Jamaika, Anfang des 19. Jahrhunderts: In einem alten Herrenhaus wächst Antoinette Cosway in einer Zwischenwelt heran. Auf der einen Seite die schwarzen Dienstboten, ihre Lieder und Rituale, auf der anderen Seite die weißen Plantagenbesitzer. Es ist eine Zeit des Umbruchs, die Sklaverei wurde gerade abgeschafft, die schwarze Bevölkerung begehrt erstmals gegen die ehemaligen Herren auf. Antoinette heiratet einen jungen Engländer, den Mr Rochester aus Charlotte Brontës Klassiker JANE EYRE, doch die Beziehung wird durch Gerüchte über den Wahnsinn in ihrer Familie, durch seine hohen Ansprüche und ihre innere Zerrissenheit überschattet. Schließlich zwingt ihr Mann sie, die Insel zu verlassen und mit ihm nach England zu gehen. Dort lebt Antoinette als Gefangene in seinem großen Herrenhaus und verliert zunehmend den Verstand. Sie wird zu der verrückten Frau auf dem Dachboden. Jean Rhys’ DIE WEITE SARGASSOSEE ist eine außergewöhnliche Studie über Leidenschaft und Eifersucht und ein Meisterwerk der modernen Literatur.
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Die weite Sargassosee
von Jean Rhys, Brigitte Walitzek
Jamaika, Anfang des 19. Jahrhunderts: In einem alten Herrenhaus wächst Antoinette Cosway in einer Zwischenwelt heran. Auf der einen Seite die schwarzen Dienstboten, ihre Lieder und Rituale, auf der anderen Seite die weißen Plantagenbesitzer. Es ist eine Zeit des Umbruchs, die Sklaverei wurde gerade abgeschafft, die schwarze Bevölkerung begehrt erstmals gegen die ehemaligen Herren auf. Antoinette heiratet einen jungen Engländer, den Mr Rochester aus Charlotte Brontës Klassiker JANE EYRE, doch die Beziehung wird durch Gerüchte über den Wahnsinn in ihrer Familie, durch seine hohen Ansprüche und ihre innere Zerrissenheit überschattet. Schließlich zwingt ihr Mann sie, die Insel zu verlassen und mit ihm nach England zu gehen. Dort lebt Antoinette als Gefangene in seinem großen Herrenhaus und verliert zunehmend den Verstand. Sie wird zu der verrückten Frau auf dem Dachboden. Jean Rhys’ DIE WEITE SARGASSOSEE ist eine außergewöhnliche Studie über Leidenschaft und Eifersucht und ein Meisterwerk der modernen Literatur.
Aktuelle Rezensionen(2)
Da „Jane Eyre“ bis heute mein absoluter Lieblingsklassiker ist, war ich entsprechend gespannt auf „Die weite Sargassosee“. Als Vorgeschichte zu Charlotte Brontës großem Roman konnte mich das Buch allerdings nicht vollständig überzeugen. Zwar gelingt es Jean Rhys schon nach wenigen Seiten, eine sehr dichte Atmosphäre aufzubauen, die stellenweise ähnlich unheimlich wirkt wie die von „Jane Eyre“. Gleichzeitig bleibt jedoch erzählerisch vieles bewusst vage und verschwommen. Das mag durchaus beabsichtigt sein und verstärkt den traumartigen Charakter vieler Szenen, erschwert aber mitunter den Lesefluss erheblich, da man sich oft nicht sicher ist, was genau gerade geschieht. Auch die Figuren erweisen sich als ausgesprochen unzuverlässige Erzähler, wodurch kaum eindeutig greifbar wird, wer im Recht ist und wer nicht. Diese Ambivalenz macht den Roman zwar interessant, schafft aber zugleich eine gewisse emotionale Distanz. Wer „Jane Eyre“ nicht kennt, dürfte vermutlich nur wenig Zugang zu dieser Geschichte finden. Für Leser:innen des Klassikers bleibt es trotz aller erzählerischen Stolpersteine jedoch durchaus reizvoll, mehr über die Vorgeschichte der berühmten „mad woman in the attic“ zu erfahren.
Große Erwartungen. Und dann: sehr schöne Naturbeschreibungen, ja auch innovativer Postkolonialismus. Ein Mr. Rochester to hate (andererseits ist er nun auch in Jane Eyre kein Charmbolzen, sondern eher eine toxische Red Flag). Doch die Geschichte ist so sprunghaft erzählt, dass ich dem roten Faden kaum folgen konnte und die Figurenentwicklung hölzern blieb, was dem zentralen Konflikt im Wege stand. Definitiv literaturhistorisch ein Meilenstein. Aber nur teilweise lesefreundlich.