4.8

Deutscher Herbst

von Stig Dagerman, Paul Berf

Format:Hardcover
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Stig Dagerman (1923–1954) wurde 1946 von der schwedischen Zeitung »Expressen« beauftragt, Deutschland zu bereisen und ein Bild des zerstörten Landes nach dem Weltkrieg zu geben. Ein Reisebericht in 13 Stationen über Berlin, Hamburg, das Ruhrgebiet, Frankfurt, Heidelberg und München, aber auch über die dazwischenliegenden ländlichen Regionen, über Zugfahrten, Politikerauftritte und Gerichtsprozesse entstand in diesem regnerischen Herbst 1946, der geprägt ist von Ruinen und Hunger, unterdrückter Kontinuität nationalsozialistischen Denkens und dem erhofften Aufbruch durch die alliierte Demokratisierung. Stig Dagerman begegnet den Menschen auf seiner Reise nie mit moralischer Überlegenheit – sondern mit Interesse und Mitgefühl, im Versuch, die gesellschaftliche wie persönliche Situation jedes Einzelnen zu verstehen. In jenem Herbst erlebt Stig Dagerman mit seinem zweiten Roman in Schweden gerade den Durchbruch: Seine Frau schickt ihm die begeisterten Rezensionen, und er schämt sich im Angesicht der Zerstörung und des Leidens für den Erfolg. Paul Berf hat die Reiseberichte nicht nur in ihrer ganzen Beschreibungsdichte und Gedankenvielfalt in ein schwingendes, unverstelltes Deutsch übersetzt, sondern auch ergänzend eine Auswahl aus den Briefen getroffen, die Dagerman – teilweise auf Deutsch verfasst – von der Reise an seine Angehörigen in die Heimat schickte. Der Bericht des schwedischen Ausländers über das Deutschland der Stunde Null, dessen äußere Konflikte und innere Spannungen gibt uns einen einzigartigen Einblick in eine Zeit, in der nicht ausgemacht war, ob dieses Land jemals wieder auf die Beine kommen würde.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
190 SeitenHardcover
Erschienen an: August 12, 2021

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Aktuelle Rezensionen(1)

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Luis ALVRezension von Luis ALV

Gran forma de hacer periodismo. La ideología de Dagerman para acercarse a los hechos es muy clara: vincular a los individuos con las historias en las que se involucran de forma politizada. La única generalidad posible es a partir de la individuación de la experiencia, un ejercicio de honestidad emotiva que muestra como la individulaidad es lo que conforma lo social en ese proceso dialéctico. Aquí no se habla de Alemania como los grandes enemigos, sino sobre las tragedias individuales que muestran un dolor colectivo.

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