Aus finanziellen Gründen, die jedoch nicht dringlich sind, nimmt das durchaus wohlhabende Ehepaar Mumford, das in einem recht geräumigen Haus in der Londoner Vorstadt Sutton lebt, eine Untermieterin auf. Sie nennen sie, weil es edler klingt, einen „zahlenden Hausgast“. Die betreffende Dame ist sympathisch, aber auch jung, etwas unbeständig und mitunter impulsiv – man ahnt von Anfang an das mögliche Unheil. Nicht nur hat die Untermieterin Ärger mit ihrer eigenen Familie, was sich zwangsläufig auch ins Haus der Mumfords verlagert, sondern auch zwei konkurrierende Verehrer wetteifern um ihre Gunst. In seinem kurzen Roman, der sich heute so schwungvoll, amüsant und anspielungsreich liest wie zur Zeit seines ersten Erscheinens, spielt Gissing findig mit den Erwartungshaltungen der Leser*innen und schlägt in einer fein subtilen Spannungsführung immer wieder Haken. Der Stil ist wunderbar zwischen realistischem und humoristischem Erzählen in Balance gehalten und tariert, mit humanem Blick gewebt, das Buch geschickt im Spannungsfeld zwischen menschlicher Komödie und Tragödie aus.
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Der zahlende Hausgast
von George Gissing, Michael Klein, Michael Klein
Aus finanziellen Gründen, die jedoch nicht dringlich sind, nimmt das durchaus wohlhabende Ehepaar Mumford, das in einem recht geräumigen Haus in der Londoner Vorstadt Sutton lebt, eine Untermieterin auf. Sie nennen sie, weil es edler klingt, einen „zahlenden Hausgast“. Die betreffende Dame ist sympathisch, aber auch jung, etwas unbeständig und mitunter impulsiv – man ahnt von Anfang an das mögliche Unheil. Nicht nur hat die Untermieterin Ärger mit ihrer eigenen Familie, was sich zwangsläufig auch ins Haus der Mumfords verlagert, sondern auch zwei konkurrierende Verehrer wetteifern um ihre Gunst. In seinem kurzen Roman, der sich heute so schwungvoll, amüsant und anspielungsreich liest wie zur Zeit seines ersten Erscheinens, spielt Gissing findig mit den Erwartungshaltungen der Leser*innen und schlägt in einer fein subtilen Spannungsführung immer wieder Haken. Der Stil ist wunderbar zwischen realistischem und humoristischem Erzählen in Balance gehalten und tariert, mit humanem Blick gewebt, das Buch geschickt im Spannungsfeld zwischen menschlicher Komödie und Tragödie aus.
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