3.8

Die Plotter

von Un-su Kim, Rainer Schmidt

Format:Hardcover

Raeseng ist Killer von Beruf, seit ihn Old Raccoon als Kind bei sich aufnahm und ausbildete. Aufgewachsen an einem geheimen Rückzugsort in Seoul, einer Bibliothek voller alter Bücher, gehört er zur Killer-Elite Koreas. Denn Old Raccoon ist ein Plotter. Als Kopf der Organisation »Library of Dogs« hat er seit Jahrzehnten alle politisch gewollten Exekutionen in Korea geplant. Doch als die Macht der Diktatur schwindet, gerät auch der Einfluss der Plotter ins Wanken – und eine neue Generation beginnt, ihr eigenes tödliches Netzwerk aufzuziehen. Als Raeseng vom Plan der Plotter bei der Ausführung eines Auftrags abweicht, geraten die Dinge außer Kontrolle – und Raeseng rückt selbst an die erste Stelle der Todesliste … Nach Han Kangs Sensationserfolg Die Vegetarierin macht mit Un-Su Kim ein weiterer koreanischer Bestsellerautor international Furore. In Korea gefeiert und mehrfach preisgekrönt, besticht Un-Su Kim in Die Plotter durch einzigartigen Stil und bemerkenswerte Beobachtungsgabe. Mit einfühlsam-sarkastischem Humor lässt er in seinem außergewöhnlichen Krimi noir den Beruf des Killers zum Handwerk werden. Ein faszinierendes Leseerlebnis, das alles zugleich ist: traumhaft und realistisch, hart und aufwühlend. Wie schon Old Raccoon sagte: »Wenn du Bücher liest, wird dein Leben erfüllt sein von Ängsten und Scham« – und alles andere als langweilig.

Mystery, Thriller, Horror & Crime
220 SeitenHardcover
Erschienen an: November 23, 2018

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Aktuelle Rezensionen(2)

3.8(5 ratings)
Mrs MoriartyRezension von Mrs Moriarty

Der Anfang war richtig stark, aber nach und nach hat sich die Handlung dann in eine Richtung entwickelt, die mich zwar weiter unterhalten hat, die aber eben ehrlich gesagt auch nicht mehr wurde. Es war eben einfach unterhaltend, aber irgendwie fehlte mir etwas mehr Tiefe. Ich hab es gerne gelesen, gebe aber auch zu, ich denke demnächst habe ich das Ganze dann auch wieder vergessen.

IraRezension von Ira

<a href="https://licentpoeticae.wordpress.com/2019/01/28/un-su-kim-die-plotter/#more-930">Rezension</a> <i>„Weißt du, warum die Welt ist, wie sie ist? Etwa wegen Schurken wie Old Raccoon und Hanja? Wegen der Puppenspieler, die ihnen ihre Aufträge geben? Nein. Eine Handvoll Schurken reicht nicht, um die Welt zu verändern. Die Welt ist so, weil wir zu kleinlaut sind. Weil Leute wie du es für richtig halten, sich der Apathie zu ergeben, weil sie glauben, nichts, was sie tun, könnte irgendetwas ändern.“</i> Seit er denken kann ist Raeseng Killer von Beruf. Von Old Raccoon als Kind aufgenommen und zum Profi ausgebildet, waren er und seine Kollegen der Killer-Elite Koreas an jedem bedeutenden Attentat der vergangenen Jahrzehnte beteiligt. Sogenannte Plotter arbeiten minutiöse Pläne aus, die Männer wie Raeseng dann in die Tat umsetzen. Unter der früheren Militärdiktatur florierte das Geschäft, doch allmählich schwindet der Einfluss der Plotter, was eine neue und jüngere Generation dazu veranlasst, ihr eigenes Netzwerk aufzuziehen. Die Nerven liegen auf allen Seiten blank – und als Raeseng dann auch noch bei einem Attentat vom Plan eines Plotters abweicht, gerät er selbst auf die Todesliste… Spätestens seit Assassin’s Creed erfreuen sich Auftragsmörder einer gewissen Beliebtheit. Ihr Leben, ihr Umfeld, ihre Arbeit, die dafür erforderliche minutiöse Planung – all das lädt in eine kaum vorstellbare Welt ein, selbst dann, wenn es nicht in frühester Vergangenheit oder in einer Fantasywelt angesiedelt ist, sondern in der richtigen. Un-Su Kim entwirft in seinem Roman ein ausgeklügeltes System: es gibt die sogenannten Plotter, die das Drehbuch schreiben. Sie entscheiden wer stirbt, zu welchem Zeitpunkt, auf welche Weise und was mit der Leiche passieren soll. Die Spotter schaffen die dafür nötigen Informationen ran – Gewohnheiten, Umfeld, Tagesabläufe der Zielperson. Killer wie Raeseng bekommen dann alles an die Hand, damit sie den Job ausführen und das Werkzeug sein können, als das sie ausgebildet wurden. Raeseng ist mit den Gesetzen des Fleischmarktes aufgewachsen, die besagen: es gibt keine Regeln, ausgenommen der einen: man tut, was einem die Plotter auftragen. Tut man es nicht und trifft eigene Entscheidungen kann ganz schnell der eigene Kopf rollen. Vielen Killern ist es so gegangen und Raeseng hat auf diesem Weg nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde verloren. Das Geschäft wird immer härter und er immer müder. Wozu das ganze? Aber nachdem er diese Frage regelmäßig in einer Menge Bier ertränkt, setzt er doch artig weiter einen Fuß vor den anderen. Raeseng ist ein schwieriger Protagonist. Aber vielleicht muss er das auch sein, immerhin löscht er mit einer einzigen Kugel, einem einzigen Stich Leben aus, von denen irgendeine vermeintlich höhere Instanz entschieden hat, dass sie beendet werden müssen. Er ist zynisch, zuweilen lethargisch, hat mit dem Leben abgeschlossen. Manchmal kann man ihm das hervorragend nachfühlen. Manchmal wünscht man sich, dass das Kapitel einfach ein Ende hat und die Geschichte weiter geht. Auch die Nebenfiguren wie etwa Old Raccoon, Bear, Mito, Misa oder Hanya waren eigen, wobei es mir bei den meisten schwer fällt zu sagen, ob es eine gute Art von Eigenheit war. Wenn man von den teils sehr abrupten Handlungswechseln mitten im Kapitel absieht – meist handelt es sich dabei um Rückblenden – war der Schreibstil aber recht angenehm, wenn auch nicht besonders emotional berührend. In Raesengs Leben gibt es eben keinen großen Platz für Gefühle. Was es aber gibt sind zum Teil bitterböser Humor, Gewalt, Blut, vor allen Dingen aber Einblicke in eine Welt, in der das Verbrechen zum Alltag gehört und in der Mord die bevorzugte Lösung aller Probleme ist. Was dem Ganzen für meinen Geschmack aber ziemlich viel genommen hat war das Ende. Mit einigem Abstand zu den Figuren und der Geschichte mag das große Finale durchaus realistisch sein, lässt mich als Leser durch seine Abruptheit aber in höchstem Maße unzufrieden zurück. Mein erster koreanischer Roman wird mit Sicherheit nicht mein letzter gewesen sein. Trotz in meinen Augen nicht zufriedenstellender Auflösung war es doch spannend, Raeseng auf seinem Weg zu begleiten und in die Welt der Plotter einzutauchen. Dafür gibt es von mir solide drei Punkte.

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