Alice Lindstedt hat gerade die Filmhochschule in Stockholm abgeschlossen und plant, ihren ersten Dokumentarfilm zu drehen: über Silvertjärn, einen abgelegenen Grubenort im Wald von Norrland. Vor 60 Jahren verschwanden unter ungeklärten Umständen alle Bewohner von einem Tag auf den anderen. Kurz zuvor zog ihre Großmutter von dort weg. Alice will herausfinden, was damals geschehen ist. Mit ihrem Team bricht sie zu dem einsamen Ort auf. Doch bald geschehen seltsame Dinge. Die Handys haben keinen Empfang, im Walkie-Talkie ist ein heiseres Lachen zu hören. Und kurz darauf ist der erste aus dem Team tot. Wer ist außer ihnen noch in Silvertjärn? Was ist damals passiert? Und vor allem: Werden Sie diesen grausamen Ort lebend verlassen?
Was ist bookie?
- Gratis Lieferung in Deutschland
- Finde Bücher die zu dir passen
- Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
- Connecte dich mit anderen Leser*innen
Das Dorf der toten Seelen
von Camilla Sten
Alice Lindstedt hat gerade die Filmhochschule in Stockholm abgeschlossen und plant, ihren ersten Dokumentarfilm zu drehen: über Silvertjärn, einen abgelegenen Grubenort im Wald von Norrland. Vor 60 Jahren verschwanden unter ungeklärten Umständen alle Bewohner von einem Tag auf den anderen. Kurz zuvor zog ihre Großmutter von dort weg. Alice will herausfinden, was damals geschehen ist. Mit ihrem Team bricht sie zu dem einsamen Ort auf. Doch bald geschehen seltsame Dinge. Die Handys haben keinen Empfang, im Walkie-Talkie ist ein heiseres Lachen zu hören. Und kurz darauf ist der erste aus dem Team tot. Wer ist außer ihnen noch in Silvertjärn? Was ist damals passiert? Und vor allem: Werden Sie diesen grausamen Ort lebend verlassen?
Aktuelle Rezensionen(4)
Creepy Scandinavian Blair Witch Thrill [Hörbuch] Die Atmosphäre der Geschichte hat mich stark an den Film Blair Witch Project erinnert, der mich als Teenager vor fast 15 Jahren bis in meine Träume verfolgt hat. Ein junges Filmteam fährt in eine abgelegene Geisterstadt im schwedischen Norrland, deren Bewohner*innen vor 60 Jahren spurlos verschwunden sind, um eine Dokumentation zu drehen. Die Protagonistin Alice steckt in dieses Projekt viel Leidenschaft, da auch die Familie ihrer Großmutter dort lebte. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, das "Heute" aus der Sicht von Alice und das "Damals" aus der Sicht ihrer Urgroßmutter Elsa. Beide Stränge sind gut miteinander verknüpft und die gekonnt platzierten Wechsel steigern die Spannung. Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt, die unheimliche Atmosphäre und merkwürdige Geschehnissen verleiten dazu, wilde Theorien aufzustellen um eine logische Erklärung zu finden. Schließlich geht es hier doch nicht mit übernatürlichen Dingen zu?! Oder doch? Typisch für scandinavian crime geht es aber nicht um irgendwelche Geister, sondern die Abgründe der Menschen und verworrene Familiengeschichten. Die Leser*in kann sich trotzdem bis zum Schluss die ganz sicher sein, was hier eigentlich vor sich geht, und wird vom Ende sicherlich überrascht. Die Spannung wird durch die ganze Geschichte hinweg gehalten und ich konnte kaum aufhören. Die Charaktere waren meistens nicht unbedingt sympathisch, aber eben menschlich mit Schwächen und Eigenarten. Leider hätten einige Nebencharaktere tiefer und lebendiger beschrieben werden können, da sie trotz allem recht flach geblieben sind. Alles in Allem habe ich den Debütroman von Camilla Sten aufgeregt verschlungen und freue mich schon darauf, mehr von ihr zu lesen. Sie ist eine junge, feministische Stimme, die mir bisher im scandinavian crime gefehlt hat.
