3.5

Die ehrliche Betrügerin

von Tove Jansson, Birgitta Kicherer

Format:Softcover

Sie prallen in diesem psychologischen Thriller aufeinander: die junge Katri, ein Rechengenie mit eisernem Willen und wilden Wolfsaugen, das sich jede konventionelle Freundlichkeit untersagt – und das alte Fräulein Aemelin, die naive, höfliche Künstlerin, die ihre detailliert-realistischen Bilder mit geblümten Kaninchen bevölkert. Doch wer ist hier Wolf? Wer Kaninchen? Tove Jansson präsentiert dem Leser eine scheinbar simple, alltägliche Geschichte: Katri möchte mit ihrem jüngeren Bruder, für den sie sorgt, in die Villa der reichen Anna Aemelin einziehen und ihm seinen sehnlichsten Wunsch, ein eigenes Boot, erfüllen. Dazu will sie auf 'ehrliche' Weise an Fräulein Aemelins Geld gelangen. Ihre Begegnung bewirkt jedoch in beiden Frauen einen seelischen Erdrutsch, dessen Folgen nicht absehbar sind. In poetischen Bildern mit großer Suggestivkraft lässt Tove Jansson die seelische Dramatik dieser Begegnung sichtbar werden.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
173 SeitenSoftcover
Erschienen an: April 15, 2015

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.5(2 ratings)
JuliaRezension von Julia

Eine feine und präzise Geschichte über Menschen unterschiedlichen Gemüts. Die Spannung, die zwischen den Hauptfiguren Katri, einer rastlos authentischen jungen Frau, und Anna, einer romantisch scheuklappenblinden älteren Frau, entsteht, ist formidabel herausgearbeitet. Dazwischen ein stiller junger Mann, Katris Bruder Mads, der gern in Abenteuergeschichten lebt. Die Entwicklung der Beziehung ist wie das Knistern im aufbrechenden Eis. „Sie sprachen ausschließlich über Bücher. Da die Helden mancher Bücher Band für Band wiederkehrten, konnten Anna unf Mats ohne lange Erläuterungen auf Jack, Tom oder Jane anspielen, die sich neulich sind oder so benommen hatten, und dabei fast das Gefühl haben, über alte Bekannte zu tratschen, ohne diese dadurch zu verletzen. Die beiden kritisierten und lobten, entsetzten sich und gingen ausführlich auf den glücklichen Schluss ein, auf die gerechte Verteilung von Erbschaften und auf Hochzeitspaare und das Schicksal der Bösewichter. Anna begann ihre Bücher noch einmal zu lesen, und plötzlich hatte sie das Gefühl , einen großen Freundeskreis zu haben, dessen Mitglieder alle mehr oder weniger abenteuerlich lebten.“

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