Wir schreiben das Jahr 1643. Die Niederlande kämpfen gegen die spanische Krone, in Deutschland wütet noch immer der Dreißigiährige Krieg. ln Frankreich herrscht der Absolutismus, in England ist Bürgerkrieg. Die Epoche des europäischen Barock, das Zeitalter der Aufklärung hat begonnen. und die Erde ist nicht mehr Mittelpunkt des Universums.Mitten in dieser turbulenten Zeit ist Roberto de La Grive, ein junger Piemontese, in geheimer Mission und in allerhöehstem Auftrag unterwegs. Er ist nach einer abenteuerlichen Jugend nach Paris gekommen, ist dort in antiklerikale Kreise geraten und wird von Kardinal Mazarin persönlich vor die Wahl gestellt: Entweder verliert er Kopf und Kragen, oder er muß als Spion im Dienste Frankreichs einem Geheimnis auf die Spur kommen, das zu enträtseln sich die seefahrenden Großmächteverzweifelt bemühen - dem Geheimnis des Festen Punktes, der die Längengrade bestimmt, die allein es ermöglichen, einen einmal entdeckten Ort wiederaufzufinden. Roberto schifft sich ein auf der Amarilli, auf der sich nächtens sinistre Dinge abspielen. Doeh genau in dem Moment, als er, wie es scheint, der Aufklärung des Rätsels nahe gekommen ist, geht die Amarilli in einem Orkan mitten in der Südsee unter, und nur Roberto kann sich retten. Tagelang treibt er im Meer umher, bis er auf ein verlassenes Schiff stößt. Aber nach einer Weile merkt er, daß noch jemand außer ihm an Bord der Daphne ist. Und der unheimliche Fremde ist, wie sieh zeigt, hinter dem gleichen Ziel her wie Roberto, wenn auch aus anderen Gründen und mit anderen Mitteln.Doch zunächst geht es ums Überleben. Wie sollen die beiden auf die in Sichtweite gelegene Insel kommen, die wie eine Fata Morgana mit allen möglichen tropischen Verheißungen zu ihnen herüberleuchtet, auf die Insel des vorigen Tages, die auf dem 180. Meridian liegt, also östlich der Datumsgrenze? Beide können nicht schwimmen, und das Meer ist von todbringendem Getier bevölkert. Der Fremde hat einen genialen Einfall, doch er kehrt nicht von seiner Reise zur Insel zurück.In seiner Verlassenheit beginnt Roberto sich einen Roman auszudenken, dessen Hauptpersonen eine von ihm verehrte schöne Dame in Paris und sein Zwillingsbruder, sein Doppelgänger, sind - eine dämonische Gestalt, die Verkörperung des absolut Bösen. Immer dramatischer spitzt sich diese Handlung zu, immer mehr vermischen sich Wahn und Wirklichkeit, bis Roberto, in Gefahr, die Geliebte zu verlieren, der erlösende Einfall kommt...
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Die Insel des vorigen Tages.
von Umberto Eco
Wir schreiben das Jahr 1643. Die Niederlande kämpfen gegen die spanische Krone, in Deutschland wütet noch immer der Dreißigiährige Krieg. ln Frankreich herrscht der Absolutismus, in England ist Bürgerkrieg. Die Epoche des europäischen Barock, das Zeitalter der Aufklärung hat begonnen. und die Erde ist nicht mehr Mittelpunkt des Universums.Mitten in dieser turbulenten Zeit ist Roberto de La Grive, ein junger Piemontese, in geheimer Mission und in allerhöehstem Auftrag unterwegs. Er ist nach einer abenteuerlichen Jugend nach Paris gekommen, ist dort in antiklerikale Kreise geraten und wird von Kardinal Mazarin persönlich vor die Wahl gestellt: Entweder verliert er Kopf und Kragen, oder er muß als Spion im Dienste Frankreichs einem Geheimnis auf die Spur kommen, das zu enträtseln sich die seefahrenden Großmächteverzweifelt bemühen - dem Geheimnis des Festen Punktes, der die Längengrade bestimmt, die allein es ermöglichen, einen einmal entdeckten Ort wiederaufzufinden. Roberto schifft sich ein auf der Amarilli, auf der sich nächtens sinistre Dinge abspielen. Doeh genau in dem Moment, als er, wie es scheint, der Aufklärung des Rätsels nahe gekommen ist, geht die Amarilli in einem Orkan mitten in der Südsee unter, und nur Roberto kann sich retten. Tagelang treibt er im Meer umher, bis er auf ein verlassenes Schiff stößt. Aber nach einer Weile merkt er, daß noch jemand außer ihm an Bord der Daphne ist. Und der unheimliche Fremde ist, wie sieh zeigt, hinter dem gleichen Ziel her wie Roberto, wenn auch aus anderen Gründen und mit anderen Mitteln.Doch zunächst geht es ums Überleben. Wie sollen die beiden auf die in Sichtweite gelegene Insel kommen, die wie eine Fata Morgana mit allen möglichen tropischen Verheißungen zu ihnen herüberleuchtet, auf die Insel des vorigen Tages, die auf dem 180. Meridian liegt, also östlich der Datumsgrenze? Beide können nicht schwimmen, und das Meer ist von todbringendem Getier bevölkert. Der Fremde hat einen genialen Einfall, doch er kehrt nicht von seiner Reise zur Insel zurück.In seiner Verlassenheit beginnt Roberto sich einen Roman auszudenken, dessen Hauptpersonen eine von ihm verehrte schöne Dame in Paris und sein Zwillingsbruder, sein Doppelgänger, sind - eine dämonische Gestalt, die Verkörperung des absolut Bösen. Immer dramatischer spitzt sich diese Handlung zu, immer mehr vermischen sich Wahn und Wirklichkeit, bis Roberto, in Gefahr, die Geliebte zu verlieren, der erlösende Einfall kommt...
Aktuelle Rezensionen(1)
Durch weite Teile habe ich mich nur hindurchgequält. Seitenlange philosophische Abhandlungen, die die Handlung zerreißen.