Die Geschehnisse in diesem Thriller werden einerseits in der Ich-Perspektive von Alice beschrieben, andererseits gibt es Rückblicke über die noch vor 60 Jahren existierenden Bewohner des mittlerweile ausgestorbenen Dorfes. Meine Meinung zum Buch hat sich während des Lesens immer mal wieder verändert. Zum Einen war ich sehr angetan von der düsteren und grauen Allgemeinstimmung des Buches und inbesondere auch von den Rückblenden, zum Anderen aber musste ich oftmals die Augen verdrehen, weil mir manche Sachen doch sehr trivial und unrealistisch vorkamen, manchmal auch zu gewollt. Während mir die Rückblende sehr gut gefallen hat, weil es eben ein sehr einzigartiges Setting und alles voller Intrigen war, kam mir die Gegenwart im Vergleich dazu doch recht langweilig vor. Die Thematik in diesem Buch, die erst so richtig gegen Ende einleuchtete, habe ich bisher in keinem Thriller lesen dürfen. Das kann daran liegen, dass ich nicht häufig zu Thrillern greife, kann aber eben auch daran liegen, dass diese Themen schwer umsetzbar sind. Ich finde, Camilla Sten hat diese Thematik doch sehr gut rüber gebracht. Und obwohl es einige Stellen gab, die eben unlogisch, unnötig und etwas dahergesagt waren, war es doch alles in allem sehr spannend, mitreißend und wirklich einmalig. Zum Ende hin wurde die Stimmung immer unheimlicher, düsterer und sehr ungemütlich. Ich habe keineswegs mit dem Ende gerechnet und konnte es dann auch nicht mehr aus der Hand legen. Mit der Auflösung und allen anderen Plot Twists habe ich nicht gerechnet. Für mich ist dieser Thriller eine Empfehlung, besonders für Schweden Liebhaber*innen, Fans von zwar langsamen, aber intensiven Thrillern und diejenigen, die auch mal über ein etwas unrealistisches Setting hinwegsehen können.
»Das Dorf der toten Seelen« von Camilla Sten wartet mit einem eindrucksvollen Cover auf und von der Beschreibung »Stranger Things meets Scandinavian Crime« wurde ich als alter Stranger Things – Fanatiker magisch angezogen. Doch beides passt so ganz und gar nicht zu diesem Buch. Hier bekommt man weder den tiefgehenden, politisch angehauchten Krimi noch die übernatürliche Mystery. Diese Geschichte könnte in der Realität so oder ähnlich geschehen, was natürlich auch seinen Reiz hat. Die junge, schwedische Dokumentarfilmerin Alice stellt ein kleines Team zusammen und möchte die Geisterstadt Silvertjärn erforschen, in der 60 Jahre zuvor auf mysteriöse Weise alle Bewohner verschwanden. Nach einem kurzen Schocker-Prolog schlüpfen wir in den Kopf von Alice, die die Geschehnisse in der Gegenwartsform erzählt. Sie verspricht sich viel von dem Filmprojekt, da es ihr zum einen ihren Karrieredurchbruch ermöglichen soll und zum anderen mit ihrer persönlichen Familiengeschichte verwoben ist. Ihre Großmutter zog kurz vor dem Verschwinden der Dorfbewohner nach Stockholm und erzählte Alice viel von Silvertjärn, also macht sie es sich zur Aufgabe endlich aufzuklären, was vorher niemandem gelang. Ihre Gefühlswelt wird von Beginn an nachvollziehbar von der Autorin beschrieben, doch Alice wurde mir relativ schnell unsympathisch, da sie eine unsichere Person ist, die anderen Leuten ungerechte Vorwürfe macht und sich aber selbst eigennützig verhält. Erfreulicherweise macht sie im Laufe der Zeit eine Entwicklung durch, was mir wiederum gut gefiel. Bis auf ihre frühere Freundin Emmy, mit der sie noch eine Rechnung offen hat, erfährt man über die restlichen Charaktere nicht allzu viel, weshalb ich mir keinen Liebling herauspicken konnte. Die Autorin erzählt uns in einer zweiten Zeitebene ausschnittsweise die Geschehnisse kurz vor dem Verschwinden der Gemeinschaft, aber auch hier kamen mir die Figuren nicht sonderlich nahe. Sie dienen nach meinem Empfinden nur dem Zweck, die Fallaufklärung nicht so trocken zu gestalten. In der ersten Hälfte genoss ich die herrlichen Beschreibungen des Settings wirklich sehr, hier kam Atmosphäre auf, leider aber keine Spannung. In der zweiten Hälfte geschieht dann endlich mehr, allerdings nehmen wir auch hier nur zwei oder drei kurze Spannungshügel, die schnell wieder ins nächste Tal führen. Ich habe mich zwar nie direkt gelangweilt aber mir irgendwie doch deutlich mehr erhofft. Sobald mir Hinweise zugeworfen wurden, worauf die Sache hinaus laufen könnte, hatte ich relativ schnell den richtigen Riecher, auch wenn ich bis kurz vor Schluss auf eine spektakulärere Auflösung hoffte als die, die ich während des Lesens vorhersah und dann auch eintraf. Zum Stil der Autorin kann ich sagen, dass er mir insgesamt zusagt und seine eigene Note hat, allerdings vielen mir ab und zu Wiederholungen auf und manche Kleinigkeiten, die geschehen, wurden nicht richtig weitergedacht oder konsequent durchgezogen. Ich würde aber wieder ein Buch von Camilla Sten lesen, nur ist es ein wenig schade, dass wieder ungerechtfertigterweise mit großen Namen wie »Stranger Things« geworben wurde. Ohne diese falsche Erwartungshaltung hätte ich ihr Debüt deutlich mehr genießen können. Wer sich gerne mit »Lost Places« befasst und Gefallen an Geschichten findet, die sich dicht an realen Unglücken und Kriminalfällen halten, der kann mit »Das Dorf der toten Seelen« sicher etwas anfangen.
