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Die Besessenheit Das dringlichste Buch der Nobelpreisträgerin | Wie fühlt es sich an, von einem Menschen besessen zu sein, den man nicht kennt?

von Annie Ernaux, Sonja Finck

Format:Hardcover
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Sie hat keine großen Gefühle mehr für ihn und trennt sich. Doch als er Monate später von einer anderen spricht, ist sie völlig aus der Bahn geworfen. Jetzt leidet sie, fühlt sich verschmäht, zurückgewiesen. Vor allem aber treibt die Frau sie um, die ihren Platz eingenommen hat – wer ist die eigentlich und wie? Ist sie schöner, besser, ist der Sex mit ihr toller? Diese Fremde wird zu einer Obsession, einer Art Wahn. »Das Seltsamste an der Eifersucht ist, dass sie eine ganze Stadt – die ganze Welt – mit einer Person bevölkern kann, der man womöglich noch nie begegnet ist.« Und irgendwann ist diese Andere ein ständiger Albtraum, aus dem es womöglich gar kein Erwachen mehr gibt… Wie fühlt es sich an, von einem Menschen besessen zu sein, den man nicht mal kennt? In klaren, fast klinischen Sätzen schreibt Annie Ernaux über die perfide Wucht von Eifersucht, über drohende Selbstauflösung und den aberwitzigen Versuch, in eigener Sache Gewissheit zu erlangen.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
66 SeitenHardcover
Erschienen an: August 18, 2025

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Aktuelle Rezensionen(2)

3.4(11 ratings)
EniRezension von Eni

Die Präzision und Schonungslosigkeit mit der Ernaux schreibt verwandelt ihre Emotionen, ihre Gedanken in etwas Universelles. Man fühlt sich erinnert, fühlt sich ertappt. Sie sagt selbst, dass das nicht bewerten ihrer inneren Welt das ist was sie am nächsten an Wahrheiten bringt. Mich hat das Buch vor allem mit einer schmunzelnden Bewunderung an das menschliche Sein zurückgelassen. Das Spannungsfeld zwischen Intelligenz, Rationalität und unbändigen Emotionen, Wahn - zwischen den Regeln einer Gesellschaft und dem unerklärlichen Drang der Menschen manchmal überfällt. Sie schreibt: "Ich will [...] etwas Individuelles, Intimes zu einer greifbaren, verständlichen Substanz machen, zu etwas, das fremde Menschen [...] sich vielleicht aneignen können." & Ich finde das ist ihr gelungen.

LorenaRezension von Lorena

Annie Ernaux. Ich muss mehr von dir lesen! ~~Das Sonderbarste an der Eifersucht ist, dass man eine Stadt oder die ganze Welt mit einem Menschen bevölkert, dem man vielleicht nie begegnet ist.~~ ~~Die Idee, kleine Figuren aus Weißbrot zu formen und diese mit Stecknadeln zu foltern, kam mir jetzt nicht mehr so abwegig vor.~~ ~~ Meine Fähigkeit, Tatsachen, die nichts miteinander zu tun hatten, in einen kausalen Zusammenhang zu bringen, war beeindruckend.~~ ~~ In dieser Selbstentleerung, in die einen die Eifersucht versetzt und in der jeder Unterschied zur anderen Person zu einer Unterlegenheit wird, waren nicht nur mein Körper und mein Gesicht abgewertet, sondern auch meine Tätigkeiten und mein gesamtes Sein. Ich war sogar gekränkt, weil er bei der anderen Frau Paris Première schauen konnte, einen Privatsender, den ich nicht empfing.~~

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