Was passiert mit uns, wenn unsere eigenen Eltern plötzlich aufhören, mit uns zu reden? Warum scheint sich Grobschlächtigkeit weltweit öffentlich durchzusetzen? Kann man ein Haus bauen, ohne den Verstand zu verlieren? Warum regredieren wir beim Autofahren so spektakulär? (Sollten unsere SUVs die Airbags nicht besser außen haben?) Und wie kann es gelingen, gleichzeitig Mutter, Tochter, Ehefrau, Staatsbürgerin, Künstlerin und breadwinner für die ganze Familie zu sein? (Achtung, Spoiler: schwierig!) Rachel Cusk ist eine unerbittlich humorvolle Selbsterforscherin und eine Poetin der gespaltenen Gefühle. Coventry versammelt eine Reihe ihrer glänzenden Essays, hochaufgelöste, tiefenscharfe Meisterstücke. Sie zu lesen bedeutet, sich den weitreichenden Ungewissheiten zu stellen, die wir alltags lieber nicht beachten.
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Coventry
von Rachel Cusk, Eva Bonné
Was passiert mit uns, wenn unsere eigenen Eltern plötzlich aufhören, mit uns zu reden? Warum scheint sich Grobschlächtigkeit weltweit öffentlich durchzusetzen? Kann man ein Haus bauen, ohne den Verstand zu verlieren? Warum regredieren wir beim Autofahren so spektakulär? (Sollten unsere SUVs die Airbags nicht besser außen haben?) Und wie kann es gelingen, gleichzeitig Mutter, Tochter, Ehefrau, Staatsbürgerin, Künstlerin und breadwinner für die ganze Familie zu sein? (Achtung, Spoiler: schwierig!) Rachel Cusk ist eine unerbittlich humorvolle Selbsterforscherin und eine Poetin der gespaltenen Gefühle. Coventry versammelt eine Reihe ihrer glänzenden Essays, hochaufgelöste, tiefenscharfe Meisterstücke. Sie zu lesen bedeutet, sich den weitreichenden Ungewissheiten zu stellen, die wir alltags lieber nicht beachten.
Aktuelle Rezensionen(1)
Einem Wasserfall gleich sind diese Texte an mir vorbeigerauscht. An meiner bisherigen Cusk-Lektüre bewunderte ich vor allem mit welcher ästhetischen Raffinesse die Autorin ihre Gefühle und Beobachtungen literarisierte. In diesem Essayband hingegen erschienen sie mir oft eher wie banale Plaudereien und ob das an meiner Unaufmerksamkeit oder am Stil lag, kann ich kaum sagen. Mich störten Vergleiche und Metaphern, die Effekthascherei statt Klarstellung eines Sachverhalts waren, z.B. „Unsere Geschichtslehrerin Mrs. Lewis war eine Frau von Anmut und Format, eine Elefanten-Ballerina, in der sich die Prinzipien von Masse und Weiblichkeit einen Eskalationskrieg lieferten.“ und diese Beobachtung spielt für die folgende Reflexion keinerlei Rolle, also warum dann überhaupt darüber sprechen, wenn es hier nicht darum geht, sich die Frau vorzustellen. Ich habe während des Lesens auch darüber nachgedacht, ob ich möglicherweise zu jung bin oder ob meine Kinderlosigkeit mir den Zugang zum Text versperrte. Aber auch ihre Ausführungen zum Autofahren oder zur Hausdekoration haben mich nirgends abgeholt. Damit ist diese Kritik vor allem als sehr subjektiv zu lesen und ich bin gespannt, ob andere Leser*innen mehr in diesem Buch entdecken. „Beim Thema Autofahren ist es anscheinend besonders schwierig, Objektivität zu erlangen; die persönliche Wirklichkeit des Menschen am Steuer ist nicht zu erschüttern, nicht einmal durch seinen eigenen Verstand.“ (das hätte ich allerdings gern auf alle CDU und FDP Plakate des letzten Berliner Wahlkampfs geklebt.) „Bis dahin hatte ich immer mit lauten Menschen zusammengelebt, die lachen und grölen, schreien und Türen schlagen; mit meinungsstarken, witzigen Menschen, die gute Anekdoten parat hatten. In ihrer Gesellschaft gingen bestimmte Worte einfach unter, schüchterne Worte wie Einfühlsamkeit, Nachsicht, Sanftmut oder Sorge.“ „Jane, eine große, witzige Frau mit einem traurigen Gesicht, hatte keine Kinder. In den traurigen Zügen um ihren Mund und ihr Augen konnte man sich frei bewegen; sie standen allem offen. Einmal besuchte sie uns, kurz nachdem meine Mutter einen Schokoladenkuchen gebacken hatte. Meine Mutter wollte ihr das Rezept geben, doch Jane sagte:>>Wenn ich diesen Kuchen backe, esse ich ihn ganz allein auf.<< Dass eine Frau einen ganzen Kuchen aufessen könnte, war mir neu. Die Leistung erschien mir fantastisch, wie Gewichtheben, aber ich konnte sehen, dass meine Mutter den Kommentar missbilligte.“