Das Dorf der toten Seelen hat mir vom Start her sehr gut gefallen. Der Schreibstil macht es einem leicht in die Geschichte einzufinden und es dauert auch nicht lange bis wir uns in das Dorf aufmachen. Ziemlich schnell kommt damit dann auch die Atmosphäre eines Lost Places auf, was mir persönlich total gut gefällt. Darauf hatte ich mich auch sehr gefreut. Ein verlassenes Dorf, ein Mysterium dass nie aufgeklärt wurde und eine Gruppe von Leuten die dem Ganzen auf den Zahn fühlen wollen. Genau mein Thema und genau das richtige Setting für ein wenig Gruselschauer. Leider wurde dieses Potenzial nicht genug ausgeschöpft. Es kommen zwar immer wieder gruselige Stellen, aber so schnell wie sie da sind, verschwinden sie auch wieder. Gerade wenn es einen anfängt, leicht zu schaudern, ist der Protagonist aus der Situation schon wieder fast raus. Das fand ich etwas schade. Auch bekommt man zwar einiges vom Dorf mit und erkundet das ein oder andere Gebäude aber auch hier hätte ich mir ein wenig mehr davon erhofft. So dass man noch mehr in diese Geschichte eintauchen kann. Was ich wiederum gut fand, es gibt zwei Zeitachsen. Zum einen natürlich die Gegenwart, in der die Gruppe für eine Dokumentation Filmmaterial sammeln möchte. Und zum anderen die Vergangenheit, kurz bevor alle verschwunden sind. Nach und nach kommt man so dem Grund auf die Spur und auch in der Gegenwart spitzt sich die Situation immer mehr zu und wird von Kapitel zu Kapitel spannender. Die Charaktere waren für mich völlig ok. Ich hatte kein Problem damit mich in Alice hineinzuversetzen und auch die anderen Charaktere sind individuell. Auch hier erfahren wir nach und nach, wie die Personen zueinander stehen und ein Teil der Geschichte handelt z.B. von der Freundschaft zwischen Alice und Emmy. Ich hätte das jetzt nicht unbedingt gebraucht aber es hat die Geschichte auch nicht gestört sondern einfach einen tieferen Blick auf die Charaktere gegeben. Nicht alle Reaktionen fand ich jetzt soo authentisch aber ansonsten konnte man immer gut mitfühlen ect. Ich bin sehr gut durchgekommen und habe das Buch ziemlich schnell beendet. Es liest sich also wirklich gut und ist trotz meiner Kritik sehr spannend! Auch die Geschehnisse der Vergangenheit, haben mich total gepackt und ich konnte kaum abwarten bis sich alles aufgeklärt hat. Mit dem Ende hatte ich nicht gerechnet, ich hatte aber auch allgemein keine Ahnung wohin diese Geschichte laufen wird. Es war trotzdem ein guter Abschluss und Alles in Allem hat mich das Buch sehr gut unterhalten. Fazit Das Dorf der toten Seelen ist eine spannende Geschichte mit einem Lost Place Setting. Die Atmosphäre wurde gut eingefangen und man kommt super durch das Buch. Ich hätte mir die schaurigen Situationen etwas länger gewünscht aber gefallen haben sie mir trotzdem. Auch der Hintergrund der Geschichte des Dorfes, war sehr spannend.