3.3

Besuch aus ferner Zeit

von Katherine Webb, Babette Schröder

Format:Softcover
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Liv Molyneaux ist gerade in das alte Haus ihres Vaters in Bristol gezogen. Er ist verschwunden und Liv glaubt nicht an die Theorie der Polizei, dass er Selbstmord begangen hat. Sie hofft, zwischen Martins Sachen in der Wohnung und der Buchbinderwerkstatt einen Hinweis zu finden. Neben der Trauer um ihr tot geborenes Kind wird Liv nachts immer wieder von seltsamen Geräuschen und dem Weinen eines Babys geweckt. Ist das alles Einbildung, oder steckt mehr dahinter?

Historische Romane
577 SeitenSoftcover
Erschienen an: 2021

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Aktuelle Rezensionen(4)

3.3(8 ratings)
BeateRezension von Beate

Sehr spannend und gleichzeitig auch bedrückend.

Mrs MoriartyRezension von Mrs Moriarty

Es gibt Punkte, die ich an "Besuch aus einer fernen Zeit" wirklich mochte und auch richtig gut umgesetzt fand. Vor allem Liv und ihre Gefühle zum Verlust ihres Babys, fand ich eindrücklich. Außerdem fand ich es auch gut, das Katherine Webb gesellschaftlich relevante Themen in ihren Roman eingebunden hat. Gerade auch in dem historischen Teil. Die Geschichte der Sklaverei in England und auch die Umsetzung der neuen Gesetze die diese verboten hat. Selbst die Einbindung mystischer Elemente fand ich insgesamt gar nicht mal so schlecht, da es für mich schlüssig eingebunden wurde. Dafür haben mich andere Dinge gestört. Die Figur Bathia, die im Mittelpunkt des Handlungsstrangs in der Vergangenheit steht, war eine interessante Frau, und es gefiel mir, das sie einfach total unsympathisch und manipulativ ist. Aber hier hat sich Webb meiner Meinung nach zu wenig getraut. Es wurde einiges so aufgelöst, das es mich gelangweilt hat. An manchen Stellen hat mich der Esoterische Einschlag aber auch genervt. Das ist nicht meine Welt und wenn Reiki ins Spiel kommt, kann ich nur die Augen darüber verdrehen. Für mich hat es in der Verbindung der beiden Handlungsstränge immer wieder geknirscht. Jede Geschichte für sich allein hätte für mich wohl besser funktioniert. Schade fand ich auch, das so wenig Fokus auf die Suche gelegt wurde. Liv wird ständig von den Geistern gequält, von den Stimmen die sie hört. Aber sie bleibt dabei sehr passiv. Das liegt natürlich auch daran, das sie selbst psychisch krank ist. Aber gleichzeitig sorgt das auch dafür, das oftmals kaum etwas Aktives passiert. Selbst wenn Liv nach ihrem Vater sucht, wirkt es eher so, das sie andere Suchen lässt. Einerseits ist das glaubwürdig erzählt, andererseits plätschert die Geschichte dadurch oftmals eher so vor sich hin. Insgesamt finde ich "Besuch aus einer fernen Zeit" nicht schlecht, aber vor allem im Vergleich mit "Die Frauen am Fluss" wesentlich schwächer als neuere Romane der Autorin.

EllemirRezension von Ellemir

Katherine Webb schafft es immer wieder, mich mit ihren Büchern, die zumeist auf mehreren Zeitebenen spielen, gut zu unterhalten. Auch mit diesem Buch wurde ich nicht enttäuscht, beide Handlungsstränge haben mich interessiert und bewegt. Die Figuren waren interessant und glaubwürdig aufgebaut. Besonders gelungen fand ich, dass der Handlungsstrang in der Vergangenheit aus der Sicht einer Figur geschildert wurde, bei der man nach und nach merkt, dass sie zwar vorgibt, edle Beweggründe zu haben, sich aber eigentlich nur für ihren eigenen Vorteil interessiert und dabei wenig Gedanken auf das Schicksal anderer verschwendet. Einige der Themen dieses Buches (Rassismus, Verlust des eigenen Babys, Depressionen) sind allerdings nicht ganz einfach.

