"Der Roman [...] verrät gerade genug, um uns bis zur letzten Seite zu fesseln."
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FIVE - Das Ticken der Zeit
von Ilona Bannister, Claudia Max
"Der Roman [...] verrät gerade genug, um uns bis zur letzten Seite zu fesseln."
Aktuelle Rezensionen(7)
Ein Bahnsteig, fünf Menschen, fünf Minuten – eigentlich ein grandioser Ansatz für einen nervenaufreibenden Pageturner. Doch Ilona Bannister verliert sich für meinen Geschmack zu sehr in den einzelnen Schicksalen. Die Figuren wirken zwar vielschichtig, aber ihre Dramen werden so dicht hintereinandergelegt, dass die emotionale Wucht verpufft. Statt beklemmender Spannung entsteht ein Gefühl von Überfrachtung, fast wie ein Kaleidoskop aus Tragödien, das sich nicht zu einem stimmigen Gesamtbild fügt. Der Countdown, der das Buch tragen soll, erzeugt zwar punktuell Druck, doch die Handlung bleibt erstaunlich vorhersehbar. Die Eskalation am Bahnsteig wirkt eher inszeniert als organisch, und manche Wendungen fühlen sich konstruiert an – als müssten sie unbedingt schockieren, statt sich aus der Geschichte heraus zu entwickeln. Was bleibt, ist ein Roman, der viel will: psychologische Tiefe, gesellschaftliche Themen, Thriller‑Tempo. Doch genau daran scheitert er. Die Figuren berühren, aber nicht nachhaltig. Die Spannung steigt, aber nicht konstant. Und das große Geheimnis, das alles zusammenhält, entfaltet leider nicht die erhoffte Wucht.
Fünf Menschen, fünf Minuten – und einer wird sterben Fünf fremde Menschen an einem Londoner Vorortbahnhof und nur noch fünf Minuten, bis ein Zug einfährt und für einen von ihnen alles endet. Schon diese Ausgangsidee von „Das Ticken der Zeit“ hat mich sofort neugierig gemacht. Von Beginn an wissen wir, dass eine der fünf Personen sterben wird – nur nicht, wen es treffen wird. Nach und nach lernen wir Emma und ihren neurodiversen Sohn Gideon, den manipulativen Geschäftsmann Liam, die reservierte Pathologin Mrs. Worth und den glücklosen Spieler Sonny kennen. Alle tragen ihre eigenen Sorgen, Geheimnisse und persönlichen Lasten mit sich. Besonders gelungen fand ich die ungewöhnliche Erzählweise. Ilona Bannister spricht uns Leser immer wieder direkt an und erinnert daran, dass der Countdown unerbittlich weiterläuft. Gleichzeitig erfahren wir Stück für Stück mehr über die Vergangenheit der Figuren. Dadurch habe ich ständig gerätselt: Wer wird sterben? Was wird passieren? Und wie hängen diese Menschen miteinander zusammen? Der Schreibstil ist eindringlich und die Geschichte greift interessante gesellschaftliche und zwischenmenschliche Themen auf. Trotzdem hat mir etwas gefehlt: Obwohl ich die Lebensgeschichten spannend fand, konnte ich zu den Figuren nicht die emotionale Verbindung aufbauen, die ich mir gewünscht hätte. Dennoch ist „Das Ticken der Zeit“ ein ungewöhnlicher und raffiniert konstruierter Roman über Schuld, Einsamkeit, menschliche Fragilität und die Macht scheinbar kleiner Zufälle. Besonders der fast thrillerartige Countdown hat mich bis zum Ende gefesselt. Eine klare Leseempfehlung für alle, die psychologische Dramen mit ungewöhnlicher Erzählweise und ordentlich Spannung mögen.
