beschrieben, die ich nur selten gelesen habe. Eine Passage hat mich besonders bewegt: der Moment, in dem sie glaubt, endlich das zu bekommen, wonach sie sich so lange gesehnt hat – und feststellt, dass sie trotzdem nicht glücklich ist. Für mich war das einer der stärksten Momente des Buches. Ebenso bewundere ich, dass die Protagonistin ihre Andersartigkeit nie als Schwäche betrachtet. Sie weiß, dass Anpassung vieles leichter machen würde, möchte sich aber nicht verstellen. Diese stille Form von Mut hat mich sehr beeindruckt. Das Nachwort hat mich schließlich traurig zurückgelassen. Es zeigt, wie komplex ein Leben sein kann und wie wenig sich manche inneren Konflikte einfach auflösen. Gleichzeitig hat es mich nachdenklich darüber gemacht, dass viele der Gefühle und Erwartungen, die Mädchen damals erlebt haben, auch heute noch erstaunlich aktuell sind – unabhängig von Zeit oder Land. Dieses Buch hat mir keine Antworten gegeben. Aber es hat Gefühle in Worte gefasst, für die ich selbst lange keine Worte hatte. Allein dafür wird es mir noch lange in Erinnerung bleiben.

KarinRezension von Karin

Ein richtiges Meisterwerk.

MagdalenaRezension von Magdalena

Mir gefällt der distanzierte Blick auf das Erzählte obwohl sich die Handlung sehr nah am Ich der Autorin bewegt. Auf den wenigen Seiten wird sehr dicht von Erlebnissen und Erinnerungen erzählt, die die Erzählung aber nicht verschlingen sondern noch genug Raum für die Poesie der kindlichen Protagonistin lassen.

Kathleen ✨Rezension von Kathleen ✨

Es ist immer schwer, Biografien zu bewerten, aber die Kopenhagen-Trilogie ist bisher das Highlight des Jahres. Die Schreibweise ist gleichzeitig sehr einfach und besonders. Man muss dranbleiben, leidet mit der Autorin mit und bewundert, wie sie von klein auf ihrem Ziel gefolgt ist, Dichterin zu werden. Dass das Buch in den sechziger, siebziger Jahren entstanden ist, vergisst man beim Lesen. Es könnte genauso gut in der heutigen Zeit spielen und von einer Autorin der Gegenwart geschrieben worden sein.

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