"Wäre eine Axt zur Hand gewesen, ein Feuerhaken oder sonst irgendeine Waffe, die ein Loch in seines Vaters Brust hätte reißen und ihn töten können, jetzt auf der Stelle, James hätte danach gegriffen. So groß war das Übermaß der Erregung, die Mr. Ramsay durch seine bloße Gegenwart in seinen Kindern wachrief, wenn er so wie jetzt, schmal wie ein Messer und scharf wie eines Messers Klinge, dastand und spöttisch grinste, nicht nur weil es ihm Spaß machte, in seinem Sohn alle Träume zu zerstören und seine Frau lächerlich zu machen, die zehntausendmal besser war als er (dachte James), sondern auch aus geheimer Eitelkeit auf die Treffsicherheit seines Urteils." Gröls-Klassiker (Edition Werke der Weltliteratur)
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Die Fahrt zum Leuchtturm
von Virginia Woolf, Redaktion Gröls-Verlag
"Wäre eine Axt zur Hand gewesen, ein Feuerhaken oder sonst irgendeine Waffe, die ein Loch in seines Vaters Brust hätte reißen und ihn töten können, jetzt auf der Stelle, James hätte danach gegriffen. So groß war das Übermaß der Erregung, die Mr. Ramsay durch seine bloße Gegenwart in seinen Kindern wachrief, wenn er so wie jetzt, schmal wie ein Messer und scharf wie eines Messers Klinge, dastand und spöttisch grinste, nicht nur weil es ihm Spaß machte, in seinem Sohn alle Träume zu zerstören und seine Frau lächerlich zu machen, die zehntausendmal besser war als er (dachte James), sondern auch aus geheimer Eitelkeit auf die Treffsicherheit seines Urteils." Gröls-Klassiker (Edition Werke der Weltliteratur)
Aktuelle Rezensionen(1)
Virginia Woolf - my Queen of Bandwurmsätze! Für Romane wie diesen wurden Literaturwissenschaftsseminare erfunden und ich wünschte, ich hätte es mit einem gelesen! Denn da waren so viele Zaubersätze, Wortschatzkisten und Gedankenkarusselle - das Buch ist fast zu schade, um es allein zu lesen. Es braucht die große LeseBühne und das Scheinwerferlicht auf die narrativen Pirouetten, die hier gedreht werden! Und klar, das hat mich manchmal wahnsinnig überfordert und genauso oft zum Staunen gebracht. Außerdem: Virginia Woolf ist lustig! Eine tolle Literatin. „Mit solch erstaunlichem Mangel an Rücksicht auf die Gefühle anderer auf Wahrheit versessen zu sein, die dünne Hülle der Zivilisation derart hemmungslos und roh zu zerreißen, das kam ihr wie eine so schreckliche Verletzung menschlichen Anstands vor, dass sie, ohne zu antworten, betäubt und geblendet, den Kopf senkte, als wollte sie den scharfzackigen Hagelschauer, die Flut von Schmutzwasser ohne ein Wort der Zurückweisung über sich ergehen lassen. Da gab es nichts zu sagen.“ „Nun brauchte sie einmal auf keinen Menschen Rücksicht zu nehmen. Sie konnte für sich und sie selbst sein. Und das war es, wonach sie jetzt oft ein Bedürfnis empfand: nachzudenken; nein, nicht einmal nachzudenken. Zu schweigen, allein zu sein. Alles Sein und alles Tun, nach Ausdehnung drängend, glitzernd, laut, verflüchtigte sich; man schrumpfte zusammen und wurde man selbst, ein klumpenförmiger Kern aus Schwärze, unsichtbar für andere; das war ein feierliches Gefühl.“