Eine unglaubliche Wucht und Unmittelbarkeit, die ich so noch nie gelesen habe. Gewöhnungsbedürftig sicher, aber auch wunderschön. Ein sprachliches Juwel (…). Jedes Wort erschafft eine Welt.
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Ich, Ellyn
von Nell Leyshon, Wibke Kuhn
Eine unglaubliche Wucht und Unmittelbarkeit, die ich so noch nie gelesen habe. Gewöhnungsbedürftig sicher, aber auch wunderschön. Ein sprachliches Juwel (…). Jedes Wort erschafft eine Welt.
Aktuelle Rezensionen(2)
Tolle Sprache, Mutter Tochter Beziehung toll beschrieben, Ende schwierig, aber ok. Hat mir sehr gut gefallen
England 1573. Mädchen sind nichts wert und zum arbeiten gerade gut genug. Das spürt Ellyn Tag für Tag. Unter ärmlichen Verhältnissen lebt sie, schläft im Heu, Arbeit von morgens bis abends, jeden Tag Eintopf. Es gibt nicht mehr. Der Vater nach einem Sturz vom Dach unbrauchbar, die Mutter überfordert mit der Feldarbeit und der frisch geborenen Schwerster Agnes. Tomas, Ellyns älterer Bruder, ein Tyrann. So sammelt sie jeden Tag mehr blaue Flecken vom Schlagen und Zwicken, ihre Mutter lässt es zu. Ein Junge ist wichtiger. Zuwendung und Liebe gibt es nicht. Doch eines Tages entdeckt sie eine besondere Gabe an sich. Eine Gabe die nur jungen Knaben vorbehalten ist. Mädchen sind unerwünscht. Nicht erlaubt. Und so beschließt Ellyn nicht mehr Ellyn zu sein und bringt sich mit einer List bis an den königlichen Hof zu Elisabeth I. Nell Leyshon erzählt Ellyns Geschichte wie einen Tagebucheintrag den sie an ihre kleine Schwester Agnes schreibt. Auf den ersten paar Seiten war ich von dem Erzählstil so verwundert, dass es zu Beginn für mich schwierig war in die Story einzutauchen. Der Text, sehr einfach aus Kinderaugen beschrieben, ohne ausgeprägte Interpunktion und mit einer derben Wortwahl. Schnell stellt sich heraus: das Lesen des Textes ist wie ein Prozess, dem sich auch Ellyn unterzieht. Je mehr sie an Bildung und Wissen erlangt, umso lesbarer wird auch der Text im Buch. Obwohl Ellyns Worte einfach und teilweise sehr grobschlächtig sind, sind sie wahrscheinlich auch gerade darum so unglaublich sprachgewaltig, ließen mich mitfühlen und oft wäre ich gerne eingeschritten bei so viel Ungerechtigkeit. Ich konnte das Buch nicht mehr beiseitelegen so sehr hing ich an Ellyns Erzählung über ihr Leben über ihr Vorhaben und über diese neuen Eindrücke, die so plötzlich auf sie einprasseln. Das Buch hinterlässt mich staunend. Sehr große Leseempfehlung von mir!