„Five – Das Ticken der Zeit“ ist ein Krimi ganz im klassischen Stil – und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Wir lernen fünf Protagonisten kennen und wissen von Anfang an: Einer von ihnen wird in absehbarer Zeit sterben. Allein diese Ausgangssituation hat mich sofort gepackt. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, wie es der Autorin gelingen soll, aus gerade einmal fünf Minuten Wartezeit am Bahnsteig über 300 Seiten spannende Handlung zu entwickeln. Meine Zweifel waren völlig unbegründet – es ist ihr absolut gelungen! Besonders beeindruckt hat mich, wie sich die einzelnen Charaktere im Laufe der Geschichte entwickeln. Menschen, die ich anfangs vielleicht nicht besonders mochte, konnte ich immer besser verstehen. Andere wiederum fand ich zunehmend abstoßend. Und genau daraus entsteht eine unglaublich spannende, fast schon sozialkritische Frage: Wem wünscht man den Tod? Und wen würde man am liebsten überleben sehen? Diese moralische Ebene gibt dem Krimi einen ganz besonderen Twist und regt tatsächlich zum Nachdenken an. Man ertappt sich dabei, die eigenen Sympathien und Antipathien zu hinterfragen. Auch das Ende hat mich überrascht – und das ist bei einem Krimi natürlich das Tüpfelchen auf dem i. Die verschiedenen Lebensgeschichten der Protagonisten waren unglaublich interessant, und ich habe es sehr genossen, immer tiefer in ihre Vergangenheit und ihre persönlichen Schicksale einzutauchen. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, sodass sich das Buch regelrecht weglesen lässt. Für mich ist „Five – Das Ticken der Zeit“ eine absolute Leseempfehlung und tatsächlich eine kleine Perle, die man vielleicht auf den ersten Blick gar nicht bewusst wahrnehmen würde. Ein spannender, ungewöhnlicher und überraschend tiefgründiger Krimi, der mich bestens unterhalten hat. Unbedingt lesen!
,,1 Person wird definitiv sterben“. Na toll - genau mein Ding😂. Der Klappentext hatte mich sofort, ich wollte unbedingt herausfinden, wen es trifft und was dahintersteckt. Die Idee fand ich wirklich richtig interessant und ich mochte es, dass man die Geschichten von allen fünf Personen kennenlernt. So bekommt jede Figur ihren eigenen Hintergrund und nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen🧩. Aber dann kam leider das große „Puh, zieht sich das…“ 🫠. Für meinen Geschmack war die Geschichte stellenweise einfach zu eintönig und lang. Ich habe zwar immer weitergelesen, weil ich natürlich wissen wollte, wie es ausgeht, aber so richtig mitgerissen hat es mich leider nicht. Ich hatte mir aufgrund des Klappentextes irgendwie mehr Spannung, mehr Nervenkitzel und vor allem mehr WOW erwartet. Kann man es lesen? Definitiv. Hat es mich umgehauen? Leider nein😢.
Der Titel ist Programm Five – Das tickende der Zeit liest sich wie ein literarischer Adrenalinstoß: eine Achterbahn, die einen atemlos durch jede Seite jagt und dabei mit einer Präzision inszeniert ist, die mich tatsächlich an die Echtzeit‑Dramaturgie der Serie 24 erinnert hat. Der Roman entfaltet seine Handlung in einem Tempo, das kaum Pausen erlaubt. Jede Szene wirkt so eng getaktet, so unmittelbar, dass man das Gefühl bekommt, die Ereignisse liefen Minute für Minute vor den eigenen Augen ab. Diese Echtzeit‑Illusion – das Markenzeichen von 24 – wird hier literarisch erstaunlich gut nachgebildet. Die Kapitel sind kurz, scharf geschnitten, oft mit Cliffhangern versehen, die einen zwingen, nur noch eine Seite weiterzulesen. Und dann noch eine. Und dann ist es plötzlich zwei Uhr morgens. Das Buch arbeitet mit einer permanenten Zeitbedrohung: Countdowns, Fristen, tickende Uhren, Entscheidungen, die innerhalb von Sekunden fallen müssen. Dieses dramaturgische Grundrauschen erzeugt eine nervöse Energie, die sich beim Lesen direkt überträgt. Man spürt das Ticken fast körperlich –was die Geschichte zu einem echten Pageturner macht. Besonders gelungen ist, wie der Roman die psychologische Belastung des Zeitdrucks zeigt: nicht nur Action, sondern auch die Frage, was passiert, wenn Menschen gezwungen werden unter extremen Bedingungen handeln zu müssen. Wer Bücher liebt, die einen mit voller Geschwindigkeit durch die Handlung schleudern, wird hier glücklich, vergleichbares habe ich bisher nicht gelesen.