Sicher ist schon jetzt dies, Hermann Lindners die feine Ironie Maupassants hervorragend übersetzende neue deutsche Fassung macht die Lektüre absolut lohnenswert.
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Bel-Ami: Roman
von Guy de Maupassant, Hermann Lindner
Sicher ist schon jetzt dies, Hermann Lindners die feine Ironie Maupassants hervorragend übersetzende neue deutsche Fassung macht die Lektüre absolut lohnenswert.
Aktuelle Rezensionen(1)
Auf dieses Buch bin ich eher zufällig gestossen, weil ich für eine Challenge ein Buch über Journalismus oder mit einem Journalist lesen sollte. Es war mein erstes Buch von Guy de Maupassant. Das Buch wurde 1885 veröffentlicht und ich habe mich deshalb auf eine etwas schwerere Lektüre eingestellt. Zur Verfügung hatte ich die neue Übersetzung von Hermann Lindner und das Hörbuch, das von Christoph Bantzer sehr gut gelesen wurde. Als erstes fiel mir auf, wie unterschiedlich die beiden Übersetzungen sind. Teilweise war mir die neue Übersetzung zu modern, ich fand die ältere Sprache passte besser zu dem Buch. Wie man an meiner 5-Sterne-Bewertung sehen kann, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war amüsant diesem bäuerlichen Emporkömmling auf seinem Werdegang zu begleiten, wie er von einem unerfahrenen, ungeschickten Junggesellen zu einem raffinierten mit allen Wassern gewaschenen Egoist wurde, der skrupellos alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel benutzte, um die gesellschaftliche Leiter empor zu steigen. Dabei hat er einigen Damen den Kopf verdreht und dadurch sich Vorteile verschafft. Sehr gut gefallen hat mir auch der etwas philosophische Exkurs zum Thema Tod. Hier ein kleiner Ausschnitt daraus: <i>"Und kein einziges Lebewesen kehrt zurück, keines... Die Gußformen der Statuen werden aufgehoben, die Druckformen bleiben erhalten und erlauben es, alle möglichen Dinge identisch wiederherzustellen; aber mein Körper, mein Gesicht, meine Gedanken, meine Wünsche sind für immer verloren. Und auf der anderen Seite werden immer neue Wesen geboren, Milliarden von Wesen, mit einem ein paar Zentimeter großen Gesicht aus Nase, Augen, Stirn, Wagen und Mund, ganz so wie ich, und auch mit einer Seele, wie ich sie habe, ohne daß jemals ich selber hierher zurückkommen würde, ohne daß auch nur ein erkennbarer Teil von mir in diesem unzähligen, verschiedenen, so unendlich verschiedenen und doch auch einander so ähnlichen Geschöpfen wiederkehren würde."</i> Nicht ohne Grund Weltliteratur, die auch heute noch sehr aktuell ist.