1994 verübten islamische Fanatiker ein Attentat auf den ägyptischen Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus (1911-2006). Dabei wurde auch seine rechte Hand verletzt, so dass er mühsam wieder schreiben lernen musste. Ein (wohl auch psychotherapeutischer) Weg dazu führte über das Aufzeichnen seiner Träume, die Erinnerungsspuren eines langen Lebens an die Oberfläche bringen: Bruchstücke aus seiner Kindheit, Erinnerungen an Frauen, die er geliebt hat, Episoden mit alten Weggefährten, geschichtliche Umwälzungen. Ab 1999 veröffentlichte Machfus diese Traumreminiszenzen in einer ägyptischen Frauenzeitschrift, 2005 erschien das jetzt auf Deutsch vorliegende Traumbuch. Doch obwohl die Geschichten sehr beeindruckende, höchst verdichtete Texte von hoher literarischer Qualität sind, obwohl das Buch voller wunderbarer Gedanken und Entdeckungen steckt und obwohl in der "NZZ" eine begeisterte Rezension erschien, werden wohl vorwiegend speziell Interessierte zu diesem Band greifen
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Das Buch der Träume
von Naǧīb Maḥfūẓ, Doris Kilias
1994 verübten islamische Fanatiker ein Attentat auf den ägyptischen Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus (1911-2006). Dabei wurde auch seine rechte Hand verletzt, so dass er mühsam wieder schreiben lernen musste. Ein (wohl auch psychotherapeutischer) Weg dazu führte über das Aufzeichnen seiner Träume, die Erinnerungsspuren eines langen Lebens an die Oberfläche bringen: Bruchstücke aus seiner Kindheit, Erinnerungen an Frauen, die er geliebt hat, Episoden mit alten Weggefährten, geschichtliche Umwälzungen. Ab 1999 veröffentlichte Machfus diese Traumreminiszenzen in einer ägyptischen Frauenzeitschrift, 2005 erschien das jetzt auf Deutsch vorliegende Traumbuch. Doch obwohl die Geschichten sehr beeindruckende, höchst verdichtete Texte von hoher literarischer Qualität sind, obwohl das Buch voller wunderbarer Gedanken und Entdeckungen steckt und obwohl in der "NZZ" eine begeisterte Rezension erschien, werden wohl vorwiegend speziell Interessierte zu diesem Band greifen
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