3.5

Haarmann: Ein Kriminalroman

von Dirk Kurbjuweit

Format:Hardcover

Der spektakulärste Kriminalfall Deutschlands - psychologisch raffiniert und extrem fesselnd.Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann.Dirk Kurbjuweit inszeniert den spektakulärsten Serienmord der deutschen Kriminalgeschichte psychologisch raffiniert und extrem fesselnd. Eindringlich ergründet er die dunkle Seite der wilden 1920er-Jahre, zeigt ein Zeitalter der traumatisierten Seelen, der politischen Verrohung, der massenhaften Prostitution. So wird aus dem pathologischen Einzelfall ein historisches Lehrstück über menschliche Abgründe.

Mystery, Thriller, Horror & Crime
276 Seiten • Hardcover
Erschienen an: 2020-02-17

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.5(5 ratings)
Mrs MoriartyRezension von Mrs Moriarty

Eher 3,5 (meine Erläuterung wie ich bewerte findet ihr in meinem Profil^^) Ganz schön gezogen hat sich der Roman und das bei knapp über 300 Seiten... Ich denke ich kam einfach nicht so mit dem Schreibstil von Kurbjuweit zurecht. Vor allem die fehlenden Satzzeichen für die wörtliche Rede fand ich auf dauer anstrengend. Trotzdem würde ich nicht sagen, das der Roman per se schlecht war. Gelungen fand ich vor allem den Bezug zu den politischen Gegebenheiten, während der Ermittlungen. Gerade auch der spezielle Druck, der auf den Ermittlungen und damit auch auf der Polizei selbst lag, wurde gut herausgearbeitet. Außerdem fand ich den persönlichen Hintergrund der Hauptfigur Lahnstein sinnvoll in die Handlung eingebunden. Manchmal stört es mich, wenn das Privatleben zu sehr in den Fokus gerät, aber hier passte es in die Art und Weise, wie der Roman aufgebaut war. Hi und da fand ich den Roman allerdings etwas reißerisch, weil man sich durchaus fragen kann, in wie weit es notwendig ist, das Zerrlegen einer Jungenleiche bis ins kleinste Detail zu schildern. In unregelmäßigen Abständen hat man zwar Haarmanns eigenen Blickwinkel als Zwischenkapitel, aber im Grunde steht eigentlich nicht er, sondern die Suche nach ihm und die Ermittlungsarbeit im Mittelpunkt. An einigen Stellen merkt man das Kurbjuweit insgesamt gut recherchiert hat. Er nutzt dabei zum Teil auch Originaldokumente und zitiert aus ihnen z.B. aus einem Geständnis Haarmanns. Außerdem fand ich, das man durchaus ein Gefühl für die Zeit der Weimarer Republik bekommt. Und es ist für mich persönlich auch spannend, die Morde und derren Hintergründe in diesem Kontext zu beleuchten. Die Eltern einzelner Opfer kommen dabei auch zu Wort und man erhält einen kleinen Einblick in ihr Leben und das ihrer Söhne. Ansonsten finde ich, das man vorher schon mal grob bescheid wissen sollte, wer Haarmann eigentlich war. Irgendwie eignet sich der Roman meiner Meinung nach nicht so richtig, um ganz ohne Vorwissen einzutauchen. Das Ganze ist eher eine Milieustudie, ein historischer Roman mit einem True Crime Thema. Wer so etwas mag und sich für die Weimarer Republik und ihre dunklen Seiten interessiert, sollte ruhig einen Blick riskieren.

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