JulianeRezension von Juliane

Triggerwarnungen (für das Buch und entsprechend der Rezension): Kindstod, Depression, Mord, rassistische Ausdrücke (N-Wort) Katherine Webb schreibt wunderbare Romane, so war es für mich keine Frage, ob ich ihren neuen Roman “Aus ferner Zeit” lesen würde. Es ist wieder ein dicker Wälzer und verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart. Wir lesen hier in zwei (fast drei) verschiedenen Zeitebenen, was ich sehr an Geschichten – und auch an dieser – liebe. Gerade wenn die Geschichten zum Schluss auch zueinander finden. In “Aus ferner Zeit” hat Katherine Webb den Aufbau perfekt gestaltet und die Leser*innen neugierig gemacht. Aber für mich fehlten definitiv Triggerwarnungen zu Beginn des Buches. Als frischgebackene Mutter kann ich es kaum ertragen, über sterbende Kinder oder “verlorene” Kinder zu lesen. Hier war es leider nicht nur eine Seitennotiz, sondern gerade bei Liv ein zentrales Thema. Es ist definitiv herzzerreißend und Katherine Webb hat es sehr emotional und authentisch beschrieben, wie Liv sich mit ihrem Verlust fühlt. Sie hat es gut gemacht – aber ohne Vorwarnung kann einen das tief treffen. Die zweite Zeitebene spielt rund um 1800 und hat ähnlich heftige Inhalte. Ich wäre gern darauf vorbereitet gewesen. Dass es sich um den Sklavenhandel drehen würde, hatte ich nicht erwartet und die Nutzung des N-Wortes lässt mich immer wieder zusammenzucken. Abgesehen davon: Tatsächlich interessierte mich gut zwei Drittel des Buches die Geschichte rund um Bethia und Louisa mehr als die von Liv. Ich stellte selbst viele Theorien an, die sich alle als falsch erwiesen. Katherine Webb hat mit Bethia meiner Meinung nach die vielschichtigste und interessanteste Person erschaffen – wenn auch nicht die liebenswerteste Person. Sowohl die Geschichte von Liv/Adam/Martin als auch die von Bethia/Louisa war spannend und sehr verstrickt. Obwohl man zu Beginn schon erahnen kann, welche Verbindung hier herrscht, hat mich das Ende wirklich überrascht und erschüttert. Generell hätte ich bei diesem Roman nicht diese Grausamkeit und Traurigkeit erwartet, die man hier findet. Mir fehlte die Hoffnung. Es gibt kleine Hoffnungsschimmer am Ende beider Geschichten – oder zumindest eine Art Genugtuung, für mich allerdings zu wenig. Ich musste nach dem Beenden des Romans erstmal schlucken. Was mir gefiel war die Art, wie Katherine Webb schreibt und ihre Geschichten lebhaft werden lässt. Ich mag den Aufbau und wie die beiden Geschichten nach und nach mehr Details preisgeben und man nach jedem Kapitel einen kleinen Cliffhanger hatte. Doch fehlte mir beim Großteil des Romans doch ein gewisses Tempo, leider war es an vielen Stellen zäh und mir kam es manchmal so vor, als würde die Geschichte ewig auf der Stelle treten. Wäre diese Geschichte der Frauen auf 300-400 statt den fast 600 Seiten erzählt worden, hätten wir bestimmt mehr Spannung und ein Pageturner-Feeling haben können. Fazit: “Besuch aus ferner Zeit” lässt mich sprachlos zurück. Eine so intensive, traurige und grausame Geschichte hab ich hier gelesen und muss ich erstmal verarbeiten. Es ist ein Drama über Krankheiten, Fehlentscheidungen und das Existieren zur falschen Zeit am falschen Ort. Mich hat die Geschichte beider Frauen sehr berührt. Gleichzeitig finde ich, dass die Geschichte zu ausgedehnt und zu deprimierend war. Ich denke, etwas mehr Hoffnung hätte der Geschichte gut getan und auch 100-200 Seiten weniger. Diese Rezension findet ihr auch hier: https://iamjane.de/wp-admin/post.php?post=11156&action=edit

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