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Romance
384 SeitenSoftcover
Erschienen an: 2018-09-14

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Aktuelle Rezensionen(2)

3.8(8 ratings)
honey013Rezension von honey013

Ein sehr schöner Roman über die Frau in Gold, die Muße von Klimt

IraRezension von Ira

Rezension hier: https://licentpoeticae.wordpress.com/2018/10/15/valerie-trierweiler-die-dame-in-gold/ "Sie hat so lange gegen die Leere in ihrem Leben angekämpft, tagelang hat sie gelesen und nachgedacht, mittlerweile weiß sie, dass sie die Wahl hat: entweder lässt sie diese Liebe blühen, oder sie reißt sie mit der Wurzel aus, die tiefer in ihrem Herzen verankert ist, als sie dachte." Adele Bloch stürzt ins Bodenlose, als nach einem totgeborenen Mädchen jetzt auch noch ihr neugeborener Sohn Fritz nicht einmal einen Tag nach der Geburt stirbt. Nichts wünscht sie sich sehnlicher als eine richtige Familie, so wie ihre Schwester Therese sie hat. Sie vergräbt sich immer tiefer in ihrer Depression, bis ihr Mann Ferdinand in einem Versuch sie aufzurütteln und zurück ins Leben zu holen ein Portrait seiner jungen Frau in Auftrag gibt – bei niemand geringerem als dem kontrovers diskutierten, entweder geliebten oder gehassten Maler Gustav Klimt. Klimt gilt als Schürzenjäger und Vater vieler unehelicher Kinder in Wien. Doch obwohl Adele fest entschlossen ist, sich nicht zu einer seiner Trophäen machen zu lassen und ihrem Mann untreu zu werden, übt Klimt eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf sie aus, körperlich, intellektuell, künstlerisch, und bringt ihre eisern hoch gehaltene Tugend gefährlich ins Wanken. Nicht nur auf Adele übt Gustav Klimt einen magischen Reiz aus, sondern auch auf mich. Zugegeben, bei mir sind es eher seine Bilder als der Maler selbst, aber trotzdem war er für mich der Grund, dieses Buch zur Hand zu nehmen und es lesen zu wollen. Adeles und Klimts Liebesgeschichte beginnt mit einer Tragödie, dem Tod ihres neugeborenen Sohnes. Es ist ausgerechnet ihr (deutlich älterer) Mann Ferdinand, der Adele aufrichtig liebt, der sie und Klimt zusammen bringt. Kennen gelernt haben die beiden sich schon zu einem früheren Zeitpunkt in einem der zahlreichen Wiener Salons, aber während Adele Klimt für ihr Portrait Modell sitzt, kommen sie das erste Mal wirklich miteinander in Berührung. Wie bereits erwähnt ist Klimt einer der größten Schürzenjäger Wiens, sodass ich beinahe erwartet habe, dass er sich Adele in irgendeiner Form annähern würde, aber so plump ist das ganze nicht ins Rollen gekommen. Stattdessen scheint es viel mehr Adele zu sein, die sich aus irgendwelchen (mir nicht ganz klaren) Gründen zu dem Maler hingezogen fühlt. Vielleicht liegt es daran, dass er so ganz anders als ihr konventioneller und konservativer Mann ist. Ich muss leider einräumen, dass ich das, was zwischen den beiden gewesen sein mag, nicht wirklich nachfühlen konnte. Erst stellte sich überhaupt keine Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren ein, dann kam alles ganz plötzlich. Die Liebesgeschichte fand ich also eher hölzern, ebenso wie die meisten Dialoge, was aber durchaus beabsichtigt gewesen sein könnte. Valérie Trierweiler greift die damals übliche Förmlichkeit auf, bei der sich sogar Eheleute Siezen. Aus heutiger Sicht fühlt sich das einfach nur absurd an, aber früher war das ja tatsächlich üblich. Was mir dagegen ausgesprochen gut gefallen hat, war der arme Ferdinand. Er war das ganze Buch über, eigentlich von vorne bis hinten ein zuvorkommender, liebender und sanfter Ehemann, was die Liaison mit Klimt zu Adeles ureigener Entscheidung macht. Es ist keine lieblose Ehe, kein verbaler, emotionaler oder physischer Missbrauch, der sie in die Arme eines anderen Mannes treibt, diese Affäre liegt einzig und allein in Adeles Bedürfnissen, Wünschen und ihrer ungewöhnlichen Persönlichkeit begründet. Obwohl man ihren Mann bedauern muss, habe ich persönlich Adele zu keinem Zeitpunkt als „Die Böse“ wahrgenommen, sondern einfach eher als starke Frau in schwierigen Zeiten. Ein schönes Setting mit einer leider eher kantigen Liebesgeschichte, die zumindest bei mir keine sonderlich großen Gefühle geweckt hat. Aber wie so oft ist es ja Geschmackssache und die Story an sich hat immerhin solide drei Punkte verdient.

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